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Bolsonaro: Die Axt im Regenwald

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Roden im Corona-Schatten - Bolsonaro: Die Axt im Regenwald

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So groß wie England: Diese Fläche Amazonaswald haben Landräuber seit 1997 illegal besetzt. Mit fatalen Folgen. Umweltschützer geben Brasiliens Regierung eine Mitschuld.

ein Baumstumpf steht auf einem abgebrannten Feld
Greenpeace wirft Brasliens Präsident Bolsonaro vor, die Corona-Krise auszunutzen. Er treibe die Zerstörung im Amazonas währenddessen unbehelligt voran.
Quelle: dpa

Landräuber haben riesige Flächen des Amazonas-Regenwaldes illegal als ihren Privatbesitz deklariert. Das geht aus einer Studie des Amazonas-Instituts Ipam und der Uni des Bundesstaates Pará hervor. Demnach wurden zwischen 1997 und 2018 116.000 Quadratkilometer öffentlichen Waldes unrechtmäßig besetzt - das entspricht in etwa der Größe Englands.

Die brasilianische Regierung will die Corona-Krise ausnutzen, um die Abholzung voranzutreiben.

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Eigentlich müsste Brasilien in Amazonien rund 500.000 Quadratkilometer nicht zweckgebundenen Staatswald besitzen. Er wird weder Indigenen zugesprochen noch in Naturschutzgebiete verwandelt. Doch diese Flächen zu rauben, ist recht einfach: Es genügt eine notarielle Beglaubigung mit den Geodaten des Grenzverlaufs.

Die Rechtmäßigkeit des Besitzes muss zwar von den Behörden überprüft werden. Das zieht sich aber oft über Jahre. Besitztitel sind dann häufig schon weiterverkauft. Auf diese Weise ist Brasilien fast ein Viertel seines Staatswaldes abhanden gekommen.

Wegen illegaler Brandrodungen brannte vergangenes Jahr der brasilianische Regenwald. Jetzt schlagen Umweltschützer und Menschenrechtsvertreter erneut Alarm: Im Schatten der Corona-Pandemie hat die Abholzung wieder stark zugenommen.

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Massiver Landraub im Amazonas-Regenwald

Haben die Landräuber erst einmal die Kontrolle, regieren die Kettensägen im Urwald. Und dann fressen sich Brände durch den Amazonas. Alles, um vorzutäuschen, dass es sich um landwirtschaftlich genutzte Flächen handelt und um Platz für Weiden und Rinder zu schaffen. Naturschützer erheben schwere Vorwürfe gegen Jair Bolsonaro, den brasilianischen Präsidenten.

Der Amazonas schwindet – auch aufgrund der Politik des brasilianischen Präsidenten Bolsonaro. Die Zerstörung könnte ein Ausmaß erreichen, das nicht mehr aufzuhalten ist, warnt der WWF.

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Bolsonaro, hatte im Dezember ein Gesetzesprojekt eingebracht, das auch "Landraub"-Gesetz genannt wird. Im Falle einer Verabschiedung würde die Abholzung von öffentlichem Land vor 2018 nachträglich legalisiert werden. Laut Immo Fischer vom WWF verletzt Bolsonaros "Zerstörungswut am Amazonas die ureigenen Interessen der Brasilianerinnen und Brasilianer", denn schon jetzt seien die Auswirkungen durch katastrophale Dürren in brasilianischen Gebieten wie Sao Paolo spürbar.

Klimakrise im Vergleich zu Corona: "Die ganz große Menschheitsaufgabe"

Zugleich betont Fischer die globale Bedeutung des Amazonas-Regenwaldes für die Bekämpfung des Klimawandels. Dieser sei im Vergleich zur Corona-Krise "die ganz große Menschheitsaufgabe". Denn bei ihr gebe es "die begründete Hoffnung, dass sie mit einer Impfung überwunden werden kann - vielleicht sogar relativ kurzfristig." Bei der Klimakrise wisse man, dass sie uns wahrscheinlich noch Jahrzehnte begleiten wird.

Vor diesem Hintergrund warnt auch Jannis Stoppel von Greenpeace: Auf der einen Seite tue Bolsonaro so, als gebe es die Corona-Krise nicht. Auf der anderen Seite versuche seine Regierung die Corona-Krise auszunutzen, um die Zerstörung im Amazonas unbehelligt voranzutreiben. Noch habe man aber die Wahl, die Klimakrise zu bekämpfen.

Schnelles Handeln etwa im Kohleausstieg sei angesagt, um im Klimaschutz etwas zu bewirken, mahnt Greenpeace. Auch Regenwälder tragen zum Klimaschutz bei.

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Finanzinvestoren drohen Bolsonaro wegen Abholzung

Ein bisschen Hoffnung, auf ein Einlenken Bolsonaros gibt es: Brasiliens Regierung hat jüngst versprochen, die Zerstörung des Amazonaswaldes zu bekämpfen - auf Druck von Investoren: Am Montag hatten 29 europäische Investmentfirmen gedroht, Gelder aus brasilianischen Unternehmen und Staatsanleihen abzuziehen, sollte die Zerstörung weitergehen.

Allerdings sei Bolsonaros Regierung nicht allzu besorgt, glauben viele Experten. Sie halte die Drohungen für eher politischer Natur und fürchte keine langfristigen ökonomischen Konsequenzen.

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