Lauterbach: Schnellerer Arzttermin durch Geld-Anreiz?

    Forderung von Lauterbach:Schnellerer Arzttermin durch Geld-Anreiz?

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    Wie kommen Patienten schneller an einen Facharzt-Termin? Karl Lauterbach bringt höhere Honorare für Hausärzte, die vermitteln, ins Spiel. Zudem warnt er vor Klinik-Pleiten.

    Karl Lauterbach am 24.08.2022 in Berlin
    Karl Lauterbach sorgt sich um die Lage der Kliniken in der Energiekrise.
    Quelle: Reuters

    Gesetzlich Krankenversicherte sollen schneller einen Termin beim Facharzt erhalten. Deshalb sollen die Honorare für solche Hausärzte erhöht werden, die erfolgreich Termine bei Fachärzten vermitteln, kündigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) an.
    Dem RND zufolge sollen sie dafür 15 statt zehn Euro erhalten. Lauterbach sagte, zudem würden die Honorare der Fachärzte verbessert, die über Terminservicestellen vermittelte Patienten behandeln.

    Das ist ein wichtiger Schritt gegen die Zwei-Klassen-Medizin.

    Karl Lauterbach (SPD), Gesundheitsminister

    Lauterbach warnt vor Klinik-Pleiten

    Lauterbach sorgt sich auch um die Lage der Krankenhäuser und warnt vor der realen Gefahr, dass im Zuge der Energie- und Inflationskrise bald auch Kliniken Pleite gehen könnten. "Wenn wir da nicht schnell und auch wirklich drastisch reagieren, kommt es zu Schließungen", sagte der SPD-Politiker am Sonntag im ARD-"Bericht aus Berlin". Über mehr staatliche Hilfe verhandele er an diesem Dienstag mit Finanzminister Christian Lindner (FDP).
    Bis dahin könne er aber "keinerlei" Größenordnung dazu nennen, sagte er. Skeptisch äußerte sich der Minister zu Forderungen nach einem Sondervermögen speziell für Krankenhäuser, analog zum 100-Milliarden-Topf für zusätzliche Militärausgaben.

    Wir können nicht für jeden Bereich ein Sondervermögen einführen.

    Karl Lauterbach (SPD), Gesundheitsminister

    Da müsse man vorsichtig sein. "Es muss ja auch alles abgezahlt werden." Anfang der Woche hatte die Deutsche Krankenhausgesellschaft ein schnelles Handeln der Politik gefordert. Ein allgemeiner Gaspreisdeckel erst im März sei keine adäquate Hilfe.
    Gaspreisbremse
    Die Vorschläge der Gaskommission versprechen Erleichterung, doch bei vielen Gaskunden bleiben die Sorgen. Vor allem, wenn ihre Abschlagszahlungen schon jetzt astronomisch hoch sind.15.10.2022 | 4:56 min

    Krankenhäuser kommen in "drastische Liquiditätsproblematik"

    Die Finanzierungslücke bei Sachkosten und Energie summiere sich auf rund 15 Milliarden Euro in den Jahren 2022 und 2023, hieß es. Zu diesen Zahlen sagte Lauterbach, er kenne die Rechnung, könne sie aber nicht nachvollziehen. "Das würde ja bedeuten, dass die Deutsche Krankenhausgesellschaft in der Lage ist abzuschätzen: Wie teuer ist denn nächstes Jahr das Gas, wie teuer ist der Strom." Das wisse doch jetzt ehrlicherweise niemand.
    Sicher sagen könne man aber dennoch, "dass die Krankenhäuser in den nächsten Monaten in eine ganz drastische Liquiditätsproblematik kommen". Das müsse gelöst werden.
    Quelle: dpa

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