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Klima-Bewegung nach der Wahl - "Der Aufstand hat gerade erst begonnen"

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Zehntausende waren auf der Straße. Im Wahlergebnis hat sich der Protest der Klima-Aktivisten aber weniger niedergeschlagen, als von ihnen erhofft. Ans Aufhören denken sie nicht.

Zentraler Klimastreik von Fridays for Future in Frankfurt.
Zentraler Klimastreik von Fridays for Future in Frankfurt.
Quelle: Arne Dedert/dpa

Nach der Wahl ist vor der Wahl, heißt es für die Klima-Aktivisten. Ihren Protest wollen sie in den nächsten Wochen fortführen - ganz gleich, welche Farben die künftige Regierungskoalition hat. Schon im Oktober will Fridays for Future wieder weltweit mobilisieren - ein auffällig früher Zeitpunkt für den nächsten globalen Streik.

Fridays for Future will am Ball bleiben

Erst am vergangenen Freitag - nur zwei Tage vor der Bundestagswahl - waren Zehntausende in ganz Deutschland und weltweit fürs Klima auf der Straße gewesen. Doch was blieb hängen? Und wie geht es jetzt weiter? Die Ankündigung neuer Streiks wirkt fast so, als habe es die Bundestagswahl nie gegeben. Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer sagt:

Wir werden nicht aufhören, das Handeln der Regierung am Pariser Klimaabkommen zu messen, egal ob Jamaika, GroKo oder Ampel-Koalition.
Luisa Neubauer, Klima-Aktivistin

Weiter betonte die Aktivistin, dass sie eine erneut unionsgeführte Regierung "lächerlich" finde. Das Wahlergebnis ihrer eigenen Partei, der Grünen, wolle sie aber nicht weiter bewerten. "Unseren Erfolg als Bewegung messen wir nicht am Grünen-Wahlergebnis. Es geht schließlich darum, dass ein parteiübergreifender Konsens für 1,5 Grad entsteht", sagt Neubauer.

Wird der Klima-Streik radikaler?

Doch wie radikal darf es eigentlich auf der Straße sein? Fridays for Future kündigt für den 22. Oktober, anders als sonst, auch Aktionen "zivilen Ungehorsams" an. Was genau damit gemeint ist, lässt die Organisation auf Nachfrage zunächst offen. In den vergangenen Wochen hatte eine radikale Form des Protests für Schlagzeilen gesorgt.

Die Aktivisten, die in Berlin bis zu vier Wochen lang im Hungerstreik waren, schrieben in ihrer Abschlusserklärung:

Der Aufstand hat gerade erst begonnen!
Hungerstreikende vor den Wahlen

Einen Tag vor der Bundestagswahl verweigerten zwei junge Leute mehrere Stunden lang die Flüssigkeit und trotzten dem SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz schließlich die Zusage für ein öffentliches Gespräch über den Klimanotstand ab. Der Hungerstreik war damit vorbei, der Frust der Aktivisten aber keineswegs.

Für viele Klima das Thema der Wahl

Für sie - aber auch für Zehntausende, die am vergangenen Freitag zu den Demos gingen - war Klimaschutz das beherrschende, vielleicht sogar das einzige Thema der Wahl. Doch die Grünen, die sich das Thema prominent vorgenommen haben, schnitten mit 14,8 Prozent der Stimmen weit schwächer ab als gedacht.

Die Klimaaktivisten Lea Bonasera und Henning Jeschke.
Die Klimaaktivisten Lea Bonasera und Henning Jeschke.
Quelle: Jörg Carstensen/dpa

"Mit den Wahlergebnissen bin ich nicht zufrieden", schreibt die 24-jährige Lea Bonasera auf Twitter - sie hatte zusammen mit dem 21-jährigen Henning Jeschke am Samstag sieben Stunden lang den "Durststreik" durchgezogen. Jeschke kam danach für mehrere Tage mit Herzproblemen ins Krankenhaus. Bonasera zog folgende Bilanz:

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Von Widerstand ist bei Teilnehmern des Hungerstreiks jetzt häufig die Rede. Einige hantieren mit Vokabeln wie "Verrat" oder "Mord an der jungen Generation". "Wir haben nochmal gesehen, dass uns Petitionen nicht mehr weiterbringen", sagt die Sprecherin des am Samstag abgebrochenen "Durststreiks", Carla Hinrichs.

Gespannter Blick auf Sondierungen

Ob die Politik jetzt nach der Wahl fähig sein wird, auch die Hardliner wieder abzuholen, hängt auch vom Ergebnis der Koalitionsgespräche ab. Grüne und FDP werden als mögliche Regierungspartner auch darüber sondieren müssen, wie genau sie Deutschland bis 2045 klimaneutral machen wollen, ohne den sozialen Frieden zu gefährden.

Der klimapolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Lukas Köhler, sieht Kompromissmöglichkeiten. "Der große Vorteil ist, dass wir mit den Grünen natürlich die großen Ziele teilen. Für beide ist klar: Wir müssen das 1,5-Grad-Ziel einhalten", sagt Köhler.

Klar ist aber jetzt schon: Die Aktivisten werden nicht auf zähe Verhandlungsprozesse warten. In den vergangenen 40 Jahren habe "jede Koalition" bereits ihre Chance gehabt, sagt Klima-Aktivistin Neubauer.

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