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UN-Konferenz in Großbritannien : Gipfel-Gastgeber: Große Klimapläne mit Tücken

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Großbritannien präsentiert sich im Kampf gegen die Klimakrise als Pionier. Mit Blick auf den UN-Gipfel, der am Wochenende in Glasgow startet, zeigt sich Premier Johnson besorgt.

Delegierte aus mehr als 190 Ländern kommen vom 31. Oktober bis 12. November zum Weltklimagipfel im schottischen Glasgow zusammen.

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Das Wasser steht Nordengländern und Schotten buchstäblich bis zum Hals. Flüsse treten über die Ufer, Bahnstrecken sind gesperrt. Kurz vor Beginn der Klimakonferenz scheint der Wettergott eine kleine Erinnerung daran zu senden, wie wichtig es ist, was in den zwei kommenden Wochen in Glasgow verhandelt wird.

Mit einem Jahr Verspätung findet in Schottlands größter Stadt der UN-Klimagipfel statt, 25.000 Teilnehmer aus rund 200 Staaten werden erwartet und das während die Covid-Zahlen in Großbritannien mal wieder auf einen neuen Höhepunkt zulaufen. Doch das Klima, da sind sich die meisten einig, wird die Welt länger und tiefgreifender bedrohen als die Pandemie.

Das Risiko, dass so viele Menschen aufeinander treffen, ist es wert, denn es geht darum, einen gemeinsamen Plan zu finden, die Erwärmung der Erde auf unter 1,5 Grad zu beschränken. Ein Grad wärmer ist es seit der Industrialisierung schon geworden, sehr viel mehr darf es nicht sein, sonst werden die Folgen des Klimawandels exponentiell dramatischer.

Extrem-Wetterlagen schärfen Bewusstsein

Selbst der sonst unverwüstlich optimistische Boris Johnson gibt zu, dass ihm der Gipfel Kopfschmerzen bereite. Bei einer Pressekonferenz mit Kindern sagte er:

Ich habe Angst, dass wir die nötigen Vereinbarungen nicht erzielen, dass der Gipfel schief gehen könnte.
Boris Johnson, Premierminister Großbritannien
Ein Mädchen spielt mit Sand während einer Protestaktion des Cornwall Climate Youth Alliance in Partnerschaft mit Fridays for Future und Climate Live am Gyllyngvase Beach in Falmouth am Rande des G7-Gipfels in Cornwall am 11.06.2021

Junge Menschen zur Klimakrise - 75 Prozent: "Die Zukunft ist beängstigend" 

Zukunftsangst und verminderter Kinderwunsch: Junge Menschen sorgen sich über die Klimakrise - mit psychischen Folgen. Das zeigt eine internationale wissenschaftliche Studie.

von Katharina Schuster

Großbritannien gibt sich als Pionier im Klimaschutz

Dabei gibt sich Großbritannien als Pionier im Kampf gegen den Klimawandel. Das Land hat seine Emissionen im Verhältnis zu 1992 um 40 Prozent reduziert und strebt CO2-Neutralität im Jahr 2050 an. Die soll vor allem von der Wirtschaft geleistet werden. Bis 2030 rechnet man mit mehr als 100 Milliarden Euro Investitionen in grünes Wachstum. 440.000 neue Jobs sollen geschaffen werden.

Doch viele der großen Pläne haben ihre Tücken. Großbritannien ist aus dem Kohlebergbau ausgestiegen, hat aber seine Minen nicht gut versiegelt, so dass aus ihnen immer noch CO2 austritt. Es gibt ein Konzept, das den Austausch alter Gasboiler gegen Luftwärmepumpen subventioniert, doch mehr als 90.000 Pumpen können pro Jahr nicht getauscht werden.

Allerdings gibt es 25 Millionen alte Gasboiler, die etwa 15 Prozent der britischen Emissionen ausmachen.

Der Klimaforscher Prof. Ottmar Edenhofer hat an den am Wochenende beginnenden UN-Klimagipfel in Glasgow gedämpfte Erwartungen.

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Extinction Rebellion treibt Klimaschutz voran

Teil des Problems ist die Bausubstanz, mit die älteste in Europa. Einfach verglaste Fenster sind hier noch die Norm, sehr viel Wärme entweicht aus den insgesamt 30 Millionen schlecht isolierten Häusern. Hier setzt Insulate Britain an, eine Gruppierung, die aus Extinction Rebellion entstanden ist.

Mit radikalen Autobahnblockaden haben sie in den vergangenen Wochen Schlagzeilen gemacht. Sie fordern, alle Sozialwohnungen sollen bis 2025 neu isoliert werden, um die Bewohner vor hohen Energiekosten zu schützen, nicht frieren zu lassen und gleichzeitig Emissionen zu senken.

Großbritannien will Verkauf von Elektroautos fördern

Nach 2030 will Großbritannien den Verkauf fossil betriebener Autos komplett gestoppt haben. Manche Umweltschützer kritisieren, dass die Investitionen zugunsten von Elektrofahrzeugen besser in öffentlichen Verkehr gesteckt würden. Greenpeace beobachtet das britische Treiben dennoch mit Sympathie.

Ihre Klimaexpertin Lisa Göldner begrüßt, dass Großbritannien früh vorangegangen ist und seine Klimaziele angehoben hat. Auch die konkreten Zusagen zum Ausstieg aus der Kohle und zum Ende des Verbrennungsmotors, zu denen Großbritannien andere Länder bei der Klimakonferenz motivieren will, seien richtungsweisend.

Archiv: Ein Strommast am 13.06.2021
FAQ

Energiewende - Woher unser Strom kommt – jetzt und künftig 

Um die Erderwärmung zu bremsen, muss die Strom-Produktion auf klimafreundlich umgekrempelt werden. Aber woher kommt unser Strom eigentlich? Und wie sicher ist die Versorgung?

von Mark Hugo

Hoffnung auf UN-Klimagipfel in Glasgow

COP26 ist der erste große Gipfel nach der Pandemie, und die größte Zusammenkunft von Regierungschefs und Delegierten seit dem Brexit. Boris Johnson will sein Global Britain präsentieren als einen Vorreiter des Klimaschutzes und als eine Nation, die die Welt zum Besseren bewegt.

Dass Xi Jinping, Präsident des größten CO2-Produzenten der Welt nicht kommt, auch Wladimir Putin den Gipfel nicht ernst genug nimmt, um anzureisen und Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro sich lieber die Ehrenbürgerwürde eines italienischen Dorfes verleihen lässt als gegen einen Klimawandel zu arbeiten, an den er so recht nicht glauben will, sind da keine guten Omen.

Viele Menschen in aller Welt aber blicken dieser Tage voller Sorge und Hoffnung auf Glasgow.

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Der Klimawandel zählt zu den Herausforderungen unserer Zeit. Wo liegen Ursachen? Was sind die Folgen der Erderwärmung? Und: Was kann jeder Einzelne zum Klima...

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