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Immer mehr sexuelle Gewalt gegen Kinder

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Kriminalstatistik veröffentlicht - Immer mehr sexuelle Gewalt gegen Kinder

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Knochen gebrochen, Haut verbrannt: Gewalt an Kindern ist laut Kriminalstatistik nur minimal zurückgegangen. Besorgniserregend sind die Zahlen zum Missbrauch von Kindern.

Seit Beginn der Coronakrise gibt es nicht mehr Hinweise auf Gewalt gegen Kinder als sonst. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Gewaltdelikte gegenüber Kindern unverändert hoch.

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In Deutschland sind im vergangenen Jahr 112 Kinder vorsätzlich oder fahrlässig getötet worden oder in Folge von Körperverletzung gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik zu kindlichen Gewaltopfern hervor, die in Berlin vorgestellt wurde. Die meisten Opfer, nämlich 93, waren unter 6 Jahre alt. Die Gesamtzahl ist im Vergleich zu 2018 leicht um 24 zurückgegangen. Im Bereich Kindesmisshandlung wurden 4.055 Fälle registriert (2018: 4.129).

Die Zahl beim sogenannten sexuellen Missbrauch ist gegenüber dem Vorjahr um 8,96 Prozent angestiegen (von 14.606 auf 15.936 Fälle), die der Vergewaltigungen sogar um 19,9 Prozent (von 179 auf 218 Fälle). 10,2 Prozent der Tatverdächtigen waren selber unter 14 Jahre alt, bei den 14- bis 18jährigen waren es insgesamt 21,2 Prozent.

Jugendliche verschicken kinderpornografische Videos

Die Polizei in Deutschland hat außerdem im vergangenen Jahr in 12.262 Fällen wegen kinderpornografischer Delikte ermittelt. Die Zahlen sind in den vergangenen Jahren stetig angestiegen, im Vergleich zu 2016 ist das mehr als eine Verdopplung. Die hohe Zahl bedeutet nach Angaben des Bundeskriminalamts indes nicht zwangsläufig einen Zuwachs an Vergehen. Vielmehr gebe es inzwischen deutlich mehr Hinweise, etwa von einer Organisation in den USA, die vermisste Kinder auffinden und Missbrauch aufdecken will.

Wenn Kinder in Not sind, ist Eile geboten. Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die Kinder in misslichen Situationen unterstützen.

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Minderjährige sind in diesem Bereich allerdings nicht nur Opfer, sondern manchmal auch Täter. Immer häufiger würden Fälle bekannt, bei denen Jugendliche kinderpornografische Videos über Messenger-Dienste wie WhatsApp tauschten. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, sieht "ein erhebliches Risiko" für sexuelle Übergriffe durch andere Kinder und Jugendliche.

Rörig und Münch fordern mehr Einsatz gegen Missbrauch

Rörig wirft Politik und Gesellschaft vor, nicht genügend gegen den Missbrauch von Kindern zu unternehmen. "Der Missbrauch ist selbst eine Pandemie. Wir tun in Deutschland nicht alles - weder der Bund, noch die Länder und Kommunen - um wirklich Kinder wirksam vor sexualisierter Gewalt und auch vor Kinderpornografie zu schützen", sagte er im ARD-Morgenmagazin. Angesichts der Corona-Krise fürchtet Rörig, dass die verordnete Isolation die Kinder noch mehr gefährde.

Viele Kinder erleiden in der Familie Vernachlässigung und auch sexuellen Missbrauch. Und dadurch, dass die Kontakte zu den Ansprechpartnern, zu den Vertrauenspersonen, Erzieherinnen und Erziehern in den Kitas, Lehrerinnen und Lehrern in den Schulen, im Moment oft unterbrochen sind, wird sich die Gefahr noch erhöht haben.
Johannes-Wilhelm Rörig

Die Politik könnte den Schwerpunkt stärker für den Kinderschutz setzen, forderte der Missbrauchsbeauftragte. Familien- und Kinderschutz habe während der Corona-Krise keine Priorität gehabt.

Familien am Limit

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Auch Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), betonte: "Die meisten Straftaten gegen Kinder - Misshandlungen, sexueller Missbrauch - geschehen hinter verschlossenen Türen, fernab von der öffentlichen Wahrnehmung. Deshalb gilt es - insbesondere in Zeiten von Corona, aber auch darüber hinaus - wachsam zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Jeder, der auf strafbare Handlungen an Kindern aufmerksam wird, sollte nicht zögern und Strafanzeige erstatten."

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