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Zeitenwende im Andenstaat : Linkspolitiker gewinnt Wahl in Kolumbien

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Erstmals gewinnt ein echter Linkspolitiker die Präsidentschaftswahlen in Kolumbien. Gustavo Petro geht nach dem historischen Sieg auf seine Gegner zu.

Mit Gustavo Petro wurde in Kolumbien erstmals ein linksorientierter Politiker in das Amt des Präsidenten gewählt. Sein Ziel ist es, die tief gespaltene Nation zu versöhnen.

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Auf der Carrera 30 in Bogota, unweit der Arena, in der das Linksbündnis "Pacto Historico" seinen Sieg feiert, geht schon am Nachmittag nichts mehr. Am Abend ist die Plaza Bolivar, der historische Platz im Zentrum der kolumbianischen Hauptstadt, trotz Regens mit tausenden Anhängern von Gustavo Petro und Francia Marquez gefüllt.

Das Duo hat einen historischen Sieg eingefahren, der ehemalige Guerillero und die Umweltaktivistin werden ab August das südamerikanische Land regieren. Das Land rückt damit erstmals spürbar nach links.

Der Linkspolitiker und Ex-Guerillero Gustavo Petro wird neuer Präsident in Kolumbien. Der ehemalige Bürgermeister von Bogotá gewann am Sonntag die Stichwahl um das Präsidentenamt.

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Friedlicher Machtwechsel an der Urne

Petro holte 50,4 Prozent, sein parteiloser Rivale Rodolfo Hernandez kam auf 47,3 Prozent. Der unterlegene Hernandez räumte umgehend seine Niederlage ein und gratulierte Petro - ein starker Moment für die Demokratie, nachdem beide zuvor immer wieder Zweifel am Wahlsystem gestreut hatten.

Die Aufgaben wie auch die Hoffnungen, die auf Petros Schultern lasten, sind groß. Im Land werden wöchentlich Sozialaktivisten von rechtsextremen Paramilitärs oder linksextremen Guerillagruppen ermordet. Rund 19 Millionen Menschen gelten in dem 51-Millionen-Einwohner-Land als arm, die organisierte Kriminalität hat den illegalen Bergbau und den Drogenhandel fest im Griff.

Petro steht nun vor der Aufgabe, die nach dem Wahlkampf extrem polarisierte Gesellschaft wieder zu vereinen und seinen Kritikern einen offenen Dialog anzubieten.
Stefan Reith, Konrad-Adenauer-Stiftung in Bogota

"Ohne Mehrheit im Kongress muss Petro tragfähige Kompromisse schmieden, um die zentralen Herausforderungen Kolumbiens anzugehen", sagt Stefan Reith von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Bogota am Abend im Gespräch mit ZDFheute weiter.

Petro geht auf seine Kritiker zu

In seiner ersten Rede am Abend schlug Petro erstmals versöhnliche Töne an. Er richtete sich vor allem an jene Teile der Bevölkerung, die Angst vor einem Abrutschen in eine sozialistische Autokratie haben. Es werde in seiner Regierung keine politische oder juristische Verfolgung geben, die Türe des Präsidentenpalasten werde für die Oppositionsführer immer offenstehen, um über die Probleme des Landes zu diskutieren, sagte Petro.

Auch für die Wirtschaft hat der Sozialist eine Botschaft: Es gelte, den Kapitalismus weiterzuentwickeln, ihn sozial gerechter und effizienter für die Gesellschaft zu machen, Arbeitsplätze zu schaffen. Nun sei es Zeit für einen Wandel: "Ab heute verändert sich Kolumbien", sagt Petro.

Die Teilnehmer des Amerika-Gipfels haben sich auf einen Migrationspakt geeinigt. Demnach sollen sich die Länder Nord- und Südamerikas bei der Flüchtlingspolitik besser abstimmen.

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Große Erwartungen an Vizepräsidentin

Die künftige Vizepräsidentin Francia Marquez hob die Bedeutung des Sieges für die ärmeren Bevölkerungsschichten hervor. Nach 214 Jahren gäbe es nun erstmals eine Regierung des Volkes, "eine Regierung der Niemande", sagte Marquez.

Sie ist Trägerin des renommierten Goldmann-Umweltschutzpreises und gilt als Stimme der von Armut und Gewalt besonders betroffenen Pazifikküste. Hier werfen die Menschen den letzten Regierung vor, die Region praktisch alleine ihrem Schicksal überlassen zu haben. Entsprechend hoch waren dort die Zustimmungsraten für einen Politikwechsel.

Neue außenpolitische Rolle

Petro regte einen neuen lateinamerikanischen Dialog an, ohne dass Völker ausgeschlossen werden sollten. Er spielte damit auch auf die Nichteinladung der drei Linksautokratien Kuba, Venezuela und Nicaragua zum jüngsten Amerika-Gipfel in den USA an. Besonders zum Nachbarn Venezuela gibt es eine besondere Beziehung, zwei Millionen Flüchtlinge leben in Kolumbien.

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro gratulierte am Abend Petro. "Das Ziel der beiden Länder muss die Kooperation und Solidarität sein", sagt er.

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