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Klöckner legt Gesetzentwurf vor - Massenhaftes Kükentöten soll verboten werden

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45 Millionen männliche Küken werden jährlich getötet - damit soll Ende kommenden Jahres Schluss sein. Ministerin Klöckner stellte einen Gesetzentwurf für ein Verbot vor.

Mit dem massenhaften Töten männlicher Küken in der Legehennenzucht in Deutschland soll Ende kommenden Jahres Schluss sein. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) will die Praxis ab dann verbieten und stellt heute einen Gesetzentwurf dazu vor. Das Ministerium verweist darauf, dass alternative Verfahren marktreif seien, um das Geschlecht im Ei zu bestimmen und männliche Küken gar nicht schlüpfen zu lassen.

Zweite Stufe ab 2024

Der Gesetzentwurf, den Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch in Berlin vorstellte, sieht noch eine zweite Stufe vor: Ab Januar 2024 müssen Methoden angewandt werden, die vor dem siebten Bruttag greifen. Denn ab dem siebten Tag empfänden Hühnerembryonen Schmerz, heißt es im Gesetzentwurf.

Noch werden 45 Millionen Küken jährlich getötet, die keine Eier legen und nicht so viel Fleisch ansetzen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte 2019 entschieden, dass die umstrittene Praxis nur noch für eine Übergangszeit zulässig ist. Klöckner sagte, das Töten sogenannter Eintagsküken sei ethisch nicht vertretbar. Deutschland sei mit dem Gesetz weltweit Vorreiter. Das sei ein "Meilenstein für den Tierschutz".

Geflügelwirtschaft will schnelles Ende

Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Praxistaugliche Verfahren zur Geschlechtsbestimmung sollten schnellstmöglich flächendeckend zum Einsatz kommen." Wichtig sei, dass die gesetzliche Regelung nicht durch den Einkauf von Eiern im Ausland unterlaufen werde.

Ich sehne den Tag herbei, an dem dieses Thema endlich Geschichte ist.
Bauernpräsident Joachim Rukwied

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft erklärte, die Branche wolle den Ausstieg aus dem Kükentöten lieber heute als morgen. "Das Gesetz darf aber nicht den Eindruck erwecken, eine kurzfristige Lösung bis Ende 2021 sei völlig unproblematisch möglich", sagte Präsident Friedrich-Otto Ripke der dpa. Im freien EU-Warenverkehr könnten zum Beispiel polnische oder niederländische Brütereien weiterhin männliche Küken am ersten Lebenstag töten und Eier hier anbieten. "Nur EU-Recht kann dieses Dilemma auflösen."

Klöckner fordert Verzicht auf Eier aus dem Ausland

In der "Rheinischen Post" forderte Klöckner die Bürger auf, künftig auch auf Eier aus dem Ausland zu verzichten, wenn die Tiere dort weiterhin geschreddet werden.

Das Töten von Eintagsküken ist ethisch nicht vertretbar. Es darf nicht sein, dass Tiere nach dem Schlüpfen sofort getötet werden, weil sie ein bestimmtes Geschlecht haben.
Bundesagrarministerin Julia Klöckner

Die Ministerin verteidigte die Übergangszeit bis Ende 2021. Ein Verbot mache nur Sinn, wenn der Branche eine Alternative zur Verfügung stehe, begründete sie.

Laut Bundesverwaltungsgericht ist das Kükentöten nur noch so lange zulässig, bis gut funktionierende alternative Verfahren zur Verfügung stehen. Das Tierschutzgesetz besagt in Paragraf 1, dass niemand einem Tier "ohne vernünftigen Grund" Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf. Die Frage war, ob wirtschaftliche Interessen der Hennenzüchter ein "vernünftiger Grund" sein können. Dazu hatten die Bundesrichter festgestellt, dass die Belange des Tierschutzes schwerer wiegen.

SPD sieht Versäumnisse

Die SPD sieht trotz des angekündigten Gesetzentwurfs Versäumnisse. Klöckner habe sich viel zu lange nicht um eine Lösung gekümmert, sagte Susanne Mittag, die Tierschutzbeauftragte der SPD im Bundestag. "Sowohl im Koalitionsvertrag als auch in einem ergänzenden Entschließungsantrag hatten wir schnellere Lösungen beschlossen."

Dadurch, dass Frau Klöckner erst den Weg der Freiwilligkeit gehen wollte, hat sie viel Zeit verschenkt.
Susanne Mittag, Tierschutzbeauftragte der SPD

SPD und Grüne fordern zudem weitere Schritte. Es brauche eine Haltungskennzeichnung für Eier auch in verarbeiteten Produkten, sagte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer. "Dort werden immer noch in großem Umfang Eier von Hühnern aus Käfighaltung eingesetzt. Wenn das dort drauf steht, werden weniger Käfigeier nachgefragt."

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