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Die prominenten Patienten der Charité

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Klinik mit Spezialauftrag - Die prominenten Patienten der Charité

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Der russische Regierungskritiker Nawalny ist nicht der erste, der nach einer möglichen Vergiftung in der Charité behandelt wird. Die Klinik ist erfahren in solch heiklen Missionen.

Charité in Berlin
Das Universitätsklinikum Charité in Berlin hat schon einige prominente Patienten aus dem Ausland behandelt.
Quelle: epa

Pussy Riot, Julia Timoschenko - prominente Patienten aus Osteuropa, die in ihrer Heimat gefährlich leben, sind an der Berliner Charité keine Seltenheit. Auch der russische Regierungskritiker Alexej Nawalny ist nun hier, weil dessen Vertraute vermuten, dass der Blogger und Aktivist in seiner Heimat mit Absicht vergiftet wurde.

Kreml-Kritiker kämpt um Leben -
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Alexej Nawalny wird in der Charité behandelt - und als "Kanzlerin-Gast" schwer bewacht. Durchaus "ein Statement" der Bundesregierung gen nach Moskau, sagt ZDF-Korrespondent Koll.

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Wenn es politisch heikel wird, können die deutsche Hauptstadt und ihre Kliniken schnell ins Spiel kommen. Bereits am Donnerstag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angeboten, dass Nawalny in deutschen Krankenhäusern behandelt werden könnte. Dass es dann oft die Charité ist, Deutschlands größte Uni-Klinik, liegt nahe: Hier gibt es 17 Medizinzentren, 100 Kliniken mit 3.000 Betten - und geballtes Expertenwissen.

Klinik mit weltweitem Renommé

Nach dem Mauerfall eroberte sich die Charité - auch in der DDR eine Institution - ihren internationalen Ruf zurück. Mit knirschenden Sparplänen und schmerzhaften Umstrukturierungen bekam die landeseigene Klinik, einer der größten Arbeitgeber Berlins, auch ihre Finanzen wieder in den Griff.

Unter den 15.500 Beschäftigten sind heute rund 4.500 Ärztinnen und Ärzte. Ein großer Schwerpunkt liegt auf der Forschung. In Corona-Zeiten erlangte zum Beispiel der Charité-Virologe Christian Drosten bundesweit Bekanntheit. Einem breiten Fernseh-Publikum in Deutschland ist die Charité auch durch historische Spielfilme ein Begriff.

Patientenvermittlung über private Initiative

Die Charité hat schon 2018 bewiesen, dass sie vergiftete Patienten aus Russland professionell versorgen kann. Auf Vermittlung der privaten sozialen Initiative Cinema for Peace kam vor zwei Jahren Pjotr Wersilow, Mitglied der russischen Polit-Punk-Gruppe Pussy Riot, in einem Ambulanz-Jet mit schweren Vergiftungserscheinungen aus Moskau nach Berlin. Der Gründer von Cinema for Peace, Jaka Bizilj, war von Wersilows Familie um Hilfe gebeten worden.

Auch für Kreml-Kritiker Nawalny hat Filmproduzent Bizilj nun die Rettungsaktion initiiert. Wer bei solchen Missionen auf politischer Ebene dann genau welche Fäden zieht, bleibt meist im Dunkeln. Dass aber Kanzleramt und Auswärtiges Amt mit im Boot sind, wird vermutet.

Pressekonferenz versus Daten- und Patientenschutz

Die Charité schweigt in der Regel schon aus Gründen des Daten- und Patientenschutzes. Am Samstag hieß es aber von der Klinik nach Nawalnys Ankunft dort, sobald Erkenntnisse vorlägen, werde auch die Öffentlichkeit informiert.

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Auch bei Wersilow gab sie vor zwei Jahren eine Pressekonferenz: Ja, es gebe eine hohe Plausibilität für eine Vergiftung, hieß es nach den Untersuchungen. Anders sei die Entwicklung der Symptome innerhalb des kurzen Zeitraums nicht zu erklären.

Nicht nur Vergiftungen werden behandelt

Charité-Ärzte hatten 2014 der ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko wegen chronischer Rücken- und Gehprobleme geholfen. Timoschenko hatte im Gefängnis mehrere Bandscheibenvorfälle erlitten. Bereits in der Ukraine behandelten aus Berlin eingereiste Charité-Ärzte sie auf ihren Wunsch.

In ihrer Heimat hatte Timoschenko eine Operation und auch jegliche Spritzen abgelehnt, weil sie den Behörden nicht traute. Nach der Therapie an der Charité ging es ihr besser. Für die Kosten kam sie übrigens selbst auf.

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