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Ex-SPD-Finanzminister bei Lanz - Steinbrück sieht Laschet politisch am Ende

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Der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück fand bei Markus Lanz klare Worte zur Bundestagswahl. Sein Mitleid mit Armin Laschet sei "begrenzt", die Union "profillos".

Peer Steinbrück im Studio von Markus Lanz
Die Union ist laut Peer Steinbrück (SPD) nach Merkel profillos.

Der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück fand bei Markus Lanz klare Worte über den Ausgang der Bundestagswahl. Sein Mitleid mit Armin Laschet (CDU) sei "begrenzt", die Union "profillos". Zum Kanzlerkandidaten der Union befand Steinbrück: "Ich glaube, dass er diesen Wahlkampf und die Zeit danach politisch nicht überleben wird."

Armin Laschet sei die personifizierte Niederlage der Union, sagt Peer Steinbrück bei Markus Lanz. Die vergangenen 16 Jahre hätten die CDU entleert.

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Diskussion bei Lanz: Sündenbock Laschet?

Zudem sei Olaf Scholz gewählt worden, obwohl – und nicht, weil – er in der SPD ist. Diese Formulierung stufte er selbst als "gefährlich" ein. "Eine Prägung der SPD durch Esken und Kühnert hätte in meinen Augen nicht mal die 20 Prozent erreicht", sagte der Politiker überzeugt.

Auch, wenn Steinbrück nicht viel Gutes an seiner eigenen Partei lässt, so weise die aktuelle Lage doch stark auf eine Ampel-Koalition hin. Selbst wenn die Union "auf dem Beifahrersitz" den Anspruch auf Regierungsbeteiligung erhebe, glaubt Peer Steinbrück nicht, "dass die Union Herrn Laschet bei der Wahl zum Kanzler ins Schaufenster stellen würde".

Steinbrück: Union ist "profillos" geworden

Steinbrück ging bei Markus Lanz davon aus, dass die Union im Falle einer CDU-geführten Kanzlerschaft jemand anderen nominieren würde. Denn:

Laschet ist bei allem Respekt gegenüber seiner persönlichen Integrität doch das Symbol, die personifizierte Niederlage der Union, obwohl das ungerecht ist. Der Sündenbock ist kein Herdentier.
Peer Steinbrück, ehemaliger Bundesfinanzminister

Zudem formulierte Steinbrück ein hartes Urteil über die Union: "Mit dem Ende der Ära Merkel wird deutlich, dass die Union doch ziemlich profillos geworden ist. Und sie hat den Fehler gemacht, auch noch einen verhältnismäßig profillosen Kandidaten oben drauf zu setzen."

Im Vorfeld des Sondierungsgesprächs zwischen Grünen und Union haben Grüne und FDP die Indiskretion bei der Union kritisiert. ZDF-Korrespondent Mathis Feldhoff zu diesem Vorwurf.

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Wahlgewinner Olaf Scholz

Peer Steinbrück unternahm an diesem Abend auch eine Analyse des Wahlergebnisses seiner eigenen Partei. Der SPD-Erfolg sei maßgeblich davon geprägt, dass – anders als 2009, 2013 und 2017 – die Partei sehr geschlossen hinter Olaf Scholz gestanden habe.

"Ich glaube trotzdem, dass man sehr vorsichtig damit sein sollte, dass die SPD gewonnen habe. Ich würde es darauf reduzieren wollen, dass Olaf Scholz gewonnen hat", so der Politiker am Dienstagabend bei Markus Lanz. Olaf Scholz habe gewonnen, weil "er nicht Armin Laschet war und die SPD in der Lage gewesen ist, alle, die ihm hätten Knüppel zwischen die Beine werfen können, zu vergattern", so der 74-Jährige weiter.

Die Gewinner seien SPD, Grüne und FDP, sagt Olaf Scholz.

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Sarah Wagenknecht fehlt Profil von Union und SPD

Sahra Wagenknecht nahm am Dienstagabend bei Markus Lanz ebenfalls Stellung zu Union und SPD: "Ich finde es schlimm, wie wenig Profil gerade bei den beiden ehemaligen Volksparteien da war." Eine Umfrage zehn Tage vor der Wahl sei für sie "erschütternd" gewesen, so Wagenknecht:

53 Prozent derer, die fest entschieden waren, zur Wahl zu gehen, haben gesagt: Eigentlich überzeugt sie keiner der Kandidaten. Sie werden den wählen, den sie am wenigsten schlecht finden.
Sarah Wagenknecht, ehemalige Fraktionsvorsitzende Die Linke

Juli Zeh sieht ein "versöhnliches Wahlergebnis"

Juli Zeh, Juristin und Autorin, gewann den Wahlergebnissen bei Markus Lanz hingegen etwas Positives ab: Zwar hätten wir in den letzten Monaten und Jahren viel Zeit damit verbracht, immer wieder zu analysieren und zu betonen, wie wahnsinnig polarisiert dieses Land sei.

Bei Markus Lanz diskutieren der FDP-Politiker Gerhart Baum und Omid Nouripour von den Grünen über die Regierungsbildung und mögliche Bündnisse.

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Doch sie betonte: "Das Wahlergebnis zeigt: Die extremen Ränder sind – trotz dieses Corona-Jahres – nicht gestärkt worden. Diese Wahl hat etwas Versöhnliches." Und weiter:

Nichts spricht dagegen, in einem Portfolio von anständigen, vernünftigen Parteien eine gesunde Dreierkonstellation zu bilden. Das ist nicht der Zerfall der Demokratie, sondern das spiegelt die gesellschaftlichen Entwicklungen sehr gut wider. Es hat sich diversifiziert.
Juli Zeh, Juristin und Autorin

Peer Steinbrück merkte an, eine Dreierkonstellation könne sogar "demokratiestärkend" sein. Denn: "Das Muster der Kanzlerdemokratie, dass das Machzentrum maßgeblich im Kanzleramt liegt, verlagert sich stärker in den Fraktionsvorsitzspitzen des Bundestages, wenn drei Parteien vertreten sind."

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