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Starke Zunahme bei Kinderpornografie und Missbrauch

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Kriminalitätsstatistik - Starke Zunahme bei Kinderpornografie und Missbrauch

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Die Polizei hat deutlich mehr Fälle des Kindesmissbrauchs und der Verbreitung von Kinderpornografie registriert. Dies sei eine dramatische Entwicklung, so Innenminister Seehofer.

Archiv: Schatten von Händen einer erwachsenen Person und dem Kopf eines Kindes an einer Wand eines Zimmers am 12.01.2014
Die Polizei hat deutlich mehr Fälle des sexuellen Missbrauchs und der Verbreitung von Kinderpornografie registriert.
Quelle: dpa

Die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen von Kindern stieg 2019 um rund 65 Prozent, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht. Registriert wurden demnach 12.262 Fälle.

Fälle von Kindesmissbrauch summierten sich im vergangenen Jahr auf 13.670. Das bedeutete einen Anstieg um elf Prozent. Fälle von Verbreitung, Besitz oder Herstellung jugendpornografischer Schriften stiegen der Statistik zufolge um 24 Prozent auf insgesamt 1.991.

Seehofer: Mehr Hinweise erhalten

Die Zunahme im Bereich Kinderpornografie bezeichnete Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) als "dramatisch", betonte aber zugleich, dies sei auch dadurch zu erklären, dass mehr Fälle vom Dunkel- ins Hellfeld gerückt worden seien. Die Zusammenarbeit mit der US-Organisation NCMEC und deutschen Internetbeschwerdestellen habe zu deutlich mehr Hinweisen und Ermittlungsansätzen geführt.

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Dennoch müssten Kinder und Jugendliche besser geschützt und über die möglichen Gefahren aufgeklärt werden, betonte der Minister. "Wenn in Sozialen Medien oder in Klassenchatgruppen pornografische Bilder geteilt werden, sind Opfer und Täter oft selbst noch Kinder oder Jugendliche. In vielen Fällen wissen sie gar nicht, dass sie eine Straftat begehen", so Seehofer.

Weniger Diebstähle und Wohnungseinbrüche

Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnet insgesamt trotz Bevölkerungszunahme für das Jahr 2019 einen Rückgang der Kriminalität um 2,3 Prozent. Herausgerechnet sind dabei ausländerrechtliche Verstöße wie der Aufenthalt ohne entsprechende Erlaubnis. 5,3 Millionen Straftaten hätten die Sicherheitsbehörden festgestellt. Noch zehn Jahre zuvor seien es sechs Millionen Verstöße gewesen. Herausgerechnet sind dabei ausländerrechtliche Verstöße wie der Aufenthalt ohne entsprechende Erlaubnis.

Bei der Gesamtzahl der Diebstähle weist die Kriminalbilanz einen Rückgang von 5,9 Prozent auf 1,8 Millionen aus. Es handelt sich dabei um den niedrigsten Wert seit 1987. Besonders stark - und zwar um 10,6 Prozent - gingen die Wohnungseinbrüche zurück. Taschendiebstähle gingen um 9,7 Prozent zurück.

"Rechtsextremismus die derzeit größte Bedrohung"

Innenminister Seehofer beklagte allerdings eine "zunehmende Verrohung in unserer Gesellschaft", auch wenn sie sich nicht in den Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik widerspiegele. Diese beginne bei der Verrohung der Sprache und ende in konkreten Straftaten.

Eine aggressive Sprache ist die Saat, aus der bewusst und gewollt oder ungewollt letztlich Gewalt entsteht.
Horst Seehofer, Bundesinnenminister

Der Minister betonte, dass man dem Extremismus in jeder Form entgegentreten müsse. "Dabei ist Rechtsextremismus die derzeit größte Bedrohung in unserem Land", so der CSU-Politiker. Auch der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, der Thüringener Ressortchef Georg Maier (SPD), betonte als zweiten Schwerpunkt im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung den Kampf gegen Rechtsextremismus. Die rechtsextrem motivierten Anschläge hätten gezeigt, dass sich die Szene weiter radikalisiere, sagte Maier.

Die Kriminalitätsstatistik enthält keine aufgeschlüsselten Daten zu politisch motivierter Kriminalität, sogenannten Staatsschutzdelikten. Diese werden in aller Regel gesondert vorgestellt. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Statistik in diesem Jahr nicht wie üblich bei einer Pressekonferenz erläutert, sondern mit Bewertungen im Internet veröffentlicht.

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