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Kretschmann bei Lanz - Mit CDU "nicht immer ganz einfach"

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Wieder Grün-Schwarz oder doch eine Ampel in Baden-Württemberg? Regierungschef Kretschmann räumt bei Markus Lanz ein, es sei mit der CDU "nicht immer ganz einfach" gewesen.

Baden-Württembergs Grünen-Ministerpräsident Kretschmann bei Markus Lanz.

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3 min
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Drei Tage nach der Landtagswahl beginnen die Grünen in Baden-Württemberg die Sondierungsgespräche für die Bildung einer neuen Regierung. Zuerst treffen sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann und andere Spitzen-Grüne am Vormittag mit der CDU - sie war mit 24,1 Prozent der Stimmen weit hinter der Ökopartei (32,6) gelandet. Die Union um Parteichef und Innenminister Thomas Strobl will Grün-Schwarz fortsetzen.

Am frühen Nachmittag wollen die Grünen auch mit der SPD die Chancen für eine Ampel mit der FDP ausloten. Anschließend ist das Gespräch mit den Liberalen geplant. Sozialdemokraten und FDP sehen die CDU als abgewählt an und streben in die Regierung. Neben Grün-Schwarz hätte auch eine Ampel-Koalition eine stabile Mehrheit.

Kretschmann bei Lanz: "Wir sind nicht festgelegt"

Am Dienstagabend hatte Moderator Markus Lanz im ZDF versucht, aus Kretschmann herauszukitzeln, mit wem er denn lieber regieren würde. Zunächst sagte Kretschmann nur: "Wir sind nicht festgelegt" - es hänge von den Sondierungsgesprächen ab diesem Mittwoch ab. Dann wurde es doch noch interessant. Warum er denn die Koalition mit der CDU nicht einfach fortsetze - "oder war es so schlimm?", fragte Lanz. "Schlimm war es natürlich nicht, es war nicht immer ganz einfach", antwortete Kretschmann. Dann setzte er noch nach:

'Nicht schlimm' ist noch nicht der Maßstab für politisches Handeln.
Winfried Kretschmann, Ministerpräsident Baden-Württemberg

Auf die Frage, ob er denn ein Ampel-Bündnis bevorzuge, sagte Kretschmann: "Erlebnispsychologisch wäre es sicher interessant. Das ist aber auch nicht Maßstab für solch' eine Entscheidung." Es gehe um eine verlässliche und solide Regierung, die sich den großen Zukunftsaufgaben wie etwa dem Klimawandel stellen könne.

Aber könne es nicht ein Vorteil sein, mal mit zwei kleinen Partnern zusammenzuarbeiten anstatt mit nur einem großen?, hakte Lanz nach. "Das könnte so sein, muss aber nicht so sein. Die Kleinen können sich ja auch gegen den Großen zusammenschließen", so Kretschmann. Das könne man schon bei dem antiken griechischen Philosophen Platon nachlesen.

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Kretschmann: CDU ist "ganz wichtige Volkspartei"

Lanz zitierte einen baden-württembergischen CDU-Strategen, der vor der Landtagswahl gesagt hatte: "Wenn Kretschmann die CDU beerdigen kann, wird er das tun." Darauf sagte der Grünen-Regierungschef: "Das sehen sie mal ganz falsch. Die CDU ist eine ganz wichtige Volkspartei, die die soziale Marktwirtschaft und die Westbindung begründet hat. Die gerade eine Kanzlerin stellt, die unser Land gut geführt hat, viele Jahre lang." Er fügte hinzu:

Warum soll ich mir wünschen können, dass diese Partei kleingemacht wird. Das ist jetzt nicht meine Absicht.
Winfried Kretschmann zur CDU

Er mache die CDU nicht klein, er versuche, "die Grünen größer zu machen".

Am Dienstag hatten Abgeordnete am Rande der ersten Grünen-Fraktionssitzung erklärt, der Reiz, nach fünf Jahren mit der CDU noch mal etwas Neues zu probieren, sei groß. Aber man sei sich unsicher, wie verlässlich die FDP sei. Die Chancen stünden 50 zu 50.

FDP-Landeschef Theurer: Keine roten Linien

Bei den Sondierungsgesprächen über eine Ampel wird es entscheidend auch darum gehen, ob Hans-Ulrich Rülke nach zehn Jahren Opposition und teils brachialer Kritik an der Ökopartei einen Draht zu den Grünen findet.

Die Liberalen stärkten ihrem Spitzenkandidaten Rülke nach dem guten Wahlergebnis den Rücken und bestätigten den 59-jährigen Pforzheimer als Fraktionschef. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Ampel klappt. Aber: "Es gibt natürlich rote Linien für uns", sagte Rülke, ohne konkret zu werden. Dagegen erklärte FDP-Landeschef Michael Theurer, man werde über alles reden - und nicht über rote Linien.

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