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Sympathien für Russland : Lateinamerika - Putins sichere Bank

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Nach dem Überfall auf die Ukraine ist Wladimir Putin nicht so isoliert, wie es erscheinen mag. In Lateinamerika wird Russland anders wahrgenommen - aus historischen Gründen.

Juri Borisow und Nicolas Maduro am 16.02.2022 in Caracas
Juri Borisow und Nicolas Maduro am in Caracas (Archivbild)
Quelle: Imago

Mitten im brasilianischen Wahlkampf überraschte der linksgerichtete Präsidentschafts-Kandidat Lula da Silva (76) mit einem Interview im Time-Magazin mit seiner Ansicht zum Ukraine-Krieg.

"Ich sehe, wie der Präsident der Ukraine im Fernsehen spricht, ihm applaudiert wird und er stehende Ovationen von allen europäischen Parlamentariern bekommt", sagte da Silva und legte nach:

Dieser Mann ist genauso verantwortlich wie Putin für den Krieg. Denn im Krieg gibt es nicht nur einen Schuldigen.
Lula da Silva, Ex-Präsident Brasiliens

Damit reiht sich da Lula ein in eine Reihe von lateinamerikanischen Spitzenpolitikern, die zwar die russische Invasion verurteilen, aber auch der Ukraine eine Mitverantwortung für den Krieg zuschreiben. Auch Brasiliens amtierender rechtspopulistischer Präsident Jair Bolsonaro zeigte zuletzt immer wieder Sympathien für Russlands Präsident Putin.

Venezuelas Präsident: Stehen fest an der Seite Russlands

Eindeutig ist die Position der drei autokratisch geführten Linksregierungen Kuba, Venezuela und Nicaragua, die Russland als ihre militärische Schutzmacht betrachten. Venezuelas Präsident Nicolas Maduro erklärte zuletzt, Venezuela stehe fest an der Seite Russlands. Wenige Tage nach Beginn des Überfalls ließ er den russischen Botschafter auf einem Kongress der sozialistischen Partei mit Beifallsstürmen und Sprechchören feiern.

Archiv: Bohrinsel der brasilianischen Erdölgesellschaft Petrobras in der Bucht Bahia de Guanabara vor der Skyline von Rio de Janeiro, Brasilien, Südamerika

Öl aus Brasilien? - Südamerika rückt wieder in Europas Fokus 

Die durch den Ukraine-Krieg veränderte geopolitische Lage könnte ein auf Eis gelegtes Handelsabkommen wiederbeleben: Die Kooperation zwischen der EU und den Mercosur-Staaten.

Tobias Käufer, Bogota

Bei den traditionellen Feierlichkeiten zum Mai-Feiertag in der kubanischen Hauptstadt Havanna waren auch vereinzelt russische Fahnen mit dem "Z"- Symbol des russischen Feldzuges zu sehen. Vize-Außenminister Sergej Rjabkow brachte unmittelbar vor dem Überfall auf die Ukraine eine weitere russische Aufrüstung Venezuelas und Kubas ins Spiel. Und in Nicaragua gibt es nach Einschätzung von Militärexperten eine funktionierende russische Militärbasis.

Mexiko hält sich bedeckt

Mexiko, der südliche Nachbar der USA, hält sich ebenfalls zurück. Präsident Andres Manuel Lopez Obrador betont auch in anderen kontinentalen Konflikten stets die Bedeutung der Fortsetzung eines Dialogs und nimmt die Vereinten Nationen in die Pflicht: "Die UN müssen weiter auf Dialog bestehen." Der Ukraine-Krieg habe für die gesamte Welt auch gravierende wirtschaftliche Konsequenzen wie die Inflation.

Das Wichtigste wäre ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine, das würde sehr helfen, denn das war der Auslöser der Wirtschaftskrise.
Andres Manuel Lopez Obrador, Präsident Mexikos


Argentinien machte zuletzt deutlich, warum die Lateinamerikaner zum Ukraine-Konflikt eine andere Sichtweise haben, als die Europäer oder die Nordamerikaner. Vize-Präsidentin Cristina Kirchner erinnerte an den Konflikt mit dem Vereinigten Königreich um die Falkland-Inseln.

Präsident Bolsonaro sitzt bei einer offiziellen Sitzung in Brasilien am 19.10.2021

Krieg in der Ukraine - Putins Freunde in Lateinamerika 

Russlands Präsident kann sich auf die Hilfe vieler Regierungen aus Süd- und Mittelamerika sowie der Karibik verlassen. Die meisten verbindet eine Abneigung gegen die Demokratie.

von Tobias Käufer

Argentinien wirft Allierten Doppelmoral vor

Es gäbe eine völkerrechtliche Doppelmoral der Mächte, die glauben, über dem Rest der Länder zu stehen und sie nicht respektieren, sagte Kirchner. Und kritisierte, dass der Westen Argentinien das Recht auf die unmittelbar vor der Küste liegenden Falklandinseln ("Malvinas" im argentinischen Sprachgebrauch) verweigere.

"Bei der gewaltsamen Besetzung unserer Malvinas wird das Vereinigte Königreich von anderen Mächten unterstützt, die eine Invasion ablehnen, wenn es für sie nicht bequem ist", sagte Kirchner.

Aber wenn eine Invasion für sie bequem ist, weil es sich um einen Verbündeten handelt, dann ist alles gut.
Cristina Kirchner, Vizepräsidentin Argentiniens

Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

zerstörte Häuser in Folge des Krieges in der Ukraine.

Russland greift die Ukraine an - Aktuelles zum Krieg in der Ukraine 

Russlands Angriff auf die Ukraine dauert an. Es gibt Sanktionen gegen Moskau, Waffen für Kiew. Aktuelle News und Hintergründe zum Krieg im Blog.

Aktuelle Nachrichten zur Ukraine

Dara Hassanzadeh ist in Mykolajiw in der Ukraine unterwegs

Nachrichten | heute journal - Ukraine-Front: Artillerie und Zerstörung 

Die Region Mykolajiw im Südwesten der Ukraine ist Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen. Etliche Dörfer befinden sich seit Tagen unter russischen Beschuss. Trotz der Rakteneinschlägen, beschließen …

16.05.2022
von Dara Hassanzadeh
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