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Interview

Leopard: Folgen für die Truppe : Wüstner: Verteidigungsfähigkeit geschwächt

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Dass Deutschland Leopard-Panzer an die Ukraine liefern will, habe Folgen für die Bundeswehr, warnt der Chef des Bundeswehrverbands. Er fordert eine "Art Kriegswirtschaft".

Man müsse auf die Konsequenzen hinweisen, etwa, dass dies "die Verteidigungsfähigkeit weiter schwächen wird", so der Chef des Bundeswehrverbandes André Wüstner.

Beitragslänge:
4 min
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Deutschland will 14 Leopard-2-Panzer aus Bundeswehr-Beständen an die Ukraine liefern. Was bedeutet das für die Bundeswehr? Oberst André Wüstner, Chef des Bundeswehrverbands, spricht im ZDF heute journal von weitreichenden Konsequenzen - und erwartet von der Politik ein Umdenken.

Sehen Sie das gesamte Interview im Video oder lesen Sie es in Auszügen hier. Das sagt Wüstner ...

... über die Auswirkungen auf die Bundeswehr

Oberst Wüstner sagt, er könne nachvollziehen, dass man die Leopard-2-Panzer nun an die Ukraine liefere. Man müsse aber "auch auf die Konsequenzen hinweisen", sagt der Chef des Bundeswehrverbands. "Das, glaube ich, fehlt noch." Da die Bundeswehr ohnehin in einer prekären Lage sei, werde die Abgabe von funktionsfähigen Kampfpanzern "die Verteidigungsfähigkeit nicht nur national, sondern auch im Bündnis weiter schwächen".

Aktuell habe die Bundeswehr in den gepanzerten Kampftruppen eine Einsatzbereitschaft von 33 Prozent. "Das ist zu wenig", konstatiert Wüstner. Mit Blick auf die 14 Kampfpanzer, Schützenpanzer und andere Systeme würden die Probleme mehr werden. "Die Bundeswehr ist nach wie vor im freien Fall", warnt Wüstner und fordert:

Ich erwarte schon morgen ein Umsteuern von der Politik. Wir müssen endlich in eine Art Kriegswirtschaft.
André Wüstner, Chef des Deutschen Bundeswehrverbands

Die Industrie müsse gestärkt werden und die Politik beantworten, "wann sie unsere Systeme ersetzt".

... über die Folgen für die Nato-Ziele

"Der Krieg wird noch länger dauern", befürchtet Wüstner. "Ich bezweifele, dass Putin mit seinen Aggressionen in den nächsten Jahren aufhören wird." Deswegen wolle die Nato ihre Abschreckungsfähigkeit erhöhen, deshalb habe Deutschland auch einen entsprechenden Beitrag zusagt. "Nur bezweifele ich bei weiteren Abgaben, dass wir diesen Beitrag leisten können."

Ohne Investitionen könne konventionelle Abschreckung nicht gelingen. "Und deswegen müssen wir in die Industrie investieren, damit wir diese Abschreckungsfähigkeit nicht nur wollen, sondern endlich auch können", sagt Wüstner.

Und da ist die Zeitenwende im Kopf von Regierung und Parlament noch nicht angekommen.
André Wüstner, Chef des Bundeswehrverbands

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