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Blicke auf ein Trümmerland

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Kriegsende vor 75 Jahren - Blicke auf ein Trümmerland

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Die Luftaufnahmen alliierter Flugzeuge, die im Frühjahr 1945 deutsche Städte überflogen, sind gespenstisch. Eine Trümmerwüste. Dem totalen Krieg folgte die totale Niederlage.

Kommentar: Stefan Brauburger zum Kriegsende 1945
Stefan Brauburgers Kommentar zum Kriegsende vor 75 Jahren, am 8. Mai 1945.
Quelle: ZDF/National Archives, Washington

Zeugen solche Bilder von hemmungslos entfesselter Zerstörungswut der Alliierten, wie es die NS-Propaganda einst anprangerte - oder sind diese Aufnahmen nicht Sinnbild für das, was eigentlich geschehen war? Keine andere Macht in der Geschichte hat Grundlagen der Existenz anderer Völker auf so mörderische Weise zu zerstören versucht und dabei letztlich auch die eigene aufs Spiel gesetzt, wie Nazi-Deutschland.

Der Krieg fordert über 60 Millionen Tote

Die Dimensionen dieses Weltenbrandes machen noch immer fassungslos. Mehr als 60 Millionen Leben forderte das Schlachten, an den Fronten, in den zerbombten Städten, in der Mordmaschinerie des NS-Regimes. Nie zuvor haben Menschen auf so radikale Weise gezeigt, was sie ihresgleichen antun können.

75 Jahre nach Kriegsende zeigt der Film eindringliche Luftaufnahmen von Deutschland 1945 und bringt diese mit Schicksalen von Menschen in Verbindung, die damals in den Trümmern lebten.

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43 min
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Das Hitler-Reich hatte den grausamsten Vernichtungskrieg und schlimmste Menschheitsverbrechen entfesselt und war vom Flächenbrand schließlich selbst heimgesucht worden. Alles war mit dem 8. Mai 1945 in Deutschland zusammengebrochen: der Staat, die Gesellschaft, die Moral.

"Führerglaube" bis zum Schluss

Wie aber hatte Hitler "sein" Volk in einen solchen Krieg führen können? Warum gab es selbst nach verlustreichen Niederlagen kaum vernehmbaren Widerspruch? Warum funktionierte die Maschinerie des Vernichtungskrieges und der Todesfabriken so reibungslos? Die Parole "Führer befiehl, wir folgen!" zeigte bis zuletzt Wirkung. Allzu viele "Volksgenossen" ließen sich von trügerischen Siegesparolen täuschen, andere wollten bis zum Ende kämpfen, weil sie die Folgen der Niederlage fürchteten – in Kenntnis der Ursachen.

Russische Offiziere verteilen eine warme Mahlzeit an die Berliner Bevölkerung im April 1945.

75 Jahre Kriegsende in Berlin -
"Grießbrei von den Russen"
 

Ende April 1945: Die Rote Armee hat Berlin eingekesselt. Hitlers letztes Aufgebot zählt noch etwa 50.000 Mann. Die Berliner kauern in Kellern und Bunkern. Zeitzeugen erinnern sich.

von Christhard Läpple

Die Alliierten führten bei Kriegsende Befragungen durch: Zwar warfen viele Deutsche Hitler vor, die ganze Welt gegen das eigene Land aufgebracht und den Bogen weit überspannt zu haben, sahen sich selbst keineswegs als Nazis und schon gar nicht mitschuldig. Im Grunde aber hielten sie den Krieg für gerecht, weil er sich gegen jene Mächte richtete, die Deutschland angeblich schon immer bedrohten.

Die meisten teilten auch die Abneigung gegen alles Fremde, vor allem gegenüber Juden. Gleichklang statt Vielstimmigkeit, Volksgemeinschaft statt Parteien, Ordnung statt Freiheit, Führerwille statt Demokratie waren Parolen, die schon in den frühen 30er Jahren verfangen hatten und sich im Krieg fortsetzten. Erst in den letzten Kriegswochen erloschen auch die letzten Illusionen vom stets propagierten Endsieg.

Im April 1945 beginnt der Kampf um Berlin. Die Stadt wird von der Roten Armee systematisch eingekesselt. Ein Grafikvideo.

Beitragslänge:
2 min
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Niederlage oder Befreiung?

Die meisten Deutschen sahen in der Kapitulation ihres Reiches eine Niederlage und keine Befreiung. Erleichterung herrschte allein über das Kriegsende, was danach kommen würde, war völlig ungewiss. Zumal die Nation den Neuanfang in Teilung erlebte: Es gab die Mehrheit, die im Westen beheimatet war und von demokratischen Besatzungsmächten regiert wurde.

Dann jene, die künftig unter sowjetischer Besatzungsmacht leben mussten, und schließlich etwa 14 Millionen Deutsche, die als Flüchtlinge und Vertriebene nicht nur Hab und Gut, sondern auch ihre Heimat verloren hatten und eine neue suchen und finden mussten.

Die Frage, wer am Ende den höheren Preis für den Krieg zu zahlen hatte, bestimmte wesentlich auch die Haltung zum 8. Mai als Wendepunkt. Viele Überlebende brauchten Jahrzehnte, um in dem Datum neben der Niederlage auch den Tag der Befreiung zu erkennen.

Wachturm des ehemaligen KZ Buchenwald.

Kommentar zum KZ Buchenwald -
Abgesagte Gedenkfeiern: "Ein großer Verlust"
 

Das Gedenken zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz konnte noch stattfinden. Andere KZ-Gedenkstätten müssen ihre Veranstaltungen wegen Corona absagen. Das ist ein Verlust.

von Friedrich Scherer
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