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Neuer Klimaschutz-Index - Deutschland besser, doch Umsetzung "schwach"

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Noch reicht es nicht für die Ziele von Paris. Und doch: Es geht voran, so das Kernergebnis des neuen Klimaschutz-Index. Auch Deutschland verbessert sich deutlich.

Die ersten drei Ränge wurden nicht vergeben mit der Begründung, dass kein Land auf dem Weg sei die Klimaziele von Paris zu erreichen. Direkt dahinter sind skandinavische Länder.

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Es hat Tradition auf den Weltklimakonferenzen: Zum Start in die heiße Phase der Verhandlungen wurde auch diesmal in Glasgow der Klimaschutz-Index vorgelegt. Auch wenn - ebenfalls traditionell - die ersten drei Plätze mahnend frei bleiben, stimmt er diesmal optimistischer: Er zeige, "dass das Wettrennen zu Null Treibhausgasemissionen begonnen hat", sagt Niklas Höhne vom NewClimate Institute, einer der Autoren.

Verschärfte Klimaziele, aber Ausbau Erneuerbarer Energien stockt

Allerdings: "Ob Deutschland da zur Spitzengruppe vorstoßen kann, muss sich noch zeigen." Immerhin: Platz 13 unter den 61 Ländern mit dem größten Treibhausgas-Ausstoß. Das ist sechs Plätze besser als vor einem Jahr und damit so gut wie seit acht Jahren nicht mehr. Der Grund sind gute Trends bei den Emissionen vor der Corona-Pandemie und die verschärften Klimaziele.

Auf die Frage, wie Deutschland seine Klimaziele tatsächlich erreichen will, hat die Politik allerdings noch keine ausreichenden Antworten gegeben.
Mitautor Jan Burck, Germanwatch

Denn noch immer stocke der Ausbau der Erneuerbaren Energien und auch im Verkehrssektor gehe der Umbau nicht voran. Und dass aktuell der Ausstoß von Treibhausgasen wieder nach oben schnelle, mache es nicht unbedingt einfacher. Eine "Feuerprobe für die neue Bundesregierung", so Burck. Co-Autorin Thea Uhlich von Germanwatch fordert "ernsthafte Fortschritte in allen Sektoren. Dazu gehört der Kohleausstieg bis 2030, ein Turbo für den Ausbau der Erneuerbaren Energien und dringend Emissionssenkungen endlich auch im Verkehrsbereich."

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Die Spitzengruppe ist diesmal eine rein skandinavische: Dänemark, Schweden und Norwegen führen das Feld an - vor dem Vereinigten Königreich, Marokko und Chile. Sie alle schneiden besonders bei der Umstellung auf grünen Strom gut ab.

Norwegen: Keine Erschließung von Öl- und Gasfeldern mehr?

Dänemark will seine Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 70 Prozent im Vergleich zu 1990 senken (Deutschland: 65 Prozent). "Wir stehen am Anfang des Jahrzehnts, in dem es vor allem um die Umsetzung der gesetzten Klimaziele geht", so Höhne. Die Spitzenländer "machen da vieles besser als der Rest der Welt."

Kohlendioxid ist ganz natürlich in der Atmosphäre vorhanden, wird aber von der Natur wieder aufgenommen. Der Mensch stört diesen Kreislauf durch zusätzliche CO2-Emissionen, wie gefährlich das ist, erklärt ZDF-Meteorologe Özden Terli im Video:

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Und ein Spitzenland habe sogar das Zeug dazu, Index-Geschichte zu schreiben. "Wenn Norwegen seine Erschließung von Öl- und Gasfeldern in der Arktis einstellen sollte, könnte das Land als erstes überhaupt einen der ersten drei Plätze in der Gesamtwertung des Index belegen", so Burck. "Dann wäre es wahrscheinlich auf einem tatsächlich Paris-kompatiblen Pfad." [Was die mögliche Ampel-Koalition in punkto Klimaschutz plant.]

Kasachstan setzt auf Kohle und wenig auf Wind- und Solarenergie

Die Länder im tiefroten Bereich der Kategorie "sehr niedrige Ambitionen" haben dagegen noch einen sehr weiten Weg vor sich. Die Schlusslichter sind Iran, Saudi-Arabien und Kasachstan, das noch immer die Kohleenergie stark subventioniere, dabei aber wenig Ambitionen beim Ausbau von Wind- und Solarenergie zeige.

Aber auch Kohle-Exporteur Australien ist mit Platz 58 (vorher: 54) nicht weit davon entfernt. Die Regierung dort hält ebenso an der Förderung fossiler Energien fest und hat – anders als vom Pariser Abkommen gefordert – seine Klimaziele nicht verschärft.  Auch tiefrot übrigens sind die EU-Staaten Bulgarien, Ungarn, Polen, Rumänien und Tschechien. [Unsere neue Terra X - Wissens-Kolumne: Grillt uns die Klimakatastrophe?]

Zweitgrößter Treibhausgas-Verursacher USA sechs Plätze besser

Ebenso wie die USA, die sich als weltweit zweitgrößter Treibhausgas-Verursacher aber immerhin vom letzten Platz um sechs Ränge steigern konnten.

Die Verbesserung im Index ist bisher ausschließlich auf die deutlich bessere Politikbewertung und das neue Klimaziel für 2030 zurückzuführen.
Prof. Niklas Höhne, NewClimate Institute

Das sei aber noch unzureichend und es sei außerdem fraglich, inwieweit US-Präsident Biden seine Klimapolitik im Kongress durchsetzen werden kann. "Es wird sich in den kommenden Jahren zeigen müssen, ob Bidens Politik auch tatsächlich bei Erneuerbaren, Energieeffizienz und letztlich Emissionen Früchte trägt." [Nach dem jüngsten Klimabericht war China 2020 weltweit größter CO2-Emittent.]

Mark Hugo ist Redakteur in der ZDF-Umweltredaktion

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