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Bundesverfassungsgericht : Klagen für mehr Länder-Klimaschutz erfolglos

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Im April hatten junge Kläger mit ihrer Verfassungsbeschwerde gegen das Klimaschutzgesetz teils Erfolg. Nun haben andere die Länder in die Pflicht nehmen wollen - und scheiterten.

Fridays For Future-Protest in Frankfurt
Vor allem junge Menschen sorgen sich wegen des Klimawandels.
Quelle: epa

Die inzwischen elf Klimaklagen mehrerer junger Menschen auf Landesebene haben beim Bundesverfassungsgericht keine Aussicht auf Erfolg. Die von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unterstützten Verfassungsbeschwerden gegen bestehende Klimaschutzgesetze von Bundesländern oder gegen das Fehlen solcher Gesetze scheiterten.

Gericht sieht zukünftige Freiheit nicht gefährdet

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe sah durch die Regelungen nicht zwangsläufig die Freiheit in der Zukunft eingeschränkt, wie es mitteilte. Es nahm die Verfassungsbeschwerden nicht zur Entscheidung an. (Az. 1 BvR 1565/21 u.a.)

Die jungen Kläger und Klägerinnen stammen aus Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Sie machten geltend, dass ihre zukünftige Freiheit nicht ausreichend geschützt werde. Es könnten hohe Belastungen auf sie zukommen, weil die Länder die Reduzierung von Treibhausgasen nicht gut genug geregelt hätten.

Der 20-jährige Lüke lebt auf Langeoog und befürchtet, dass der Klimawandel seine Insel bedroht. Er hat jetzt vor dem Bundesverfassungsgericht für ein besseres Klimaschutzgesetz geklagt.

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Länder verletzen Schutzpflicht nicht

Dieser Argumentation folgte das Bundesverfassungsgericht jedoch nicht. Zwar sei es möglich, sich gegen Gesetze zu wenden, deren Auswirkungen in der Zukunft unausweichlich zu Einschränkungen der Grundrechte führten - weil dann eben besonders scharfe Klimaschutzmaßnahmen notwendig würden. Eine solche "eingriffsähnliche Vorwirkung" sah das Gericht bei den angegriffenen landesrechtlichen Regelungen aber nicht.

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Das wäre nur dann der Fall, wenn die Länder selbst ein CO2-Budget hätten und - falls die Landesregelungen unzureichend wären - die Zukunft somit zwangsläufig Freiheitsbeschränkungen mit sich brächte. Da bereits auf Bundesebene ein Klimagesetz existiere, verletze das Fehlen eines solchen Gesetzes auf Landesebene die Schutzpflicht nicht, erklärte das Gericht.

Welche Folgen hat das Urteil des Verfassungsgerichtes zum Klimaschutzgesetz des Bundes?

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DUH: Bund hat Verantwortung für Klimaschutz

Zwar verpflichte das Grundgesetz auch die Länder zum Klimaschutz, und ohne eigene Maßnahmen der Länder wären die Klimaziele nicht zu erreichen. Das Grundgesetz regele aber nicht, welche Länder wann wie viele Emissionen reduzieren müssten, hieß es in dem Beschluss.

Die DUH-Geschäftsführung erklärte dazu:

Die Verfassungsrichter haben heute eindeutig klargemacht, dass der Bund die alleinige Verantwortung trägt, dass Deutschland das Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtend einhält und die Rechte künftiger Generationen schützt.
Mitteilung der Umwelthilfe (DUH)

Die Bundesregierung müsse ihr Klimaschutzgesetz deshalb sofort nachschärfen.

Andere Verfassungsbeschwerden hatten Erfolg

Ende April vergangenen Jahres hatten mehrere junge Menschen mit ihren Verfassungsbeschwerden Erfolg: In einem wegweisenden Urteil befand das Bundesverfassungsgericht das damals geltende Klimaschutzgesetz des Bundes für teilweise verfassungswidrig. Der Gesetzgeber musste nachbessern und die Fortschreibung der Emissionsminderungsziele für die Zeit nach 2030 genauer regeln.

Heißes Wetter in Thüringen
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Wie hat sich das Klima bereits verändert? Wie könnte es künftig bei Ihnen vor Ort aussehen? Die wichtigsten Zahlen im KlimaRadar von ZDFheute.

von Michael Hörz, Moritz Zajonz
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