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Landtagswahl - Die Wahl in Rheinland-Pfalz auf einen Blick

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Die SPD verliert leicht, bleibt aber stark in Rheinland-Pfalz. Eine Fortsetzung der Ampel-Koalition unter Malu Dreyer ist möglich. Die CDU schneidet historisch schlecht ab.

Vorläufiges amtliches Endergebnis in Rheinland-Pfalz

Malu Dreyer kann in Rheinland-Pfalz voraussichtlich weiter mit Grünen und FDP regieren. Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis liegt ihre SPD als stärkste Partei deutlicher vor der CDU als erwartet.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer wurde bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz in ihrem Amt bestätigt. Die CDU schneidet historisch schlecht ab. Überraschend war der Sieg der Freien Wähler, die mit knapp über 5 Prozent in den Landtag ziehen.

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  • Die SPD verliert zwar, bleibt aber stark: Die Partei der amtierenden Ministerpräsidentin Malu Dreyer erhält laut vorläufigem amtlichen Endergebnis 35,7 Prozent der Stimmen. Die SPD stellt seit 30 Jahren durchgängig den Ministerpräsidenten in Mainz, die Chancen stehen gut, dass sich diese Tradition fortsetzt.


  • Für die CDU geht es in Rheinland-Pfalz weiter deutlich bergab: 27,7 Prozent gab es noch für die Partei von Christian Baldauf. Welche Rolle dabei die Maskenaffäre der letzten Wochen gespielt hat, ist nicht sicher, sicher ist allerdings, dass es für die CDU das schlechteste Ergebnis in Rheinland-Pfalz seit Gründung der Bundesrepublik ist. 2016 waren es noch 31,8 Prozent.


  • Die AfD um Michael Frisch konnte gegenüber der letzten Umfragen zulegen und kommt auf 8,3 Prozent, landet aber hinter ihrem Ergebnis von 2016 (12,6 Prozent).


  • Auch die FDP um Spitzenkandidatin Daniela Schmitt verliert Stimmen und kommt auf 5,5 Prozent. Bei der Wahl Wahl 2016 waren es noch 6,2 Prozent.


  • Die Grünen können wieder punkten: Spitzenkandidatin Anne Spiegel konnte die herben Verluste von 2016 teilweise wieder ausbügeln. Sie kommen auf 9,3 Prozent. Bleibt es dabei, können die Grünen ihr Ergebnis fast verdoppeln: 2016 kam die Partei nur noch auf 5,3 Prozent.


  • Die Linke mit Spitzenkandidat David Schwarzendahl wird nicht in den Landtag einziehen: Sie kommt auf 2,5 Prozent nach 2,8 Prozent bei der vergangenen Wahl.


  • Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis ziehen die Freien Wähler von Joachim Streit in den Landtag ein: Mit 5,4 Prozent schaffen Sie erstmals den Sprung über die 5-Prozent-Hürde.

Wie hoch war die Wahlbeteiligung?

Die Wahlbeteiligung lag bei 64,4 Prozent, ein deutlicher Rückgang zur letzten Landtagswahl, damals gaben 70,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Der Anteil der Briefwähler belief sich auf rund 66 Prozent und war damit mehr als doppelt so hoch wie bei der Wahl 2016, als knapp 31 Prozent auf diese Weise abgestimmt hatten.

Welche Koalitionen können jetzt im Mainzer Landtag regieren?

Bisher hatten sich die Vertreter von SPD, Grünen und FDP stets für eine Fortsetzung der gemeinsamen Ampelkoalition ausgesprochen. Malu Dreyer sieht ihren Wahlsieg und die Ampel-Koalition mit Grünen und FDP auch als Lehrstück für andere Konstellationen.

"Wir haben sehr gut regiert fünf Jahre lang und wir haben auch alle unseren gemeinsamen Ziele erreicht", sagte sie am Abend im ZDF.

Natürlich kann auch der Bund nochmal hinschauen, wie funktioniert das hier in Rheinland-Pfalz
Malu Dreyer

Möglich wäre rechnerisch auch eine große Koalition aus SPD und CDU sowie eine Koalition aus SPD, Grünen und Freien Wählern oder SPD, FDP und den freien Wählern.

[Welche inhaltlichen Überschneidungen und Differenzen es gibt, zeigt unser Koalitionsnavi.]

Wie unterschiedlich wählten Frauen und Männer in Rheinland-Pfalz?

