Sie sind hier:

Annegret Kramp-Karrenbauer - Rücktritt nach vielen Pannen

Datum:

Der Rückzug von Kramp-Karrenbauer kommt überraschend - aber er ist konsequent. Die noch CDU-Vorsitzende muss erkennen, dass ihr die Partei in zentralen Fragen nicht mehr folgt.

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer hat angekündigt, auf die Kanzlerkandidatur zu verzichten. Auch den Parteivorsitz will sie abgeben. Verteidigungsministerin will sie jedoch bleiben.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Die Mitteilung aus dem Konrad Adenauer-Haus war kurz und doch so, dass die Beobachter sich fragen, ob sich die Vorsitzende zutiefst missverstanden fühlt und zunächst etwas rechtfertigen muss. Denn erst erklärt Annegret Kramp-Karrenbauer scheinbar Selbstverständliches, nämlich dass Teile der CDU ein ungeklärtes Verhältnis zur AfD und zur Linkspartei haben. Sie dagegen, sei "strikt gegen eine Zusammenarbeit" oder Absprachen mit beiden Seiten.

Erst dann folgt die Bombe: Annegret Kramp-Karrenbauer wird nicht als Kanzlerkandidatin der CDU ins Rennen gehen. Sollte der oder die im Laufe des Jahres bestimmt sein, werde sie dann auch ihren Parteivorsitz übergeben. Eine typische AKK-Erklärung. Und dennoch eine mit Sprengkraft. Räumt sie doch indirekt ein, dass ihr die Durchsetzungskraft und Führungsfähigkeit als Parteivorsitzende fehlt. Und sie deshalb nicht als Kanzlerin in Frage komme.

Debatte um Kramp-Karrenbauer spitzt sich seit Monaten zu

Es ist ein langer Erosionsprozess, der sich heute entlädt. Seit ihrer knappen Wahl im Winter 2018, als sie sich auf dem Hamburger Parteitag gegen Friedrich Merz durchsetzte, gab es die Frage, ob sie die Richtige ist. Ihr Zögern, ins Kabinett einzutreten, die Ad-hoc-Entscheidung im Sommer 2019, Nachfolgerin von Ursula von der Leyen zu werden, die katastrophale Reaktion auf das Rezo-Video, die Wahlverluste bei der Europa-Wahl, in Sachsen, Brandenburg und Thüringen, all das hat das Vertrauen in die Parteivorsitzende massiv beschädigt.

Nicht erst seit dem politischen Beben in Thüringen steht die CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer in der Kritik. Dabei steht besonders ihr Krisenmanagement seit ihrem Amtsantritt 2018 im Mittelpunkt.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Die letzten Wochen und Monate haben gezeigt, dass es Kramp-Karrenbauer wohl bis heute nicht gelungen ist, die Seele ihrer CDU zu ergründen. Schon zum Parteitag in Leipzig vor zwei Monaten hatte sich die Debatte um AKK so zugespitzt, dass sie in ihrer Rede zum Äußersten griff: einem Ultimatum an die eigene Partei. Wenn ihr mir nicht vertraut, hatte sie den Delegierten gesagt, "dann lasst es uns hier und heute beenden." Beendet hat es damals keiner, aber gedacht haben wahrscheinlich viele dran.

Thüringen-Wahl Knackpunkt für Kramp-Karrenbauers Rückzug

Insbesondere in den Ost-Landesverbänden fühlt man sich vernachlässigt. Die Grundrente, die eigentlich als Wahlkampfunterstützung im Herbst gedacht war, verzögerte sich auch wegen ständiger Bedenken der Bundes-CDU, die nicht hilfreiche Ansage, keine Zusammenarbeit mit links oder rechts, hinterließ die Thüringer Parteifreunde eher ratlos, schließlich gab es ohne AfD oder Linke keine Mehrheit im Landtag. Stattdessen verwies das Adenauer-Haus mantrahaft auf die Beschlüsse der Partei, ohne damit zu einer Lösung beizutragen.

ZDF-Korrespondent Mathis Feldhoff berichtet über die Hintergründe von AKKs Rückzug.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Die Folge ist ein mäandernder Landesverband, der zwischen Projektregierung mit Bodo Ramelows Linker und einem von Björn Höcke (AfD) unterstützten Ministerpräsidenten hin und her laviert. Und Kramp-Karrenbauer? Erst als das Kind längst im Brunnen liegt, fährt sie zur Schadensbegrenzung nach Erfurt. Und wieder mit Ansagen im Gepäck, die sie Stunden später einsammeln muss. Ihre Forderung nach sofortigen Neuwahlen verhallt.

Merkel zeigte Führung - AKK nicht

Auch weil nahezu gleichzeitig aus dem fernen Südafrika eine Ansage der Kanzlerin kommt. Die Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen sei "unverzeihlich" und müsse umgekehrt werden, erklärte Angela Merkel ganz gegen ihre Gewohnheit, aus dem Ausland nicht die deutsche Innenpolitik zu kommentieren.

Es ist schon die Wortwahl, die sie von Kramp-Karrenbauer unterscheidet. "Unverzeihlich" - ein Wort das keinen Rückzug kennt, das keine halbseidene Erklärung akzeptiert oder das etwas ungeschehen machen lässt. Angela Merkel zeigt Führung. Und obwohl beide CDU-Frauen immer wieder betonen, man habe sich ständig abgesprochen, steht Merkels Nachfolgerin blamiert da. Spätestens da muss AKK erkannt haben, dass ihre Autorität nichts mehr wert ist.

Alle aktuellen Entwicklungen und Reaktionen lesen Sie hier im Liveblog:

Friedrich Merz

Rennen um CDU-Vorsitz -
Werteunion: "CDU vor Richtungsentscheidung"
 

Die CDU steht nach den Worten der konservativen Werteunion vor einer "schicksalhaften Richtungsentscheidung". Merz stehe für "Aufbruch", Laschet für "Weiter so". Im Liveblog:

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.