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NRW-CDU wählt Laschet-Nachfolger - Hürdenlauf für den Neuen

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Hendrik Wüst soll Ministerpräsident von NRW werden. Auf dem Landesparteitag der CDU könnten dafür die Weichen gestellt werden - sollte es für den Kandidaten glatt laufen.

Archiv: Armin Laschet (l,), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, gratuliert Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (beide CDU) zur Nominierung als Regierungs- und Landesparteichef.
Armin Laschet schlägt NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst als seinen Nachfolger vor - als CDU-Landeschef und Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen.
Quelle: dpa

Es war ein demonstratives Zeichen vor knapp drei Wochen im Düsseldorfer Landtag: Armin Laschet, der scheidende Landesvorsitzende der CDU, hatte seiner Partei und der Fraktion gerade Hendrik Wüst als seinen Nachfolger vorgeschlagen und als sie dann gemeinsam vor die Mikrofone und Kameras traten, da versammelten sich Dutzende Parteifreundinnen und -freunde hinter den beiden. Geschlossener kann man - nach außen jedenfalls - nicht auftreten.

Schon zuvor hatte Laschet angekündigt, dass er sein Amt als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen abgibt. Als Nachfolger schlug er den Verkehrsminister Hendrik Wüst vor.

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Wahl des Landesvorsitz auf dem Parteitag der NRW-CDU

Was dieses Bild wert ist, wird sich auf dem Parteitag der NRW-CDU zeigen. Dann muss Hendrik Wüst die zweite Hürde nehmen. Die Delegierten werden ihn aller Wahrscheinlichkeit nach zum Landesvorsitzenden wählen.

Die Frage ist nur, wie groß der Rückhalt dann wirklich ist. Der wird für gewöhnlich in Prozenten gemessen. Ein deutlicher Vertrauensbeweis wäre für den Neuen enorm wichtig.

Ambitionen auf Laschet-Nachfolge

Denn Hendrik Wüst hat auch parteiinterne Gegner und muss sie alle hinter sich bringen. Auch Innenminister Herbert Reul und Bauministerin Ina Scharrenbach wurden Ambitionen auf die Laschet-Nachfolge nachgesagt.

Scharrenbach ist auch Vorsitzende der Frauen-Union und hat dort starken Rückhalt. "Es müssen qualifizierte Persönlichkeiten sein. Und Ina Scharrenbach ist eine außerordentlich qualifizierte Persönlichkeit", ließ sich die Vorsitzende der Frauen-Union im Rhein-Sieg-Kreis zitieren. Von einer Gegenkandidatur auf dem Parteitag ist allerdings bisher nichts bekannt.

Der Kandidat Hendrik Wüst

So läuft es nun offenbar auf Hendrik Wüst hinaus, den Laschet einen "Macher" nennt. Er wurde 1975 in Rhede (Westfalen) geboren und gründete 1990 in seiner Heimatstadt die dortige Junge Union. Seit 2005 gehört der Jurist dem Düsseldorfer Landtag an und war dreieinhalb Jahre Generalsekretär der Landes-CDU.

2010 trat er zurück, als bekannt wurde, dass die Partei Gesprächstermine bei Abendessen mit dem damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers an Unternehmen verkauft hatte.

Seit 2013 ist Hendrik Wüst Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung in NRW. Als Verkehrsminister habe er seit 2017 eine "kluge, vorausschauende Politik" gemacht, so Laschet.

Abschiedsrede des scheidenden CDU-Landesvorsitzenden

Interessant dürfte auch sein, wie die Delegierten auf dem Parteitag Armin Laschet verabschieden. Immerhin hat er die Landes-CDU befriedet und 2017 zum Wahlsieg geführt.

Die Koalition mit der FDP führte er trotz knapper Mehrheit fast geräuschlos. Allerdings hat Laschets Ruf nach dem Desaster bei der Bundestagswahl deutlich gelitten. Die Stimmen der Kritiker werden lauter.

Natürlich war ich auch sehr gerne Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und es waren gute Jahre. Ich habe dem Land auch gerne gedient,

bilanzierte er jedenfalls im Landtag. Man darf gespannt sein, ob seine Abschiedsrede zugleich eine Aufbruchrede wird.

Bei der Wahl darf es keine Abweichler geben

Nimmt Wüst die Hürde Parteitag, folgt vier Tage später schon die nächste: Dann will er vom Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Geschlossenheit und ein starkes Wahlergebnis sind hier fast noch wichtiger als beim Parteitag.

Denn die schwarz-gelbe Koalition regiert in Düsseldorf nur mit einer Stimme Mehrheit. Abweichler kann sie sich nicht erlauben. Wüst braucht jede der 100 Stimmen. Wenn alles glatt läuft, wird die NRW-CDU mit ihm als Spitzenkandidat in den Wahlkampf zur Landtagswahl im Mai 2022 gehen.

Wüst baut auf Geschlossenheit bei Landes-CDU

Viel Zeit bliebe Hendrik Wüst nach seiner Wahl nicht, um überhaupt bekannt zu werden und in die landesväterliche Rolle hineinzuwachsen. Er müsste dabei auf eine Partei zählen können, die wirklich geeint hinter ihm steht und sich abgrenzt vom Richtungsstreit der Bundes-CDU.

"Wir haben alle Chancen, dass unser Land auch in Zukunft lebenswerte Heimat bleibt. Dazu will ich meinen Beitrag leisten. Ich verspreche, mit ganzer Kraft in den Dienst am Land und an den Menschen zu gehen. Ich werbe um ihr Vertrauen", sagte er im Landtag, als alle geschlossen hinter ihm standen. Es klang ein bisschen so, als traute er dem öffentlich zur Schau gestellten Rückhalt selbst nicht so ganz.

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