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Situation auf Lesbos bleibt angespannt

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Unruhen und Tränengas - Situation auf Lesbos bleibt angespannt

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Viele Migranten auf Lesbos kämpfen darum, die Insel verlassen zu können. Gleichzeitig errichten die Behörden für sie ein neues, provisorisches Lager.

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Auch am Wochenende nach dem zerstörerischen Großbrand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos bleibt die Situation auf der Insel angespannt und unübersichtlich. Dem griechischen Staatsradio zufolge konnten am Samstagnachmittag die ersten Migranten ein neues, provisorisches Zeltlager beziehen. Doch Tausende stehen weiterhin buchstäblich auf der Straße.

Im Laufe des Samstags kam es auf Lesbos immer wieder zu spontanen Demonstrationen von Migranten und in der Folge auch zu Zusammenstößen mit der Polizei. Einige Migranten warfen mit Steinen, die Polizei setzte Tränengas ein, wie Bilder im griechischen Fernsehen zeigten.

Provisorisches Zeltlager errichtet

Auch seien von den ehemaligen Lagerbewohnern entlang der Straße immer wieder Feuer entzündet worden, berichtete die griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA. Inmitten der Auseinandersetzungen und ohne eine Chance, ausweichen zu können: Kinder, Familien mit Kleinkindern und alte Menschen.

Die Zusammenstöße spielen sich entlang jenes Straßenabschnitts ab, auf dem viele Migranten nach dem Brand gestrandet sind und der nun in beide Richtungen von der Polizei abgesperrt wurde. Die Beamten versuchen, die Menschen daran zu hindern, in die Inselhauptstadt Mytilini zu gelangen. Stattdessen sollen sie in einem neuen, provisorischen Zeltlager untergebracht werden, das seit Freitag auf einem ehemaligen militärischen Schießübungsplatz errichtet wird.

Brandenburg kündigt Hilfe an

Die ersten Menschen sollen dort nun schon aufgenommen worden sein, wie das griechische Staatsradio berichtete. Sie würden registriert und sofort einem Corona-Schnelltest unterzogen. Vor dem Brand am Mittwoch waren bereits 35 Migranten positiv auf das Coronavirus getestet worden, im anschließenden Chaos konnten sie aber nicht mehr ausfindig gemacht werden.

Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) kündigte am Samstag im RBB-Inforadio an, jeweils 500 Feldbetten, Schlafsäcke und Wolldecken sowie zehn Stromerzeuger nach Lesbos zu liefern. Zudem bleibe es bei der Zusage, dass über 40 Familien mit kranken Kindern nach Brandenburg kommen könnten, sagte Stübgen. Darüber hinaus seien die Möglichkeiten der Hilfe aber begrenzt.

ZDF-Korrespondent Andreas Postel mit einer Einschätzung der Lage vor Ort.

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Österreich gegen Aufnahme

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz bekräftigte indes trotz politischen Drucks das Nein seiner Regierung zu einer Aufnahme von Menschen aus dem abgebrannten Lager.

Wenn wir diesem Druck jetzt nachgeben, dann riskieren wir, dass wir dieselben Fehler machen wie im Jahr 2015
Sebastian Kurz in einer Videobotschaft auf Facebook

In der damaligen Flüchtlingskrise hätten die "schrecklichen" Bilder von Migranten am Bahnhof in Budapest dazu geführt, dass die europäische Politik dem Druck nachgegeben habe. Dann hätten sich mehr Menschen auf den Weg nach Mitteleuropa gemacht, erklärte Kurz.

Statt Geflüchtete aufzunehmen, will Österreichs Regierung nächste Woche 400 Unterkünfte mit Heizungen, Betten und Decken für 2.000 Hilfsbedürftige nach Lesbos transportieren lassen, wie Kurz und sein Vizekanzler Werner Kogler der Nachrichtenagentur APA am Samstagabend schriftlich mitteilten. Zudem würden zehn Sanitäter und ein Arzt des Bundesheers abgestellt.

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