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ExtremWetterKongress - Klimapolitik "in Trippelschritten"

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Stürme, Fluten und Hitze nehmen zu - so das Fazit des ExtremWetterKongresses. In der Politik sei das zwar angekommen, sagen Experten. Dennoch bewege die sich in Trippelschritten.

Zerstörte Gehwege an der Erft
Zerstörte Gehwege nach der Überschwemmung an der Erft
Quelle: dpa

Die Menschheit verlasse gerade "ihren klimatischen Wohlfühlbereich", warnt Prof. Mojib Latif vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Hitzewellen in Nordamerika und am Mittelmeer, Waldbrände, "wie sie es noch nie gegeben hat", und zuletzt die Flut in Deutschland hätten das in den letzten Monaten deutlich gezeigt.

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Alarmzeichen wie diese und Daten, nach denen Extreme heftiger und häufiger auftreten, waren die Themen in Hamburg auf dem Kongress. Und auch darüber, dass sich die Infrastruktur in Deutschland schnell darauf einstellen muss, waren sich die Expertinnen und Experten einig.

Wir müssen endlich Strategien entwickeln, uns an das anzupassen, was an Erwärmung schon da ist und was noch kommen wird.
Prof. Mojib Latif

Klimaschutz eine "Schicksalsfrage"

Vor allem die Häufigkeit und Intensität von Starkregen werde exponentiell zunehmen, erklärte Latif. Und:

Deswegen müssen wir das Undenkbare denken. Sonst werden wir immer wieder überrascht werden.
Prof. Mojib Latif

Das sei zwar eigentlich in Politik und Wirtschaft längst angekommen, so der Klimaforscher. "Das Problem ist aber nur, dass man sich nicht bewegt."

Der Grund: Es fehle bei dieser "Schicksalsfrage der Menschheit" in der Politik an Konsens, glaubt Latif. Immer wieder bekomme er zu hören, es gebe für ambitionierte Klimaschutzmaßnamen keine Mehrheiten. Gegenparteien würden aus Prinzip Vorschläge zerreden.

Und am Ende haben sie dann immer nur den Minimalkonsens. Und deswegen gehen sie nur mit Trippelschritten voran.

Noch nicht bereit für die Tranformation

Teil des Problems sei auch die Angst vor den Wählerinnen und Wähler, vermutet Latif. In Umfragen seien zwar die meisten Menschen für mehr Klimaschutz, sie selbst wollten für sich aber lieber keine Änderungen. "Man kann auf die Politik schimpfen. Aber ich glaube auch: Die Gesellschaft insgesamt scheint noch nicht bereit zu sein für die Transformation", so der Wissenschaftler. "Sie hören es ja jetzt auch im Wahlkampf, dass sich keiner so richtig traut."

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Handeln sei dabei in der Politik auch aus wirtschaftlicher Sicht geboten. Darauf drängt zum Abschluss des ExtremWetterKongresses Prof. Claudia Kemfert vom Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW):

Es ist ja so, dass der Klimawandel durch die Zunahme von extremen Wetterereignissen immer weiter steigende volkswirtschaftliche Kosten verursacht.
Prof. Claudia Kemfert

Kemfert: Klimaschutz spart

In Deutschland hätten allein die jüngsten Überflutungen einen Schaden von etwa 30 Milliarden Euro verursacht. "Klimaschutz ist Katastrophenschutz und jeder Euro, den wir jetzt investieren, spart 15 Euro Klimaschäden ein", rechnet die Ökonomin vor. Ihre Forderung: "Fossile Finanzströme", also solche, die klimaschädliche Projekte unterstützen, müssten transparent gemacht werden.

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Außerdem: "Was wir jetzt brauchen ist ein Modernisierungs-Booster für mehr Klimaschutz. Wir brauchen Erneuerbare Energien statt Kohle, Öl und Gas." Ein "Erkenntnisproblem“ gebe es in Deutschland dabei nicht, meint auch Kemfert. „Wir haben eher ein Umsetzungsproblem."

Mark Hugo ist Redakteur in der ZDF-Umweltredaktion

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