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Klimadebatte bei Lanz - Neubauer: "Keine Zeit mehr, zu warten"

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Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer und die Gründerin der Klima-Union, Wiebke Winter, haben sich bei Markus Lanz einen heftigen Schlagabtausch zur deutschen Klimapolitik geliefert.

Über die entstandenen Schäden der Überschwemmungen und den Fortgang der Aufräumarbeiten, die Klimapolitik und die finanziellen Folgen der Hochwasser-Katastrophe

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76 min
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Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer äußerte scharfe Kritik zum Wahlprogramm von CDU und CSU: "Die Union legt im Jahr 2021 ein Wahlprogramm inmitten von diversen Katastrophen vor, das kein Plan ist, um uns vor der Klimakrise zu schützen." Die 25-Jährige weiter:

Wir haben keine Zeit mehr, auf Parteien zu warten, die sich seit 30 Jahren angesichts der Klimakrise noch immer nicht entscheiden können, ob man in der Klimakatstrophe richtig loslegen möchte oder nicht.
Luisa Neubauer

In diesem Punkt schienen sich die Mitorganisatorin der Fridays for Future Gruppierung und Wiebke Winter, die Mitgründerin der Klima-Union, jedoch einig zu sein: "Genau deswegen habe ich die Klima-Union gegründet, weil mir bewusst ist, dass wir, wenn überhaupt, nur noch 18 bis 24 Monate haben, um die richtigen Schritte einzuleiten."

Die Klima-Union plädiert für eine wirksame 1,5-Grad-Politik sowie für einen klimafreundlichen Umbau der Bundesrepublik Deutschland.

Klimaaktivistin Luisa Neubauer und Unions-Politikerin Wiebke Winter bei Markus Lanz
Klimaaktivistin Luisa Neubauer und Unions-Politikerin Wiebke Winter bei Markus Lanz
Quelle: ZDF

Neubauer: Parteiführung hinter Wählerschaft

Wiebke Winter brach aber auch eine Lanze für ihren Kanzlerkandidaten: "Ich bin davon überzeugt, dass Armin Laschet in den nächsten vier Jahren eine vernünftige Klimapolitik machen wird. Ich werde alles daran setzen, das immer wieder einzufordern."

Luisa Neubauer, die Mitglied bei den Grünen ist, suchte die Konfrontation. Was gerade passiere, sei rein parteistrategisch total absurd: "Man weiß, unter den Wählerinnen der Union sind mehrheitlich Leute dabei, die richtig guten Klimaschutz wollen. Man kommt nicht um den Eindruck umhin, dass die Parteiführung hinter ihrer eigenen Wählerschaft hinterher hängt."

Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer will ein schnelleres Handeln der Union in der Klimakrise. So sei zwar oft die Bereitschaft da, doch es würden keine Taten folgen.

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Winter: Bewegung in der Partei

Konservative Parteien könnten guten Klimaschutz machen, so Neubauer. "Aber offensichtlich gibt es gerade kein mehrheitliches Interesse in der Partei dafür", empörte sich die Aktivistin. Wiebke Winter widersprach:

Ich habe das deutliche Gefühl, dass eine immer größere Bewegung innerhalb der Partei zustande kommt. Die Klima-Union zeigt das auf.
Wiebke Winter

Sie finde es schwierig, CDU und CSU den Willen zum Klimaschutz abzusprechen.

"Es geht nicht darum, dass es keine Bereitschaft gibt", lenkte Luisa Neubauer ein. Aber: "Markus Söder stellt sich heute hin und sagt: 'Wir müssen angesichts der Katastrophe viel früher aus der Kohle raus.' Man fragt sich: Wie denn?" Letztes Jahr seien "sagenumwobene acht Windräder" in Bayern gebaut worden.

"Auf der anderen Seite ist Markus Söder für eine Solardachpflicht", konterte die Gründerin der Klimaunion am Mittwochabend bei Markus Lanz.

Jenseits der Union weitermachen?

Neubauer sparte nicht an einem weiteren Seitenhieb gegen Markus Söder: "Ich bezweifle nicht, dass es in der Union ganz, ganz viele Menschen und tendenziell viele Fast-Kanzlerkandidaten gibt, die das wollen." Die Klimaaktivistin weiter:

"Wenn es nicht dafür reicht, das ins Programm zu schreiben, wenn es nicht dafür reicht, das in der Praxis umzusetzen, und wenn es nicht dafür reicht, Deutschland in 16 Jahren Unionskanzlerschaft auf einen Pfad zu bringen, von dem wir sagen können, dass wir auf einem guten Weg sind, dann muss man sich wirklich fragen, was schief läuft und ob wir nicht besser beraten sind, jenseits der Union weiterzumachen."

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