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Wegen Corona-Krise - Größter Wirtschaftseinbruch seit 1949?

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Die Große Koalition rechnet laut Medienberichten mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 6,3 Prozent - so einen Einbruch gab es seit Gründung der Bundesrepublik nicht.

Ein Mitarbeiter eines Stahlwerks vor einer Roheisenpfanne.
Die Wirtschaft in Deutschland leidet massiv unter Corona.
Quelle: dpa

In der Frühjahrsprognose, die am Mittwoch vorgestellt werden soll, geht die Bundesregierung davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2020 um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr schrumpfen wird. Das berichten die "Süddeutsche Zeitung" und das "Handelsblatt". Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte bereits zuvor gesagt, die Einschnitte würden mindestens so stark wie der Finanzkrise 2009 - damals ging das BIP um 5,7 Prozent zurück.

2021 soll es dann wieder bergauf gehen. Die Verluste könnten aber nicht komplett aufgeholt werden, hieß es. Der tiefste Punkt des Einbruchs sei bereits erreicht. Gutachter gehen laut "Süddeutsche Zeitung" davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum im Mai auf niedrigem Niveau stabilisiert und im zweiten Halbjahr deutlich anzieht.

Mit welchen Mitteln der Bund die Corona-Krise abfedern will, erfahren Sie in diesem Beitrag:

Drei Millionen Arbeitslose erwartet

Trotz eines riesigen Rettungspakets werden größere Pleitewellen und drei Millionen Arbeitslose erwartet. Auch die Steuereinnahmen dürften deutlich zurückgehen: Bislang rechnet die Regierung mit einem Steuerminus von rund 82 Milliarden Euro - und maximal 356 Milliarden Euro an neuen Schulden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) signalisierte in einer Videokonferenz mit Spitzenverbänden der Wirtschaft und Gewerkschaften, dass die Bundesregierung bereit ist, bei Hilfen nachzulegen.

Schwer gebeutelt sind nicht nur Kneipen und Restaurants, Fluggesellschaften und Reiseveranstalter, sondern etwa auch Handwerker und Industriebetriebe. Die Gewerkschaft IG Metall sieht jeden vierten Betrieb in ihrem Organisationsbereich in massiven Liquiditätsproblemen.

In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über die aktuelle Lage von Betrieben in Deutschland:

Sorge vor zweiter Welle

Die Sorge vor einem Rückfall ist groß. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann sagte, eine besondere Bedeutung habe der Gesundheits- und Arbeitsschutz in den Betrieben. Der Industrieverband BDI fürchtet ein zweites Herunterfahren der Produktion:

Ein erneuter Shutdown hätte unabsehbare Folgen für das Land.
Industriepräsident Dieter Kempf

Bund und Länder beraten in der kommenden Woche über weitere Lockerungen. Wirtschaftsverbände fordern, die Politik müsse einen klaren Fahrplan vorlegen. Die IG Metall warnte am Freitag, das Hochlaufen der Produktion sei durch eine fehlende Kinderbetreuung gefährdet. Die finanzielle Unterstützung betroffener Eltern müsse ausgeweitet werden.

In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über Kinderbetreuung in der aktuellen Krise:

Soli-Teilabschaffung und Steuerentlastungen

Um die Konjunktur wieder anzukurbeln, wird in der Regierung über verschiedene Maßnahmen beraten: etwa weitere Prämien beim Kauf umweltfreundlicherer Autos, ein Vorziehen der Soli-Teilabschaffung und neue Steuerentlastungen. Eine vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie haben die Spitzen der Koalition bereits beschlossen.

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