Nach Angaben der Forschungsgruppe Wahlen haben Frauen vor allem die SPD gewählt, mehr Grün und weniger AfD als männliche Wähler:

  • SPD: 36 Prozent
  • CDU: 25 Prozent
  • AfD: 8 Prozent
  • FDP: 6 Prozent
  • Grüne: 11 Prozent
  • Linke: 3 Prozent
  • Freie Wähler: 6 Prozent

Bei den Männern ist es umgekehrt: Zwar gab es von ihnen auch viele Stimmen für die SPD, aber auch überdurchschnittlich viele für die AfD, weniger für die Grünen:

  • SPD: 32 Prozent
  • CDU: 25 Prozent
  • AfD: 13 Prozent
  • FDP: 7 Prozent
  • Grüne: 9 Prozent
  • Linke: 3 Prozent
  • Freie Wähler: 6 Prozent

Welche Partei in welcher Altersgruppe gepunktet hat

Ergebnisse in den einzelnen Wahlkreisen

Erstmals haben die Grünen ein Direktmandat bei einer Landtagswahl in Rheinland-Pfalz errungen. Die Landtagsabgeordnete Katharina Binz gewann laut dem vorläufigen Ergebnis mit 29,6 Prozent den Wahlkreis Mainz I.

Wahlanalyse: Malu Dreyer ist Zugpferd der SPD

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Reaktionen auf das Wahlergebnis

Verständlicherweise jubelt Malu Dreyer über das Wahlergebnis: Es gebe erneut einen "klaren Regierungsauftrag". Ihre Regierung aus SPD, FDP und Grünen sei eindeutig bestätigt worden. Man müssen natürlich den Abend abwarten, aber: "Ich bin ganz zuversichtlich, ich habe ja immer gesagt die SPD strebt an, die Ampelarbeit fortzusetzen."

CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf sagt über das Wahlergebnis im ZDF, es sei ein "sehr bitterer Abend". CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak machte im Südwesten keine Wechselstimmung aus. "Es sind persönliche Erfolge der Ministerpräsidenten", sagte Ziemiak. Mitverantwortlich sei aber auch die Maskenaffäre gewesen, die der CDU geschadet habe. Es gebe zudem Unverständnis und Kritik an dem Corona-Krisenmanagement.

FDP-Chef Christian Lindner sieht seine Partei durch die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz kräftig gestärkt. Die FDP habe mit ihren Themen "immer mehr Traktion gewonnen", sagte Lindner am Sonntagabend in der FDP-Parteizentrale. Er bekräftigte: "Die FDP ist bereit zur Übernahme von Regierungsverantwortung, und zwar dann, wenn wir Inhalte umsetzen können."

AfD-Chef Jörg Meuthen sagte, er glaube nicht, dass die Verluste seiner Partei auf die Position der AfD in der Corona-Krise zurückzuführen seien. Die AfD habe in der Krise "andere Antworten als die anderen Parteien". Mit Blick auf die Bundestagswahl im September sagte Meuthen, er sei überzeugt, dass im Laufe des Jahres das "Versagen" der Bundesregierung in der Corona-Politik deutlich werden werde.

Die Linken-Co-Vorsitzende Janine Wissler zeigte sich enttäuscht über das vorläufige Ergebnis ihrer Partei bei den Landtagswahlen. "Wir haben unser Ziel, in beide Landtage einzuziehen, verpasst", sagte Wissler am Abend nach den Prognosen von ARD und ZDF. "Wir hätten uns deutlich mehr gewünscht."

Der Spitzenkandidat der Freien Wähler in Rheinland-Pfalz, Joachim Streit, sieht seine Partei bei einem Einzug in den Landtag zunächst in der Opposition. Sie würden auf den Oppositionsbänken sitzen, sagte Streit am Sonntagabend. Die fünf Jahre der Legislaturperiode müssten genutzt werden.

Wie reagiert die Bundespolitik?

Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind die Probeläufe für das Superwahljahr 2021 und auch dafür, wie Wahlen unter Corona-Bedingungen ablaufen: Ihre Bedeutung für die Bundespolitik sind nicht zu unterschätzen. Für die CDU ist der Start jedenfalls verhagelt, SPD und Grüne feiern sich.

[Lesen Sie hier die Analyse "In der CDU wächst die Nervosität"]

Reaktionen aus allen Parteien in der Berliner Runde und der ZDF-Wahlsendung:

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von Kevin Schubert
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