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Wutrede bei Markus Lanz - Kretschmann: Keine "Schurken am Werk"

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Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann hat im ZDF die Entscheidung verteidigt, Grundschulen womöglich bald wieder zu öffnen. Er sei kein "Abweichler" und kein "Schurke".

Bei "Markus Lanz" hat sich Winfried Kretschmann (Grüne) über die Diskussion zu Schulöffnungen aufgeregt. Der Ministerpräsident Baden-Württembergs sagte über die Runde der Ministerpräsidenten, sie seien keine "Schurken".

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Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft sich mit den Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen der Länder, sie diskutieren lange, dann beschließen sie bundesweite Corona-Maßnahmen. Und spätestens am nächsten Morgen gibt es die ersten Abweichler aus den Ländern, die es anders machen - so lautet aktuell oft der Vorwurf.

Über diesen Vorwurf hat sich nun Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident erbost gezeigt: "Es ist einfach ein Klischee. Die Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin ist in der Regel überwiegend zusammengeblieben. Es waren immer ganz kleine Abweichungen. Ich weiß nicht, warum man das so aufbauscht", sagte Winfried Kretschmann sichtlich aufgebracht bei "Markus Lanz". Man sei in aller Regel "sehr stark zusammengeblieben".

Man muss doch jetzt nicht bei jeder kleinen Abweichung so tun, als seien da Schurken am Werk. Das ist nicht der Fall.
Winfried Kretschmann

In Baden-Württemberg womöglich Grundschulen bald offen

In der vorangegangenen Diskussion bei "Markus Lanz" war es um den Umgang mit den Schulen gegangen. Bund und Länder hatten vereinbart, dass die Präsenzpflicht in Schulen bis zum 14. Februar grundsätzlich ausgesetzt werden soll. Winfried Kretschmann hatte danach rasch verkündet, er plane in Baden-Württemberg eine Öffnung von Kitas und Grundschulen vom 1. Februar an - sofern das Infektionsgeschehen es zulasse.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußert sich zusammen mit Michael Müller (SPD,l-r), Regierender Bürgermeister von Berlin, Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Olaf Scholz (SPD), Bundesfinanzminister, auf einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise nach der Schaltkonferenz von ihr und der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Föderalismus in Corona-Zeiten -
"Wichtig ist, dass überhaupt diskutiert wird"
 

Neue Corona-Maßnahmen: Erst wird stundenlang getagt. Dann macht jedes Land wieder, was es will. Der Föderalismus ist trotzdem gut, sagt Politikwissenschaftlerin Behnke.

Es gehe dabei "nur um Grundschulen", so Kretschmann. Alle anderen blieben geschlossen. "Da sind sich alle einig, das machen auch alle". Man solle richtig gewichten: Bei einem Treffen mit Experten sei noch einmal betont worden, dass das Infektionsrisiko sehr gering sei, dagegen Homeoffice sehr relevant sei. Man solle "nicht ewig so tun, als seien Grundschulen und Kindergärten das Problem dieser Pandemie. Das ist einfach nicht der Fall." Die endgültige Entscheidung darüber will Kretschmann an diesem Mittwoch verkünden.

Unterschiedliche Einschätzungen innerhalb der Partei

Sein Parteikollege Grünen-Chef Robert Habeck dringt hingegen auf einen strengen Lockdown in Deutschland. Die Situation in Deutschland sei entglitten, man könne Infektionsketten seit Monaten nicht mehr nachverfolgen. Deshalb müsse man alles herunterfahren, so Habeck im ZDF-Morgenmagazin.

Er forderte außerdem ein verstärktes Testen auch mit Selbsttests, wie sie in Österreich zugelassen seien. "Warum lässt Deutschland Tests, die in Österreich billig und schnell und in großen Massen durchgeführt werden können, in Deutschland nicht zu?", fragte er im ZDF-Morgenmagazin. "Unerklärlich."

"Wenn die Infektionen weiter sinken, heißt das nicht automatisch, dass Schulen und Kitas wieder öffnen können" so der Parteivorsitzende der Grünen, Robert Habeck.

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Aktuelles zur Coronavirus-Krise

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