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Klimaneutralität schon 2045 - Sind die neuen Klimaziele der Union machbar?

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Der Klimaschutz ist als Wahlkampfthema voll angekommen. CDU und CSU haben nun neue Pläne auf dem Weg zur Klimaneutralität angekündigt. Wie realistisch sind die Vorstöße?

Windkraft- und Solaranlage mit Elektrolysestation zur Erzeugung von Wasserstroff
Windkraft- und Solaranlage mit Elektrolysestation zur Erzeugung von Wasserstroff.
Quelle: ZDF/Bilderfest

Es kommt Bewegung in den deutschen Klimaschutz: Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass das Klimaschutzgesetz nochmal überarbeitet werden muss, überbieten sich Politiker. Es mangelt nicht an ambitionierten Vorstößen, wann eine Klimaneutralität erreicht werden soll und kann.

Ursprünglich war das Jahr 2050 angepeilt, um den Ausstoß der Treibhausgase in Deutschland auf Null zu bringen. CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat nun verlauten lassen, dass es doch auch früher zu schaffen sein muss. Im Gespräch war dabei 2045. Kurz darauf hat auch CSU-Chef Markus Söder stärkeren Einsatz für das Klima gefordert und Klimaneutralität schon für 2040 angekündigt, wobei er dabei nur für sein Bundesland Bayern gesprochen hat.

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Im Jahr der Bundestagswahl und einem historischen Umfrage-Hoch für die Grünen stellt sich die Frage, wie viel dieser klimapolitischen Vorstöße tatsächlich realistisch und machbar ist und was simple Wahlkampftaktik.

Welche Schritte fordern Söder und Laschet?

Bayerns Ministerpräsident will den Schritt zu Null-Emissionen schaffen, indem...

  • mit finanziellen Anreizen der Ausstieg aus der Kohlekraft beschleunigt wird.
  • die Bepreisung für das klimaschädliche Kohlendioxid (CO2) neu geregelt wird.
  • das Ende der fossilen Verbrennungsmotoren ab 2035 beschlossen wird.
  • alte Windkraftanlagen durch neue, leistungsfähigere ersetzt werden (Repowering).
  • eine Pflicht für Solaranlagen auf Dächern bei Neubauten eingeführt wird.
  • bei Neubauten möglichst mit Ziegeln und Holz gebaut wird anstatt mit Beton.

Auch Armin Laschet und die CDU wollen den CO2-Preis erhöhen, außerdem solle ...

  • die EEG-Umlage wegfallen.
  • die Stromsteuer sinken.
Windräder in Niedersachsen. Symbolbild

Nach Karlsruher Urteil - Klimaschutzgesetz: Mühsame Suche nach Konsens 

Klimaneutralität 2040, '45 oder '50 minus x? Das Klimaschutzgesetz soll reformiert werden. Möglichst schnell. Doch noch liegen die Vorstellungen darüber weit auseinander.

von Kristina Hofmann

Wie realistisch sind die früheren Klimaschutz-Ziele?

Für Frank Steffe von der Initiative Agora Energiewende ist das Ziel, bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen "politisch, technisch und wirtschaftlich absolut machbar." Agora habe dazu mit mehreren Partnern wie Prognos, dem Öko-Institut e.V. und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie Berechnungen angestellt. Sie besagen, dass durch das Erreichen des Ziels fünf Jahre früher, knapp eine Milliarde Tonnen CO2 eingespart werden können.

Man freue sich über den neuen "Wettbewerb der Ideen" im Klimaschutz, so Steffe, er bemerkt aber auch:

Ziele bringen nur etwas, wenn man sie angehen will.
Frank Steffe, Agora Energiewende

Wichtig sei, verbindliche Einsparziele für die Zeit nach 2030 festzuschreiben. Bezogen auf die bayerischen Ziele, hält Steffe eine CO2-Neutralität bis 2040 für möglich, sieht vollständige Klimaneutralität aber eher schwer erreichbar.

Welche Schritte sehen Wissenschaftler als nötig?

Die Untersuchung "Klimaneutrales Deutschland 2045" sieht fünf große Baustellen auf dem Weg zur Klimaneutralität: Landwirtschaft, Gebäude, Energiewirtschaft, Verkehr und Industrie. Zur Reduzierung würden unter anderem folgende Maßnahmen führen:

  • Es dürfen keine Verbrenner-Pkw und Plug-In-Hybride mehr zugelassen werden ab 2032.
  • Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss ab 2030 beschleunigt werden.
  • Wärmepumpen und Wärmenetze müssen schneller ausgebaut werden.
  • Eine schnellere Erhöhung des Ökolandbaus auf 25 Prozent.
  • Reduktion der Tierbestände durch mehr Milch- und Fleischersatzprodukte.
  • Erdgas müsse schneller durch Wasserstoff ersetzt werden in Verbindung mit einer höheren (grünen) Wasserstoffproduktion in Deutschland.
  • Technologien zur CO2-Abscheidung und Speicherung müssten weiter erforscht und ausgebaut werden.

Ist Wasserstoff die Energiequelle der Zukunft? Gerade für die Industrie gilt er als zentraler klimafreundlicher Brennstoff - wenn er mithilfe von Wind- und Solarstrom erzeugt wird.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Mit diesen Maßnahmen wäre nach Aussage der Wissenschaftler CO2-Neutralität bereits im Jahr 2043 und die Klimaneutralität durch Vermeidung oder Ausgleich sämtlicher Treibhausgasemissionen im Jahr 2045 möglich. Würden die Anstrengungen danach fortgesetzt, würden sogar "Netto-Negativemissionen" entstehen. Es würden der Atmosphäre also mehr Treibhausgase entzogen oder gespeichert als ausgestoßen.

Und was machen andere schon?

  • Schleswig-Holsteins Grüne wollen bis 2035 eine vollständig auf Ökostrom beruhende Stromerzeugung erreichen.
  • Die neue Koalition aus SPD, Grünen und FDP in Rheinland-Pfalz strebt ebenfalls Klimaneutralität bis spätestens 2040 an.
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