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Cem Özdemir - Linksbündnis? "Fantasie reicht dafür nicht"

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Cem Özdemir (Grüne) kam bei Markus Lanz um die Frage nach einer Koalition mit der Linkspartei nicht herum. Dafür lenkte er ab von Umfragewerten - zum Gepräch mit einer Zeitzeugin.

Die bewegende Familiengeschichte einer Holocaustüberlebenden, über jüdisches Leben und Antisemitismus in Deutschland sowie über die Umfragewerte der Grünen und deren Wahlkampf

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Markus Lanz konfrontierte Cem Özdemir am Donnerstagabend zunächst mit der Frage: "Wie haltet ihr es mit der Linkspartei?" Dem Grünen-Politiker eine Antwort abzuringen, erforderte mehrere Anläufe.

Özdemir gab sich zunächst diplomatisch: "In Thüringen gibt es mit Bodo Ramelow jemanden, der Sozialdemokrat sein könnte." Im Bund gehe es auch um Außenpolitik und Marktwirtschaft, so der 55-Jährige strauchelnd. "Ja oder Nein?", hakte Lanz nach. Der Ex-Vorsitzende der Grünen sagte daraufhin: "Die Linke hat vor wenigen Tagen im Deutschen Bundestag zu einem Rettungseinsatz aus Afghanistan Nein gesagt. Das war ihre Prüfung. Da hat sie versagt. Das ist ein Nein zum Willen, dieses Land zu regieren."

Keine "Fantasie" für Koalition mit der Linken

Markus Lanz wiederholte die Frage: "Mit Ihnen keine Koalition mit der Linkspartei?“ Özdemir antwortete: "Mit mir keine Koalition, die unklar ist bei Menschenrechten, bei Demokratie, bei Rechtsstaatlichkeit", und wich damit einer eindeutigen Antwort weiterhin aus. Zudem habe er nichts auszuschließen - er sei Cem Özdemir. Weiter sagte der Politiker zu einer möglichen Koalition mit der Linken:

Das müssen die Chefs vorne entscheiden. Annalena Baerbock und Robert Habeck teilen zu 100 Prozent das, was ich gerade gesagt habe.
Cem Özdemir, Die Grünen

Ob er ausschließe, mit der Linkspartei zu koalieren, setzte Markus Lanz zur letzten Nachfrage an. "Meine Fantasie reicht dafür nicht aus", beendete Cem Özdemir das Thema.

Die Frage nach dem Geld

Die Grünen hatten kürzlich eine Parteispende in Höhe von 1,25 Millionen Euro vom niederländischen Milliardär Steven Schuurman erhalten. Markus Lanz fragte Cem Özdemir, ob er das gut fände, obwohl er sich seit 10 Jahren für eine Obergrenze von Parteispenden um die 100.000 Euro einsetze. Der Politiker entgegnete: "Wir halten uns an das geltende Recht."

Die Spende sei absolut transparent, man wisse, mit welchem Zweck Schuurman gespendet habe, erläuterte Özdemir aufgebracht. Der 55-Jährige empörte sich: "Die Logik kann nicht sein: Wir kämpfen für eine Obergrenze. Die Anderen verhindern die Obergrenze. Die Grünen sollen sich aber an ein Gesetz halten, das es gar nicht gibt, weil die Anderen es abgelehnt haben?"

Die anderen Parteien hätten jederzeit die Möglichkeit, die Gesetze zu verschärfen, wie die Grünen es vorschlagen, befand Özdemir.

Seit Jahren setzen die Grünen sich für eine Obergrenze für Parteispenden ein. Özdemir rechtfertigt die jetzige Spende: "Es ist absolut transparent."

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Statt Prozentzahlen Bericht von Holocaust-Überlebender

Gefragt nach den Umfragewerten zeigte sich Cem Özdemir bewegt und betonte, er tue sich angesichts der ebenfalls eingeladenen Überlebenden des Holocaust, Margot Friedländer "schwer, über die Niederungen der Prozentzahlen zu reden".

Özdemir zeigte auf ein Diagramm, das aktuelle Umfragewerte darstellte, um dann mit einer Handbewegung auf Friedländer zu deuten. Mit bewegter Stimme sagte er: "Das ist wichtig. Aber das ist wichtiger." Die 99-jährige Zeitzeugin war erst vor 11 Jahren aus den USA nach Deutschland zurückgekehrt.

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