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Landtagswahl auf einen Blick : CDU in Sachsen-Anhalt deutlich vor AfD

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Die CDU fährt mit Spitzenkandidat Reiner Haseloff einen deutlichen Sieg ein. Alle Ergebnisse der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Überblick.

Die CDU hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt deutlich gewonnen. Die Partei von Spitzenkandidat und Ministerpräsident Reiner Haseloff kann nach dem vorläufigen Ergebnis mit 37,1 Prozent der Stimmen mit Abstand die meisten Wähler für sich gewinnen. Die rechtspopulistische AfD um Spitzenkandidat Oliver Kirchner zieht mit 20,8 Prozent als zweitstärkste Kraft in den Landtag in Magdeburg ein und liegt damit 16,3 Prozentpunkte hinter der CDU.

Die Linken werden voraussichtlich mit 11 Prozent der Stimmen ebenfalls im sachsen-anhaltischen Landesparlament vertreten sein, ebenso wie die SPD (8,4 Prozent) und die Grünen (5,9 Prozent) - die derzeitigen Juniorpartner in der von der CDU geführten Kenia-Koalition. Die FDP kommt auf 6,4 Prozent der Stimmen und könnte damit zum ersten Mal seit 2006 wieder die Fünf-Prozent-Hürde bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt überschreiten. Die Freien Wähler kommen auf 3,1 Prozent und sind damit nicht im Landtag vertreten. Die restlichen 15 der insgesamt 22 angetretenen Parteien machen zusammen noch einmal 7,3 Prozent der Stimmen aus.

Konnten sich die Parteien im Vergleich zur letzten Landtagswahl verbessern?

  • CDU: + 7,4 Prozent
  • AfD: - 3,4 Prozent
  • Linke: - 5,3 Prozent
  • SPD: - 2,2 Prozent
  • Grüne: + 0,8 Prozent
  • FDP: + 1,6 Prozent

Während die CDU im Vergleich zu 2016 noch einmal deutlich zulegen kann, müssen die SPD mit Spitzenkandidatin Katja Pähle und die Linke um Eva von Angern Misserfolge verzeichnen. Die AfD verliert im Vergleich zu 2016 etwas, bleibt aber zweitstärkste Kraft.

Die Grünen mit Spitzenkandidatin Cornelia Lüddemann kann sich nur über geringe Zuwächse freuen - obwohl man die Partei in Umfragen vor der Wahl noch stärker eingeschätzt hatte. Die FDP gewinnt mit Spitzenkandidatin Lydia Hüskens leicht und darf sich wohl über den Einzug in den Landtag freuen.

Welche Koalitionen sind in Sachsen-Anhalt möglich?

Die Fortführung der aktuellen Kenia-Koalition von CDU, SPD und Grünen hätte eine Mehrheit. Ebenfalls mehr als die 49 geforderten Sitze im Landtag hätte das Deutschland-Bündnis aus CDU, SPD und FDP, das sich von vielen CDU-Politikern in Sachsen-Anhalt im Vorfeld erhofft wurde.

Eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP gilt eher als unwahrscheinlich, hatte aber nach der letzten Hochrechnung auch eine Mehrheit. Auch eine Große Koalition aus CDU und SPD würde noch gerade so für eine Mehrheit im Landtag reichen. Bündnisse mit der AfD oder der Linken hatte CDU-Spitzenkandidat Haseloff im Vorfeld der Wahl kategorisch ausgeschlossen.

Die Sitzverteilung im Magdeburger Landtag nach der Wahl in Sachsen-Anhalt: CDU 40 Sitze, AfD 23, Linke 12, SPD 9, Grüne 6, FDP 7. Für die absolute Mehrheit sind 49 Sitze nötig.
Die CDU stellt erneut die größte Fraktion im Magdeburger Landtag.
Quelle: ZDF/Landeswahlleiterin

[Welche inhaltlichen Überschneidungen und Differenzen es gibt, zeigt unser Koalitionsnavi.]

Wie hoch war die Wahlbeteiligung?

Die Landeswahlleiterin meldet eine Wahlbeteiligung von 60,3 Prozent. Insgesamt 1.079.287 Wahlberechtigte haben demnach ihre Stimme abgegeben, darunter 314.223 Briefwähler.

