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Moria: Erste Migranten ziehen in Notlager

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Nach dem Brand auf Lesbos - Moria: Erste Migranten ziehen in Notlager

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Nach dem Großbrand auf Lesbos haben die ersten Familien ein neues provisorisches Zeltlager bezogen. SPD und Grüne forderten derweil die Aufnahme weiterer Geflüchteter.

Auf Lesbos wurde das provisorische Lager "Kara Tepe" errichtet. Rund 200 Menschen sind dort untergebracht. Das Camp hat Platz für 3.000 Migranten, 11.500 sind obdachlos.

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Nach dem Großbrand im Flüchtlingslager Moria sind auf der griechischen Insel Lesbos mehrere Hundert Migranten in ein neues Zeltlager eingezogen. Bei den meisten handelt es sich um Familien, wie der staatliche griechische Rundfunk ERT am Sonntag berichtete.

Vor ihrer Aufnahme ins neue Lager mussten alle einen Coronavirus-Schnelltest machen. Dabei sei bei sieben Flüchtlingen das Virus entdeckt worden, berichtete der Sender unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Alle sieben seien zur Isolation in einen abgelegenen Teil des Zeltlagers von Kara Tepe gebracht worden.

Das Flüchtlingslager Moria war nach Unruhen und Brandstiftungen fast völlig abgebrannt. Über Nacht wurden dadurch etwa 12.000 Menschen obdachlos.

Die Lage auf Lesbos ist weiter dramatisch. Es gibt Demonstrationen von Migranten und Zusammenstöße mit der Polizei. Die ersten Migranten können in ein neues provisorisches Zeltlager ziehen, tausende weitere wissen nach wie vor nicht, wohin.

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Viele Geflüchtete auf Lesbos weiterhin obdachlos

Die Lage auf der Insel war auch am Sonntag höchst angespannt. Mehrere Tausend Migranten harren auf den Straßen aus. Es könnte Wochen dauern, bis alle Menschen wieder ein Dach über dem Kopf bekommen.

Die Behörden suchen nach weiteren Orten, wo Zeltlager eingerichtet werden können. Zahlreiche Migranten forderten, nach Westeuropa weiterziehen zu dürfen.

Die Situation auf Lesbos ist angespannt: Tausende Geflüchtete haben kein Dach über dem Kopf. ZDF-Korrespondent Andreas Postel mit einer Einschätzung der Lage vor Ort.

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SPD und Grüne fordern Aufnahme weiterer Geflüchteter

SPD-Vorsitzende Saskia Esken forderte, dass Deutschland mehr Migranten aus dem abgebrannten griechischen Lager Moria aufnimmt. Die Ankündigung von Innenminister Horst Seehofer (CSU), in einem ersten Schritt 100 bis 150 unbegleitete Minderjährige aufzunehmen, sei für die SPD nicht zufriedenstellend, sagte sie der "Bild am Sonntag".

Auch Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sagte dem Blatt, Europa dürfe sich nicht auf der angekündigten Aufnahme von 400 unbegleiteten Kindern ausruhen. Es müssten jetzt schnell alle Flüchtlinge versorgt und europaweit verteilt werden.

Deutschland sollte als Vorbild vorangehen, gern auch mit anderen Europäern in einer Koalition der Willigen.
Katrin Göring-Eckardt, Grünen-Fraktionschefin

Berlins Innensenator fordert Krisengipfel

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) schlug einen Krisengipfel zur Flüchtlingsaufnahme von Bund, Ländern und Kommunen vor. Gefragt sei ein abgestimmtes und schnelles Vorgehen, um das Leiden der Menschen in den griechischen Lagern zu beenden. "Der Bundesinnenminister muss sich mit den hilfsbereiten Ländern, Städten und Kommunen endlich an einen Tisch setzen", sagte Geisel dem "Tagesspiegel am Sonntag".

Nach dem Brand im Migrantenlager Moria haben mehrere Bundesländer und zahlreiche Kommunen angeboten, Migranten bei sich aufzunehmen. Die Bundesregierung hat dies bislang verweigert und strebt stattdessen eine europäische Lösung an.

Deutsche Hilfe für Moria -
Zu viel, zu wenig? Seehofers Dilemma
 

Was ist genug, was zu viel? Über die Frage, in welchem Maß den Geflüchteten auf Lesbos geholfen werden muss, wird heftig gestritten. Der Graben ist tief, die Koalition entzweit.

von Kristina Hofmann
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