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Landtagswahl Baden-Württemberg - "Duell der vertanen Chancen"

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In 12 Tagen ist Landtagswahl in Baden-Württemberg. Beim TV-Duell war Herausforderin Eisenmann zwar angriffslustig gegenüber Kretschmann, konnte inhaltlich aber wenig punkten.

Susanne Eisenmann (r.) Winfried Kretschmann vor Talkrunde zur Landtagswahl Baden-Württemberg am 26.02.2021
Susanne Eisenmann (l) und Winfried Kretschmann bei der Regierungspressekonferenz der Landesregierung Baden-Württemberg. Archiv.
Quelle: dpa

Susanne Eisenmann stand vor dem TV-Duell Montagabend mächtig unter Druck. In knapp zwei Wochen ist Landtagswahl und ihr grüner Gegner Winfried Kretschmann liegt in den Umfragen deutlich vorn. Die Frage war also: Welche Taktik würde die Kultusministerin wählen? Würde sie den beliebten Amtsinhaber und Koalitionspartner frontal angreifen?

Kretschmann musste die Herausfordererin zwangsläufig kommen lassen. Es wurde ein Zweikampf mit Haken und Ösen. Das TV-Duell in der Kritik:

Wer war angriffslustiger?

Ganz klar Eisenmann. Gleich bei der ersten Frage von SWR-Chefredakteur Fritz Frey bringt sie eine Spitze unter. Ob der Kurswechsel Kretschmanns hin zu einer Lockerung des Shutdowns mit Hilfe von Schnelltests denn in ihrem Sinne sei? "Besser spät als nie", sagt die CDU-Frau.

Zwei Wochen vor der Landtagswahl liegt der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann klar vor seiner Kontrahentin, CDU-Kultusministerin Susanne Eisenmann. Eine schwierige Ausgangslage für sie.

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Zweimal weist sie recht unverblümt auf Kretschmanns Alter hin. Der 72-Jährige könne sich nicht mit dem Astrazeneca-Vakzin impfen lassen. Und gegen Ende wundert sie sich, dass Kretschmann jüngst Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz bei einer Frage nach möglichen Nachfolgern so hervorgehoben hat, wo der Regierungschef doch immer betone, für fünf volle Jahre anzutreten. Und lacht, als Kretschmann erklärt, das sei ein Missverständnis gewesen.

Das frechste Zitat...

... haute Eisenmann raus. "Eine Politik der ruhigen Hand ist gut, sie sollte dabei aber nicht einschlafen." Dabei nimmt sie Kretschmanns Politik der "Runden Tische" - etwa mit der Autoindustrie - auf die Schippe, bei denen nicht viel rauskomme.

Der Landesvater zieht die Augenbrauen hoch und sagt: "Da bin ich erstaunt, Frau Kollegin." Beim Strategiedialog Automobilwirtschaft werde keineswegs nur geplauscht, sondern der bringe regelmäßig innovative Projekte hervor, verteidigt er sich.

Das aktuelle Politbarometer extra zeigt, dass vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg die Grünen mit 34 Prozent vorne liegen. Gefolgt von der CDU mit 28 Prozent.

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Echte Neuigkeiten...

... hatte Kretschmann im Gepäck, und zwar gute für alle Heimwerker. Der Grüne will bald die Baumärkte im Südwesten wieder öffnen lassen. Bayern habe das schon gemacht. "Das kann man als nächsten Schritt machen, damit wir keinen Tourismus bekommen - das ist immer ungut in der Pandemie." Doch insgesamt gab sich der Regierungschef eher wieder skeptisch, was baldige Öffnungen angeht.

Dass Montag - wie Eisenmann es gern hätte - die weiterführenden Schulen wieder aufgehen, sieht er noch nicht. Und überhaupt: Die Infrastruktur für massenhafte Tests könne man nicht von heute auf morgen auf die Beine stellen.

Die gewagteste Behauptung...

... kam von Eisenmann. Ziemlich am Anfang hält sie dem Ministerpräsidenten vor, sie vor dem Bund-Länder-Treffen zur Corona-Politik an diesem Mittwoch nicht gut informiert zu haben. So habe er ihr nicht mal sein Papier für mögliche Lockerungen zukommen lassen, sie habe alles der Presse entnehmen müssen.

"Es ist uns seitens der CDU nicht zugegangen." Kurze Zeit später verschickt Kretschmanns Sprecher Beweisfotos, dass die E-Mail noch am selben Abend an Eisenmanns Büroleiter gegangen sei. Aus ihrem Lager heißt es darauf: Es empfehle sich eben immer noch der Postweg.

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Und wer hat gewonnen?

Als Quasi-Kampfrichterin hatte der SWR die Politikwissenschaftlerin Andrea Römmele engagiert. Sie fand, es sei ein "Duell der vertanen Chancen" gewesen. Für unentschlossene Wählerinnen und Wähler sei es keine Hilfe gewesen. Eisenmann sei erst spät angriffslustiger geworden.

Aber: "Da hat sie nicht mal einen Punktsieg nach Hause gefahren." Kretschmann habe seine Rolle als Landesvater souverän gespielt, meinte die Professorin an der Hertie School of Governance in Berlin.

Die SPD-Opposition sah sich selbst als Sieger: Das TV-Duell habe an die letzten fünf Jahre Grün-Schwarz erinnert: "Es reißt keinen vom Hocker. Sie trauen sich nicht und sie trauen sich auch nichts zu." Es müsse was Neues her.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, sitzt während der Regierungspressekonferenz der Landesregierung Baden-Württemberg hinter Susanne Eisenmann (CDU), Ministerin für Kultus, Jugend und Sport von Baden-Württemberg.

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