2016 hatte die Wahlbeteiligung bei 61,1 Prozent gelegen.

Wie reagiert Wahlsieger Reiner Haseloff?

Ministerpräsident Reiner Haseloff hat sich nach dem deutlichen Wahlsieg mit der CDU in Sachsen-Anhalt sehr zufrieden gezeigt und vor allem die Geschlossenheit der Union gelobt. "Wir können gewinnen, wenn wir geschlossen auftreten", machte er deutlich. "Das ist die Botschaft." Das sei auch ein Fingerzeig für die Bundestagswahl im September.

Angesichts der AfD, die trotz leichter Verluste wieder mit großem Abstand zweitstärkste Kraft wurde, will Haseloff weiter Wähler zurückgewinnen. Es sei wichtig, wieder in die Köpfe der Menschen zu kommen und sie wieder für die Demokratie zu gewinnen.

Wir müssen die Themen besser identifizieren, mit denen man Menschen zurückholen kann in die demokratische Mitte.
Reiner Haseloff, CDU

Was sagt Herausforderer Kirchner?

"Ich bin mit den 22,5 Prozent zufrieden, weil wir auch nicht mit positiven Überraschungen rechnen konnten", sagt der AfD-Spitzenkandidat Oliver Kirchner.

Wir wurden mit Hetze überkippt, fünf Jahre lang sind wir teilweise totgeschwiegen worden.
Oliver Kirchner, AfD

Jetzt sei die AfD "Volkspartei". "Andere sind es nicht mehr", so Kirchner.

Weitere Reaktionen aus Sachsen-Anhalt

So reagiert die Bundespolitik auf die Landtagswahl

Wen wählten Frauen und Männer?

Bei den weiblichen Wählerinnen steht die CDU noch höher im Kurs als in der Gesamtbevölkerung. 41 Prozent aller Frauen wählten die CDU, die damit satte 25 Prozent vor der zweitstärksten Kraft AfD liegt (16 Prozent). Frauen in Sachsen-Anhalt sind also eher der CDU als der AfD zugeneigt, denn bei den anderen Parteien sind die Mehrheitsverhältnisse ähnlich denen in der Gesamtbevölkerung:

Grafik: Wen wählten die Frauen
Quelle: Forschungsgruppe Wahlen

Umgekehrtes Bild bei den Männern: Hier liegt die AfD mit 26 Prozent knapper hinter der CDU. Die restliche Stimmverteilung ähnelt der der Wählerinnen.

Grafik: Wen wählten die Männer
Quelle: Forschungsgruppe Wahlen

Welche Altersgruppen haben welche Partei gewählt?

Wie ist das Wahlergebnis zu erklären?

  1. Reiner Haseloff hat als Ministerpräsident in der Kenia-Koalition überzeugt, die Regierungsarbeit wurde sehr gelobt - auch beim Thema Corona.
  2. Die AfD hat in Sachsen-Anhalt dennoch weiterhin viel strukturelles Wählerpotenzial, das die Corona-Maßnahmen kritisch sieht und zum rechten Rand tendiert.
  3. Die CDU punktet vor allem bei den über 60-Jährigen, während die AfD in den mittleren Altersgruppen und bei den Männern stark abschneidet.
  4. Bundespolitik hat bei der Landtagswahl eine geringe Rolle gespielt - wodurch auch die Grünen nur leicht zulegen konnten.

[Hier lesen Sie die komplette Wahlanalyse zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.]

Was bedeutet das Ergebnis für die Bundespolitik?

"Die AfD bleibt zwar auf Abstand, aber sie bleibt ein Stachel", analysiert Kristina Hofmann die Folgen der Wahl in Sachsen-Anhalt für die Politik in der Hauptstadt Berlin. Trotz des guten Ergebnisses seien die Versuche der Union, Wähler der AfD zurückzuholen, bislang gescheitert.

Hoffnung macht bei den Parteien mit dem C im Namen jedoch aus Haseloffs Sicht die Geschlossenheit mit der CDU und CSU nun agieren. Das sei auch ein Rezept für die Bundestagswahl. Bei der die Grünen stärkste Kraft werden wollen. In Sachsen-Anhalt haben sie gerade so den Einzug in den Landtag geschafft.

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