ZDFheute

Helfen höhere Strafen gegen Kindesmissbrauch?

Sie sind hier:

Interview mit Lambrecht - Helfen höhere Strafen gegen Kindesmissbrauch?

Datum:

Kindesmissbrauch soll künftig immer als Verbrechen und nicht als Vergehen geahndet werden. Justizministerin Lambrecht erklärt im Interview, warum sie nun für härtere Strafen ist.

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Darum geht es: Sexueller Missbrauch gilt nach Paragraf 176 bislang ebenso wie die gewerbsmäßige Verbreitung von Kinderpornografie als Vergehen mit einer Mindeststrafe von sechs Monaten. Dies will Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) nun als Verbrechen einstufen, was ein Jahr Mindeststrafe bedeutet. Als Höchststrafe gelten bei diesen Delikten zehn Jahren. Härter eingestuft werden bereits jetzt die Fälle schweren Missbrauchs - wie etwa der jüngste Fall in Münster. Hier sind 15 Jahre Haft möglich, mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Sehen Sie oben das ganze "heute journal"-Interview mit der Justizministerin im Video und lesen Sie es hier in Auszügen. Das sagt Lambrecht zur Frage ...

... warum sie bisher gegen eine Strafverschärfung war, nun aber ihre Meinung geändert hat:

"Es ist eine Daueraufgabe, den Kampf gegen Kinderpornografie und Kindesmissbrauch zu führen und deswegen ist es immer wichtig, sich zu überprüfen und alle Maßnahmen, die wir ergreifen können, eben auch umzusetzen. Und deswegen ist es wichtig, ein Signal zu senden: Kindesmissbrauch und Kinderpornografie sind Straftaten, widerliche Straftaten, und das muss sich eben auch in der Strafbarkeit ausdrücken. Ich habe mein Haus angewiesen schnellstmöglich eine entsprechende Regelung vorzulegen."

Kindesmissbrauch und Pornografie -
Lambrecht nun doch für schärfere Strafen
 

In die Debatte um härtere Strafen für Kindesmissbrauch kommt Bewegung. SPD-Justizministerin Lambrecht plädiert jetzt für eine Verschärfung von Gesetzen in Teilbereichen.

Videolänge
1 min

... was sie sich von der Erhöhung der Mindeststrafe erwartet:

"Es ist ganz wichtig, dass dieses Signal gesendet wird: Solche widerlichen Straftaten sind Verbrechen ohne Wenn und Aber. Aber es hat auch zur Folge, dass eher der Strafrahmen, der möglich ist, von Richterinnen und Richtern ausgenutzt wird. Und diese Erwartung habe ich auch, dass gezielter auch entsprechend der Schwere der Tat Urteile verhängt werden. (...)

Diese widerlichen Straftaten, die in Münster durch hervorragende Ermittlungen ans Tageslicht gekommen sind, sind schwere Verbrechen, es ist heute schon ein Verbrechen und kann mit einer Strafe von bis zu 15 Jahren geahndet werden, mit anschließender Sicherungsverwahrung."

... ob mehr Prävention nicht wichtiger wäre:

"Der Kampf für unsere Kinder und gegen diese widerlichen Straftaten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und dazu gehört es auch, Prävention beispielsweise zu stärken, Kinder stark zu machen oder auch Eltern zu sensibilisieren, Erzieher, Lehrer, das Umfeld, dass wir noch sensibler auf Reaktionen, auf Signale von Kindern reagieren. Dazu gehört es aber auch, dass Beratungsstellen entsprechend zur Verfügung stehen.

Ich werde alsbald einen Dialog führen mit politisch Verantwortlichen, sowohl aus der Polizei, aus der Justiz, aber eben auch aus der Prävention, mit dem Beauftragten gegen Kindesmissbrauch. Wir werden uns zusammensetzen und alle Möglichkeiten erörtern, die wir haben, um unsere Kinder noch besser zu schützen." 

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.