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Kampf um Kanzlerkandidatur - Laschet gegen Söder: Drei mögliche Szenarien

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Am Wochenende wollten Laschet und Söder die K-Frage gelöst haben. Saar-Regierungschef Hans rechnet erst Anfang kommender Woche mit einer Klärung. Welche Szenarien sind denkbar?

Markus Söder (links hinten) und Armin Laschet (Archivbild vom 12.03.2019)
Markus Söder (l.) und Armin Laschet: Ein Machtkampf auf Biegen und Brechen
Quelle: imago

Armin Laschet und Markus Söder liefern sich einen erbitterten Machtkampf, und zwar von beiden Seiten. Viele in der Union fragen sich, wie die Vorsitzenden von CDU und CSU nach den Verletzungen im Streit um die K-Frage später überhaupt noch gemeinsam Wahlkampf machen wollen.

Aber bevor die Union in den Wahlkampfmodus schalten kann, muss klar sein, wer Kanzlerkandidat wird. Und dafür müssen sich der NRW-Regierungschef und sein Kollege aus Bayern erstmal einigen. An diesem Sonntag läuft die selbst gesetzte Frist ab. Fast nichts dringt nach draußen, es ist nur die Rede von "guten und konstruktiven" Gesprächen.

Saar-Ministerpräsident Tobias Hans geht anscheinend nicht von einer heutigen Einigung aus. Im ZDF sagte der CDU-Politiker, es sei wichtig, "dass das Anfang der Woche jetzt auch mal geklärt ist". Aber wie könnte die Klärung der Personalfrage aussehen? Drei Szenarien sind denkbar:

Szenario eins: Söder gibt nach, Laschet wird Kandidat

Laschet werde nicht einknicken, war aus der CDU zu hören. Besteht er auf der Kandidatur und Söder gibt nach, dürfte der Bayer klar machen, bei wem er die Verantwortung sieht, sollte die Wahl verloren gehen: bei Laschet.

Doch zunächst müsste der in Umfragen weit hinten liegende Laschet die verunsicherte Parteibasis befrieden. Vor allem Söder-Fans unter den CDU-Abgeordneten befürchten einen Aufstand der Basis, sollten Vorsitzender und "Establishment" - Präsidium und Vorstand - dem Willen von Mitgliedern und Anhängern nicht folgen. Würde es Laschet gelingen, einen Aufruhr zu verhindern?

Markus Söder oder Armin Laschet - wer wird der Kanzlerkandidat der Union? Bis Ende der Woche wollen sie sich untereinander einigen, wer ins Rennen geht.

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Söder hat viel weniger zu verlieren - auch bei einer Niederlage könnte er triumphieren: Sein Image als harter Hund dürfte daheim nicht schaden. Und auch nicht, dass viele in der CDU viel lieber ihn als Kandidat gehabt hätten. Aber: Söder hat sich in dieser Woche viele CDU-Granden zum Gegner gemacht.

Szenario zwei: Laschet fügt sich Druck der Basis, Söder macht's

Nicht nur CDU-Abgeordnete, die Angst um ihr Mandat haben, auch erfahrene Insider glauben, dass mit Söder die Wahl einfacher zu gewinnen wäre. Zu stark sei Laschet angeschlagen. Der Bayer könne die Wahlkämpfer besser motivieren. Gerade beim Nachwuchs von der Jungen Union, der sowieso in der Mehrzahl zu Söder tendiert. Andererseits: Nach dieser Woche wäre die Mission Kanzleramt auch für einen Kandidaten Söder mit vielen weiteren Risiken behaftet.

Doch Laschet und fast der gesamte engste Führungszirkel der CDU - so glauben einige, die lange in der Partei sind - müssten einpacken, wenn sie sich nicht gegen Söder durchsetzen. Zu lange hat der CDU-Chef auf die Kandidatur gepocht, zu intensiv haben viele Granden für ihn geworben. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass die Führungsgremien der CDU quasi entmachtet würden, falls man sich den Umfragen und Forderungen der Basis fügt.

Im Kampf um die Unions-Kanzlerkandidatur fordert Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) seinen Amtskollegen Markus Söder (CSU) zum Rückzug auf: "Umfragewerte sind nicht das einzige Kriterium", so Günther.

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Szenario drei: Laschet und Söder einigen sich nicht

Wenn es zu keiner Einigung kommen sollte, galt in der Union als denkbar, dass Laschet dann für diesen Montag eine Sondersitzung des Vorstands einberufen könnte. Ausgang offen. Es wäre eine Art Vertrauensabstimmung: Verlöre er, wäre er wohl so beschädigt, dass sich die CDU gleich einen neuen Vorsitzenden suchen könnte.

Möglich wäre auch eine Abstimmung in der Bundestagsfraktion. Seit Tagen werden dort Unterschriften von Söder-Unterstützern gesammelt, um ein Votum der Fraktion, womöglich am Dienstag, zu erzwingen. Aber lassen es beide darauf ankommen? In beiden Parteien wird vor der Gefahr einer noch tieferen Spaltung gewarnt.

In der Union gibt es bisher kein Verfahren, wie der Kanzlerkandidat bestimmt wird. Soll künftig in der Fraktion abgestimmt werden, dem einzigen gemeinsamen Gremium von CDU und CSU? In einem neuen Gremium, nur für die K-Frage? Oder per Mitgliederbefragung?

Das Duell zwischen Laschet und Söder um die Kanzlerkandidatur dürfte sich bald entscheiden, in der Union scheint die Nervosität zu steigen. ZDF-Korrespondent Theo Koll berichtet.

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Wie ist die Stimmung an der Parteibasis?

Um ein Stimmungsbild unter den Mitgliedern haben sich viele Kreisverbände am Wochenende bemüht. Auch Niedersachsens CDU-Chef Bernd Althusmann rief die Mitglieder seines Landesvorstands sowie die Bezirks- und Kreisvorsitzenden nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur für Sonntag um 20 Uhr deswegen zu Online-Beratungen zusammen. Auch der Unions-Nachwuchs wollte sich am Sonntagabend positionieren.

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