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Milliarden-Entschädigungen für Kohle-Betreiber

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Fahrplan für Kohleausstieg - Milliarden-Entschädigungen für Kohle-Betreiber

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Nach der Einigung über den Kohle-Fahrplan werden langsam die Details bekannt. Die Kraftwerksbetreiber sollen mit insgesamt 4,35 Milliarden Euro entschädigt werden.

Nach langem Streit über die Abschaltung der Kohlekraftwerke einigten sich Bundesregierung und Kohleländer auf einen genauen Fahrplan. Betreiber werden 4,35 Milliarden Euro entschädigt.

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Fast ein Jahr nach dem Bericht der Kohlekommission steht endlich ein genauer Fahrplan, bis wann und wo genau klimaschädliche Kraftwerke vom Netz gehen sollen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach an diesem Donnerstag von einer guten Einigung für den Klimaschutz.

Große Entschädigungssumme für RWE

Für das vorzeitige Abschalten von Kraftwerken bekommen Betreiber Entschädigungen von insgesamt 4,35 Milliarden Euro, wie Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte. Eine wesentliche Summe dürfte an RWE gehen. Betreiber für westdeutsche Kraftwerke bekommen laut Scholz 2,6 Milliarden Euro, Betreiber für Anlagen im Osten 1,75 Milliarden.

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Vorausgegangen war ein Spitzentreffen von Bundesregierung und den vier Kohleländern, das bis zum frühen Morgen dauerte. Die Bundesregierung und die vier Kohleländer hatten einen Durchbruch erzielt. Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sprach im ZDF von einem guten Ergebnis. Jetzt sei klar, wie es weitergehe. Der Klimaschutz bekomme einen Schub.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet: Auch der Klimaschutz bekommt einen Schub.

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Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) sagte, acht "sehr alte und dreckige" Kraftwerksblöcke sollten nun schnell vom Netz, der erste schon Ende des Jahres. "Der Kohleausstieg beginnt sofort, er ist verbindlich", sagte sie.

Datteln 4 geht ans Netz

Der Kohleausstieg beginnt sofort, er ist verbindlich.
Umweltministerin Svenja Schulze

Die Entscheidung zu einer besonders umstrittenen Anlage in Datteln aber dürfte für viel Wirbel sorgen. Denn zu dem Gesamtpaket zählt, dass das neue und umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln 4 in Nordrhein-Westfalen des Betreibers Uniper ans Netz gehen soll. Die Politik werde die Inbetriebnahme nicht verhindern, sagte Altmaier. Dies habe auch mit der komplexen Systematik von Entschädigungsleistungen zu tun. "Insofern ist über Datteln 4 gestern gar nicht viel verhandelt worden", sagte NRW-Ministerpräsident Laschet im ZDF-Morgenmagazin. Vor allem Umweltverbände hatten die Inbetriebnahme eines neuen Steinkohlekraftwerks bereits scharf kritisiert, weil es angesichts der Klimakrise ein völlig falsches Signal setze.

Das Braunkohlekraftwerk Schkopau in Sachsen-Anhalt soll bis 2034 laufen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hatte befürchtet, dass Schkopau zugunsten von Datteln früher vom Netz muss, im Gespräch war das Jahr 2026. Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg soll bis Ende 2028 vom Netz gehen.

2038 soll Kohleausstieg vollzogen sein

Deutschland soll bis spätestens 2038 aus der klimaschädlichen Stromgewinnung aus Stein- und Braunkohle aussteigen. Das hatte eine Kommission aus Politik, Wirtschaft und Klimaschützern vor einem Jahr entschieden. Die Kohleregionen sollen parallel insgesamt 40 Milliarden Euro für den Umbau ihrer Wirtschaft bekommen. Vor dem Spitzentreffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten die Ministerpräsidenten der Kohleländer Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen auf verbindliche Zusagen für die Strukturhilfen gepocht - nun wurde ihnen eine Bund-Länder-Vereinbarung bis Mai zugesagt.

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Deutschland hat sich etwas Großes vorgenommen. Ich bin sicher, dass wir das auch hinkriegen.
Bundesfinanzminister Olaf Scholz

Noch im Januar will das Bundeskabinett den Gesetzentwurf für den Kohleausstieg auf den Weg bringen. Das Gesetz soll bis Mitte des Jahres verabschiedet sein. An das Gesetz sind die Strukturhilfen gekoppelt. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte zum Kohleausstieg: "Deutschland hat sich etwas Großes vorgenommen. Ich bin sicher, dass wir das auch hinkriegen."

Schulze setzt jetzt auf alternative Energien

Schulze sprach von harten Verhandlungen. Aus ihrer Sicht haben sie zu aber lange gedauert, wie sie sagte. Sie fügte aber an: "Wir sind das erste Land, das endlich aus Atom und Kohle aussteigt." Schulze sagte, nun sei ein massiver Ausbau der Energien aus Wind und Sonne notwendig, damit dies wirklich gelinge. Das letzte Atomkraftwerk soll Ende 2022 abgeschaltet werden.

Das Gesamtpaket sieht vor, dass in den Jahren 2026 und 2029 im großen Stil überprüft werden soll, wie es mit dem Kohleausstieg läuft. Eine Frage soll dabei auch sein, ob Stilllegungs-Daten nach 2030 um je drei Jahre vorgezogen werden können - damit vielleicht doch schon 2035 komplett Schluss ist.

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