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Laschet auf dem CSU-Parteitag : Im Kampfanzug

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Markus Söder hatte schon gestern für einen guten Empfang für Laschet geworben. Heute löste die CSU das Versprechen ein und bejubelt einen, den sie eigentlich für den Falschen hält.

Fast wie eine Trotzreaktion auf sich selbst, auf die Sticheleien vom Schlafwagen bis zum Kandidaten der Herzen, ist der Empfang für Armin Laschet auf dem CSU-Parteitag. Standing Ovations, laute Rufe, minutenlanger Jubel für den Kanzlerkandidaten, als der die Halle betritt - es wirkt so, als ob man in 14 Tagen einen sensationellen Erfolg einfahren werde und Laschet dafür der Garant wäre.

Und der Kandidat genießt es sichtlich - das hatte er so offenbar nicht erwartet. Doch die Vorzeichen sind natürlich andere. Die Union muss derzeit mit Umfragen leben, die ihr den Nahtod vorhersagen. Um die 20 Prozent bundesweit, unter 30 Prozent für die CSU in Bayern, die SPD vor der Union. Dieser Auftritt heute soll Trendwende einleiten, hatte Markus Söder schon am Vortag die Linie vorgegeben.

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"Irren ist menschlich, immer irren ist sozialdemokratisch"

Und Armin Laschet? Er hat offenbar den Kampfanzug angelegt. Zunächst schmeichelt er der CSU und vor allem Markus Söder. Artig gratuliert er zur Wiederwahl als Parteivorsitzender: "Ein tolles Ergebnis." Und er prophezeit dem Vorsitzenden der Schwesterpartei eine große Rolle für die Zukunft: "Wenn wir die Wahlen gewinnen, werden wir in den nächsten Jahren Deutschland prägen."

Es ist eine kämpferische Rede, die Laschet in der Halle in Nürnberg hält - und er wird immer wieder durch starken Beifall unterbrochen. Ganz geschickt nutzt Laschet dafür Reizworte, die der CSU gefallen. Olaf Scholz sei zwar ein ganz guter Finanzminister gewesen, aber doch nur "weil Angela Merkel auf ihn aufgepasst hat". Er zitiert den CSU-Urvater Franz-Josef Strauß: "Irren ist menschlich, immer irren ist sozialdemokratisch." Und die CSU dankt es ihm.

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"Linksruck stoppen"-Kampagne

Auch Laschet setzt auf die "Linksruck stoppen"-Kampagne, die die CSU ausgerufen hat. Wer gegen die Nato und gegen Europa agitiere, sei eine Gefahr für Deutschland: "Wer jeden europäischen Einigungsvertrag abgelehnt hat, der darf in Deutschland keine Regierungsverantwortung übernehmen", sagt Laschet in Richtung SPD und Linkspartei.

Seit Tagen schon versucht er, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz eine klare Absage an eine Koalition mit den Linken abzuringen: "Warum bringt Olaf Scholz das nicht auf die Beine, diesen Satz auszusprechen?" Und er mutmaßt, dass 90 Prozent der Sozialdemokraten, das habe er in den Gesichtern der SPD-Fraktion in dieser Woche im Bundestag gesehen, natürlich lieber mit den Linken koalieren wollten.

Die CSU hat ihren Frieden mit Laschet gemacht

"Armin, Armin", hallt es vereinzelt durch die Halle - fast wie auf einem Landesparteitag in NRW -, als Laschet nach gut 50 Minuten zum Schluss kommt. Er hat in den Augen der CSU geliefert. Zuvor hatte er noch mal betont, dass er für die Union nicht egal sei, wer im Kanzleramt sitzt.

In den entscheidenden Momenten der Geschichte, stand die Union für den richtigen Kurs.
Armin Laschet (CDU), Kanzlerkandidat der Union

Und selbst der Satz, den die meisten CSUler so wahrscheinlich vor diesem Parteitag nie als Laschets Stärke gesehen hätten, wird bejubelt: "In geschichtlichen Momenten muss ein deutscher Kanzler diese Grundüberzeugung haben. In diesen Momenten muss man Kurs halten." Die CSU scheint für den Moment ihre Frieden mit dem Kandidaten gemacht zu haben.

Die Ansprüche sind inzwischen bescheiden

Als Armin Laschet endet, kommt die versammelte Führungsriege der CSU applaudierend auf die  Bühne. So, als hätte es das Interview mit dem Satz von Generalsekretär Markus Blume zwei Tage zuvor, dass man mit Söder "natürlich besser dastehe", nicht gegeben. Oder die Spitze von CSU-Spitzenkandidat Alexander Dobrindt, der Laschet gerade noch empfohlen hatte "seine Persönlichkeitswerte" zu verbessern.

Die CSU will offenbar jetzt mit der Brechstange den Erfolg, auch wenn der inzwischen ganz bescheiden ausgelegt wird. Es reicht, wenn man in 15 Tagen knapp vor der SPD liegt.

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von Robert Meyer
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