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Expertenrat zweifelt : Deutschland droht Klimaziele zu verfehlen

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Treibhausgase bis 2030 um mindestens 65 Prozent senken? Der Expertenrat glaubt nicht daran, dass Deutschland sein selbst gestecktes Klimaziel noch erreichen kann.

Die Kokerei Prosper in Bottrop, aufgenommen am 20.01.2022
Kokerei in Bottrop (Archivfoto)
Quelle: imago

Deutschland droht nach Einschätzung des Expertenrats der Bundesregierung seine Klimaziele für das Jahr 2030 deutlich zu verfehlen. "Im Moment sieht es nicht so aus, als könnten wir die Ziele erreichen", sagte die stellvertretende Vorsitzende Brigitte Knopf am Freitag in Berlin bei der Vorstellung eines Gutachtens zum Stand der deutschen Klimapolitik. Knopf warnte:

Mit einem "Weiter so" werden wir die Klimaziele für das Jahr 2030 definitiv nicht erreichen.
Brigitte Knopf, Expertenrat

Die Bundesrepublik will ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 65 Prozent senken im Vergleich zum Jahr 1990.

Am 6. November beginnt die Weltklimakonferenz COP 27 in Scharm El-Scheich. Das Klimaziel von 1,5 Grad wurde längst formuliert - aber ist noch zu schaffen, was 2015 in Paris beschlossen wurde?

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Weltklimakonferenz in Scharm el Scheich

Zwei Tage vor dem Beginn der nächsten Weltklimakonferenz im ägyptischen Scharm el Scheich übergab der Expertenrat für Klimafragen seinen Bericht zum Stand der deutschen Klimapolitik an Regierung und Bundesrat. Das unabhängige Gremium aus fünf Sachverständigen veröffentlichte dieses im Klimaschutzgesetz festgeschriebene sogenannte Zweijahresgutachten erstmals, weitere Gutachten folgen dann im Rhythmus von zwei Jahren.

Ratsmitglied Thomas Heimer erklärte mit Blick auf den deutschen Ausstoß an Treibhausgasen:

Die jährlich erzielte Minderungsmenge müsste sich im Vergleich zur historischen Entwicklung der letzten zehn Jahre mehr als verdoppeln.
Thomas Heimer, Expertenrat

Im Industriesektor sei "etwa eine zehnfache und beim Verkehr sogar eine 14-fache Erhöhung der durchschnittlichen Minderungsmenge pro Jahr" notwendig.

Archiv: Windräder in Niedersachsen am 23.10.2019

Vor Weltklimakonferenz - Experten: Klimaschutz geht zu langsam 

Es tut sich zwar was beim Klimawandel, doch die Klimaziele sind noch immer in weiter Entfernung. Vor der Weltklimakonferenz mahnen IEA und UN schnelle Veränderungen an.

Eines der zentralen Probleme sieht der Expertenrat darin, dass die Effekte emissionsmindernder Technik durch Wohlstandszuwachs und Wirtschaftswachstum aufgefressen werden. So machten größere Wohnungen, immer mehr Autos und Verkehr die Effizienzgewinne beim Energieverbrauch durch neue Heizungen, Dämmung oder E-Autos zunichte.

Sofortprogramm von Wissing als völlig unzureichend zurückgewiesen

Der unabhängige Expertenrat für Klimafragen, dem fünf Sachverständige angehören, prüft jährlich, ob die Reduktionsziele des Bundes erreicht wurden. Er wurde im Rahmen des Bundes-Klimaschutzgesetzes berufen und legt seine Berichte der Regierung und dem Bundestag vor. Die Prüfungen auf Basis von Daten des Bundesumweltamts umfassen sieben Sektoren, darunter Energiewirtschaft, Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft und Industrie.

Zuletzt hatte der ERK das Sofortprogramm von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) zur Einsparung von Treibhausgasen als völlig unzureichend zurückgewiesen.

Weltkarte mit dem CO2-Ausstoß der Länder vor einer Windkraftanlage und einem Kohlekraftwerk
Grafiken

ZDFheute-KlimaRadar - Daten zum Klimawandel im Überblick 

Wie hat sich das Klima bereits verändert? Wie viel CO2 haben die Länder seit 1990 eingespart? Die wichtigsten Zahlen im KlimaRadar von ZDFheute.

von Michael Hörz, Moritz Zajonz
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