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International statt regional: Laschet in Israel

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Kandidat für CDU-Vorsitz - International statt regional: Laschet in Israel

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Ministerpräsident Laschet besucht Israel in einer Zeit, in der das Land zunehmend besorgt auf Deutschland schaut. Er findet klare Worte und kann zeigen: Ich kann mehr als regional.

Armin Laschet und Israels Staatspräsident Reuven Rivlin
Armin Laschet und Israels Staatspräsident Reuven Rivlin
Quelle: dpa

Ein Pressetross von zwei Dutzend Journalisten, ungewöhnlich für den Besuch eines Ministerpräsidenten: Armin Laschet ist zu Gast in Israel, um dort ein Verbindungsbüro des Landes Nordrhein-Westfalen zu eröffnen.

Das große Interesse gilt weniger einem Ministerpräsidenten auf Dienstreise, als vielmehr dem Kandidaten Armin Laschet: Wie schlägt sich der Mann, der die CDU führen und Angela Merkel im Kanzleramt folgen will, auf internationalem Parkett?

Laschet will internationale Kompetenzen zeigen

Die seit längerem geplante Reise liegt günstig für Laschet: Wenige Tage nach der Ankündigung seiner Kandidatur für den CDU-Vorsitz lautet seine Botschaft: "Ich kann mehr als regional." Mit großer Delegation und dichtem Terminplan, am Tag vor den israelischen Wahlen - wer Aufmerksamkeit organisieren möchte, macht es genau so.

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Den israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin trifft Armin Laschet in einer Zeit, in der Israel zunehmend besorgt auf Deutschland schaut: Der Aufstieg der AfD, der Mord an Walther Lübcke, Halle, Hanau – Themen, die bei der Begegnung eine Rolle spielen. Es sei ein schreckliches Phänomen, dass es erneut Antisemitismus, Rassismus und rechte Gewalt gebe, sagt Laschet:

Ich schäme mich, dass wir das in Deutschland 75 Jahre nach der Befreiung von Ausschwitz wieder erleben.
Armin Laschet, NRW-Ministerpräsident (CDU)

Es sind klare Worte, die Laschet auch zuvor schon beim Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem gefunden hat: Es gelte den Anfängen von Diskriminierung zu wehren.

Eine Million Euro jährlich für NRW-Verbindungsbüro

Laschet wird freundlich empfangen von Rivlin, der die engen gemeinsamen Beziehungen betont und das gemeinsame Ziel, gegen Antisemitismus zu kämpfen. Und es sind wohl nicht nur die Kanzler-Ambitionen, die Laschet hier zu einem geschätzten Gesprächspartner machen: Armin Laschet pflegt seit langem enge Beziehungen zu Israel, auch als Ministerpräsident ist es bereits seine zweite Reise hierher.

So ist die Eröffnung des nordrhein-westfälischen Verbindungsbüros auch Ausdruck dieses politischen Anliegens. Eine Million Euro jährlich will NRW sich die Förderung der Beziehungen kosten lassen, damit die wirtschaftlichen und kulturellen Verbindungen zu Israel vertiefen.

Kanzlertaugliche Begleitung für Armin Laschet

Und deshalb lässt sich Laschet von einer großen Delegation begleiten: Da ist der Vorsitzende einer großen Wohnungsbaugesellschaft ebenso dabei wie die Unirektorin und der Kirchenmann - eine Begleitung von kanzlertauglichem Format, ein recht angenehmer Nebeneffekt. Ein Mitglied der Delegation ist übrigens Konrad Adenauer, ja, der Enkel. Dessen Großvater hatte als Bundeskanzler mit Staatsgründer Ben Gurion die Grundlage für die deutsch-israelischen Beziehungen legen können.

Nun ist Enkel Adenauer hier mit einem Mann, der vielleicht bei der nächsten Israel-Reise als Bundeskanzler kommen könnte. Was er davon hält? Adenauer lacht: "Würde mich freuen - dann fahr ich wieder mit."

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