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Kommentar

Steinmeier will zweite Amtszeit : Gewagtes Manöver oder mutige Bewerbung?

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Mit seiner Ankündigung, eine zweite Amtszeit anzustreben, überrascht Bundespräsident Steinmeier viele. Sie könnte auch ein Vorbote sein für eine oft vergessene Option.

Er hat es geschafft, alle zu überraschen, mit einer im Berliner Politikbetrieb sehr ungewöhnlichen Aktion. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bringt sich selber ins Gespräch für eine zweite Amtszeit und gibt seine Bewerbung offiziell bekannt. 

Vorgehen Steinmeiers überrascht  

Er habe alle Parteivorsitzenden informiert, bis auf die AfD, sagte Steinmeier in seinem Pressestatement. Weitere Absprachen habe es nicht gegeben.

Auch das sehr ungewöhnlich - und nicht wirklich glaubwürdig. Denn normalerweise wird die Besetzung des protokollarisch höchsten Amtes in der Bundesrepublik in Hinterzimmern, oft im Zusammenhang mit Koalitionsgesprächen ausgekungelt. Das Amt gehört quasi zur Verhandlungsmasse.

Steinmeier und seine Fürsprecher

Frank-Walter Steinmeier ist zu lange im Geschäft, war an zu vielen Schalthebeln der Macht tätig, als dass er ohne irgendwelche Zusagen das Risiko eingehen würde, dann doch nicht gewählt zu werden. Und so gab es bereits öffentliche Fürsprecher für ihn, FDP-Chef Christian Lindner etwa und auch der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow, der jedoch nicht für die Linken sprach.

All dies könnte möglicherweise ein Zeichen dafür sein, dass im Hintergrund an einer Koalition gearbeitet wird, über die bisher kaum geredet wurde: an einem schwarz-rot-gelben Bündnis, ohne die Grünen.

Dann wäre es denkbar, dass CDU-Chef Armin Laschet nach der Bundestagswahl ins Kanzleramt einzieht und die SPD dafür mit Steinmeier als Bundespräsident ebenfalls einen hohen Posten bekommt. 

Und was heißt das für die Grünen?

Bei den Grünen dürften spätestens seit heute die Alarmglocken schrillen. Zu sicher waren sie bisher, dass sie auf jeden Fall der neuen Bundesregierung angehören werden.

Und auch wenn sie Teil einer künftigen Koalition werden - mit zwei nicht mehr ganz jungen Männern an der Spitze von Kanzleramt und Präsidialamt bleibt fraglich, ob das dann der viel gewünschte Aufbruch wäre, der Neuanfang nach 16 Jahren Angela Merkel.

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