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Reaktionen auf CDU-Niederlage - Kritik an Laschet aus den eigenen Reihen

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"Ziemliches Desaster": Unter anderem der bayerische Finanzminister Albert Füracker (CSU) findet klare Worte über den Wahlausgang und den Kanzlerkandidaten der Union.

Nach dem historisch schlechten Wahlergebnis bei der Bundestagswahl wächst in der Union der Unmut über Armin Laschet. ZDF-Korrespondentin Ines Trams berichtet aus Berlin.

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Nach dem schlechten Abschneiden von CDU und CSU bei der Bundestagswahl wird nun innerhalb der Union Kritik am eigenen Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) laut.

Die Junge Union Sachsen etwa forderte Laschets Rücktritt:

Wir brauchen einen echten Neuanfang. Dieser kann nur erfolgreich sein, wenn unser Bundesvorsitzender und Kanzlerkandidat Armin Laschet die Konsequenzen aus diesem Vertrauensverlust zieht und zurücktritt.
Marcus Mündlein, Landeschef JU Sachsen

Die Wähler hätten ein klares Signal gesendet, dass sie eine Regierung ohne die Union wollten.

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Althusmann: "Wählerwillen annehmen"

Niedersachsens CDU-Chef Bernd Althusmann verlangte: "Wir sollten jetzt demütig und respektvoll den Wählerwillen annehmen, mit Anstand und Haltung. Es war Veränderung gewollt."

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier unterstrich: "Wir haben keinen Anspruch auf Regierungsverantwortung." Junge-Union-Chef Tilman Kuban sagte: "Wir haben die Wahl verloren. Punkt." Der klare Auftrag liege bei SPD, Grünen und FDP.

Bayerns Finanzminister: "Ziemliches Desaster"

Auch Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) sieht die Verantwortung für die Niederlage der Union bei der Bundestagswahl maßgeblich bei Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU).

Die CSU ist für diese Niederlage nicht verantwortlich. Das zeigt schon der Blick nach Nordrhein-Westfalen: Dort ist die CDU auf 26 Prozent abgerutscht und liegt jetzt drei Prozent hinter der SPD. Und das, obwohl der Kanzlerkandidat aus dem eigenen Land kommt.
Albert Füracker (CSU), Bayerns Finanzminister

Im Gespräch mit der "Rheinischen Post" erklärte der CSU-Politiker weiter, dass dies schon ein "ziemliches Desaster", sei. Die CSU, die von Markus Söder geführt wird, sei bei dieser Wahl noch der "stabilisierende Faktor" gewesen.

Für Bayern bin ich mir sicher, dass wir mit einem Kanzlerkandidaten Söder klar über 40 Prozent gekommen wären.
Albert Füracker (CSU)

Kritisch äußerte sich Füracker auch darüber, dass die CDU in den ostdeutschen Bundesländern Thüringen und Sachsen hinter der dort führenden AfD gelandet sei. Dass die AfD in beiden Bundesländern stärkste Kraft geworden ist, sei "auch staatspolitisch ein riesiges Problem".

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Altmaier: Personelle Neuaufstellung

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach von einer personellen Neuaufstellung seiner Partei. Er hätte sich einen klaren Regierungsauftrag für die Union gewünscht, sagt Altmaier der "Rheinischen Post". Das sei jetzt schwieriger.

Deshalb müssen wir zügig über die inhaltliche und personelle Aufstellung der CDU für die Zukunft sprechen.
Peter Altmaier (CDU), Bundeswirtschaftsminister

Angesprochen auf seine Unterstützung für CSU-Chef Markus Söder als Kanzlerkandidat antwortet der Minister: "Ich habe meine Position damals deutlich gemacht. Sowohl im Bundesvorstand als auch gegenüber Armin Laschet. Es ist nicht schön, wenn man am Ende sieht, dass die eigenen Befürchtungen von der Realität noch übertroffen wurden."

"Schwere Belastung für den Wahlkampf"

Der im sächsischen Wahlkreis Görlitz unterlegene Direktkandidat und CDU-Kreischef Florian Oest fand klare Worte:

Die Spitzenkandidaten Armin Laschet und Marco Wanderwitz waren eine schwere Belastung für den Wahlkampf.
Florian Oest, CDU Görlitz

Wanderwitz, bisher Ostbeauftragter der Bundesregierung, war als Spitzenkandidat der CDU in Sachsen angetreten.

Stärkere Rolle des Ostens gefordert

Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Brandenburg, Jan Redmann, forderte im Zuge einer Neuaufstellung der Partei auch eine stärkere Stellung der ostdeutschen Länder. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte er:

Die CDU darf nach Angela Merkel keine westdeutsche Partei werden. Wir müssen uns jetzt breit aufstellen, personell und inhaltlich.
Jan Redmann, CDU-Fraktionschef in Brandenburg

Röttgen warnt vor schnellen Entscheidungen

Der CDU-Politiker Norbert Röttgen warnte seine Partei dagegen erneut davor, nach der Wahlniederlage sofort eine personelle Erneuerung anzustreben.

Wir können doch nicht parallel zu Verhandlungen über eine Regierung einen eigenen internen Wettbewerb in Gang setzen.
Norbert Röttgen (CDU), Bundestagsabgeordneter

Mit Blick auf den Parteichef fügte der nordrhein-westfälische Bundestagsabgeordnete im Gespräch mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" hinzu:

Armin Laschet ist der gewählte CDU-Vorsitzende und der gemeinsame Kanzlerkandidat. Diese Entscheidungen stehen, bis andere getroffen werden.
Norbert Röttgen (CDU)

Auch Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther (CDU) warnte seine Partei vor einer Personaldebatte zum jetzigen Zeitpunkt. Diese Diskussion müsse geführt werden, "wenn wir wissen, dass ein Jamaika-Bündnis keine Chance hat", sagte Günther den Zeitungen der Funke Mediengruppe mit Blick auf mögliche Koalitionsverhandlungen mit Grünen und FDP.

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von Kristina Hofmann, Dominik Rzepka
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