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Das Klimajahr im Rückblick - Viel "Blablabla" und große Durchbrüche

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Es gab hoffnungsvolle Rückkehrer, einen "historischen" Pakt und große Tragödien - in kaum einem Jahr ist rund um das Klima so viel passiert wie 2021. Ein Rückblick.

UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow
Die UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow: Für manche sind die Ergebnisse dort "historisch", für andere "Blablabla".
Quelle: dpa

Das Signal im Januar ist ein starkes: Joe Biden löst den "Klima-Skeptiker" Donald Trump als US-Präsidenten ab und macht sofort den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen rückgängig. Das Land mit dem zweithöchsten Treibhausgas-Ausstoß der Welt reiht sich ein in die wachsende Zahl der Nationen, die klimaneutral werden wollen. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen die Emissionen halbiert werden.

USA beim Klimawandel wieder Ansprechpartner

Noch allerdings hat es Biden schwer, sich politisch durchzusetzen. Er bleibe bisher hinter den Erwartungen zurück, sagt Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), ZDFheute. "Aber die Welt hat jetzt in Washington wieder einen rationalen Ansprechpartner. Das allein ist schon viel wert."

In Deutschland ist es Ende April das Bundesverfassungsgericht, das den Druck mit einem beispiellosen Urteil erhöht. Die Regierung müsse ihr Klimagesetz verschärfen und konkretisieren. Wenn nicht, seien die Freiheitsrechte der jungen Generation künftig in Gefahr.

Berlin legt bis Sommer nach: Schon bis 2045 soll Deutschland nun treibhausgasneutral werden, bis 2030 soll der Ausstoß um mindestens 65 Prozent im Vergleich zu 1990 sinken.

 Rauch steigt aus einer Fabrik auf, während ein mit Autos beladener LKW eine Brücke überquert.
Grafiken

ZDFheute-KlimaRadar - Daten zum Klimawandel im Überblick 

Wie hat sich das Klima bereits verändert? Wie könnte es künftig bei Ihnen vor Ort aussehen? Die wichtigsten Zahlen im KlimaRadar von ZDFheute.

von Michael Hörz, Moritz Zajonz

Katastrophe im Ahrtal

Derweil rücken die Folgen des Klimawandels näher. Extreme Starkregenfälle richten im Westen Deutschlands verheerende Zerstörungen an. Allein in Rheinland-Pfalz sterben im Juli 133 Menschen. Die Schäden gehen in die Milliarden. Und auch anderswo auf der Welt nehmen die Katastrophen zu. Darauf weist im August der Weltklimarat so deutlich wie nie hin.

"Wetterextreme und andere Klimafolgen treffen Menschen weltweit in immer rascherer Folge", sagt dazu Ottmar Edenhofer. "Das sehen die Regierungen, und auch in der Bevölkerung wächst das Bewusstsein."

Wenn die Welt aber ihre Treibhausgase nicht schnell herunterfährt, könne das 1,5-Grad-Limit von Paris für die Erderwärmung schon in etwa 20 Jahren erreicht sein, warnt der Weltklimarat.

Physik-Nobelpreis für deutschen Klimaforscher

Das zeigen immer bessere Klimamodelle. Für sie hat Klaus Hasselmann schon in den 70ern die Grundlagen entwickelt hat. Der deutsche Klimaforscher bekommt dafür den Physik-Nobelpreis.

Dass man hier ein Problem hat, das man langfristig angehen muss, das war den Menschen etwas fremd. Und es hat etwas länger gedauert, bis die Öffentlichkeit das begriffen hat.
Klaus Hasselmann, Physik-Nobeltreisträger 2021

Im Oktober erhält der deutsche Klimaforscher Klaus Hasselmann den Physik-Nobelpreis.

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Im November dann der Weltklimagipfel im schottischen Glasgow. Nach zwei harten Verhandlungswochen bekennt sich die Welt zum schrittweisen Abschied von der Kohle. Ein Regelwerk für die Umsetzung des Klimaabkommens von Paris ist endlich festgezurrt. Und ab jetzt sollen die Länder ihre Klimaziele jährlich nachschärfen statt nur alle fünf Jahre.

"Blablabla" oder Fortschritte?

"Historisch" nennt das die damalige Bundesumweltministerin Svenja Schulze, von "Blablabla" spricht Klima-Aktivistin Greta Thunberg.

PIK-Direktor Edenhofer sieht in Glasgow "durchaus Fortschritte". Nun müssten aber schnell wirksame CO2-Preise eingeführt werden, um etwa den Kohleausstieg zu schaffen. Und es sei "deutlich geworden, dass wir zusätzlich Formate mit weniger Teilnehmern brauchen", so Edenhofer. Etwa einen Klima-Gipfel "nur aus USA, China, EU".

Blick ins Plenum der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow.
FAQ

1,5-Grad-Ziel, Kohleausstieg - Die wichtigsten Ergebnisse der Klimakonferenz 

Nach zwei Wochen intensiver Verhandlungen ist der Klimagipfel in Glasgow zu Ende gegangen. Worauf haben sich die rund 200 Teilnehmer-Länder geeinigt? Ein Überblick.

Neue Impulse könnten aus Deutschland kommen. Die Ampel-Koalition übernimmt im Dezember die Regierung und verspricht, "idealerweise" schon 2030 aus der Kohle auszusteigen. Immerhin: "In Deutschland gibt es jetzt ein Ministerium für Klima und Wirtschaft", so Edenhofer. "Das hätte man noch vor einem Jahr kaum für denkbar gehalten. Aber nun muss die Energiewende auch wirklich beschleunigt werden."

Chancen für Klimaschutz "größer denn je"

Die Chancen für den Klimaschutz seien zum Ende des Jahres 2021 "größer denn je", glaubt der Klima-Ökonom.

Es wird in der Klimapolitik heute nicht mehr über das 'Ob' diskutiert, sondern über das 'Wie'.
Ottmar Edenhofer, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)

Trotzdem sei die Zeit knapp. Denn die Erderwärmung geht weiter. Selbst wenn alle aktuellen Klimaziele weltweit umgesetzt werden, steuert sie im Vergleich zur vorindustriellen Zeit immer noch auf verheerende 2,4 Grad zu.

Mark Hugo ist Redakteur in der ZDF-Umweltredaktion.

Die neue Regierung nennt sich gerne "Klimaregierung". Doch wieviel Klimaschutz steckt wirklich in der Ampel?

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