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Laschet bei "Brigitte" : Fall Maaßen: "Wir haben wichtigere Probleme"

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Tagelang war er abgetaucht. Kein Wort zu Maaßen, kein Wort zur Wahlkampagne. Jetzt musste CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet zu "Brigitte" – und sagte auch nicht viel mehr.

Den Namen möchte er nicht aussprechen. Die drei Worte "Hans-Georg Maaßen" oder schlicht "Maaßen" kommen Armin Laschet in gut 60 Minuten nicht über die Lippen. Dabei hätten sich einige in seiner Partei ein klares, öffentliches Wort ihres CDU-Kanzlerkandidaten gewünscht.

Laschet versuchte es mit kleinreden, schnell abhaken, wenn es um den Mann ging, dessen Name offenbar wie bei Harry Potter nicht genannt werden darf: "Wir haben momentan andere Probleme als die, die der Kandidat angesprochen hat", sagte Laschet im Interview mit der Frauenzeitschrift "Brigitte".

Laschet: Maaßen hat Klima nicht vergiftet

Der ehemalige Verfassungsschutz-Präsident Maaßen hatte in einem TV-Interview dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk Meinungsmanipulation und Mitarbeitenden der ARD-"Tagesschau" Nähe zum Linksextremismus vorgeworfen sowie eine Art Gesinnungstest für Journalisten gefordert. Später betonte er auf Twitter, die Pressefreiheit habe Verfassungsrang.

Das genügte Laschet. Maaßen habe sich "revidiert", sagte er bei "Brigitte". Ein starker öffentlich-rechtlicher Rundfunk sei für die CDU wichtig, das sei "glasklar", an die Abgrenzung zur AfD müsse sich jeder Kandidat halten, "auch der Erwähnte". Er habe "nicht die Absicht", jede Bemerkung der 299 Wahlkreiskandidaten aufzuwerten, indem er dagegenhalte. Ob Maaßen das Klima vergiftet habe? "Nein", sagte Laschet.

Maaßen kandidiert für die Bundestagswahl im Wahlkreis Südthüringen. Diesen hatte zuvor Mark Hauptmann gewonnen, der wegen der Maskenaffäre in der Union und wegen möglicher Beeinflussung durch Aserbaidschan zurücktreten musste. Die CDU-Thüringen hält zu Maaßen, auch die Bundes-CDU will ihn als Kandidaten weiter unterstützen. Allerdings gibt es auch CDU-Mitglieder, die einen Rückzug Maaßens von der Kandidatur und seinen Parteiausschluss fordern.

Zurück zum Inhalt

Die Interviews im Wahlkampf bei "Brigitte" haben Tradition. Dort gab 2017 Angela Merkel den Widerstand gegen die Ehe für alle auf, so dass die rechtliche Gleichstellung homosexueller mit heterosexuellen Paaren mit den Stimmen von SPD und Opposition kurz vor Ende der Legislaturperiode durchkam.

Dort waren die wenigen Momente in der Amtszeit der Kanzlerin, in denen sie dosiert Privates verriet. Dass sie schöne Augen bei Männern attraktiv findet etwa. Annalena Baerbock versuchte vorige Woche dort, die Plagiatsvorwürfe gegen sie und ihr neues Buch abzuräumen. "Ich wollte gar kein Sachbuch schreiben", sagte sie. Und dass sie einen Wahlkampf befürchtet, in dem es nur noch um Fake News statt um "die großen Fragen der Zeit" geht.

Das sieht ihr Konkurrent um das Kanzleramt ähnlich. Laschet sagte:

Ich würde mir wünschen, dass wir langsam zur politischen Debatte kommen.
Armin Laschet

Zu den Vorwürfen gegen Baerbock wolle er sich nicht äußern - das sei nicht seine Aufgabe. Auch werde sie in der Presse nicht härter behandelt als er selbst. Dass Frauen aber im Netz "sexistisch beleidigt und behandelt" würden, sei nicht in Ordnung.

Kein Gendersternchen, und Aachen bleibt Aachen

"Brigitte" will vor allem den "Mensch hinter den Wahlprogrammen" in diesem Format entdecken, wie Chefredakteurin Brigitte Huber sagte. Was erfährt man also über Armin Laschet?

Dass er, der seine berufliche Laufbahn als Journalist begann, einem Porträt über sich die Überschrift "Der Richtige" geben würde. Dass sein Lebensmittelpunkt Aachen bleiben werde, wenn er Bundeskanzler werden sollte. Dass er selbst nicht das Gendersternchen mit Pause sprechen will, aber kein Verbot will wie sein Parteifreund Friedrich Merz. Und dass er ab und zu in die Binge-Watching-Falle tappt, also Folgen einer Serie bis früh um 3 oder 4 Uhr anschaut.

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Tempo 130 "nicht kriegsentscheidend"

Noch etwas Politisches? Die Aufregung um Tempo 130, das er auf Autobahnen ablehnt, findet er übertrieben. Das sei nicht "kriegsentscheidend", schließlich gehe es gerade um den Kohleausstieg. Er widerspricht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der heute gefordert hatte, Kindern sollte die Entscheidung übers Impfen selbst überlassen werden:

Wir sollten als Politik keinen Druck auf die Ständige Impfkommission ausüben.
Armin Laschet

Als Kanzler zu kandidieren, sei "wahrscheinlich die mutigste Entscheidung", sagt Laschet, die er je in seinem Leben getroffen hat. Zwölfeinhalb Wochen sind es noch bis zum Wahltag.

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