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Gefahr durch politische Kräfte - Libanon: Maas warnt vor Destabilisierung

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Nach der Explosionskatastrophe im Libanon warnt Außenminister Maas vor einer Destabilisierung des Landes durch ausländische Kräfte. Derweil kam es zu Ausschreitungen in Beirut.

Außenminister Heiko Maas während einer Pressekonferenz anlässlich eines Treffens mit Vertretern der baltischen Länder in Tallinn.
Außenminister Maas fordert eine Geberkonferenz für den Libanon.
Quelle: toms kalnins/epa-efe/shutterstock

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat vor einer weiteren politischen Destabilisierung des Libanon als Folge der Explosionskatastrophe gewarnt.

Der "Saarbrücker Zeitung" sagte Maas:

Wir wollen den Libanon stärken, denn diese Krise darf nicht genutzt werden, um ausländischem Einfluss in Libanon Tür und Tor zu öffnen.

Es gebe im Land bereits nicht-staatliche, aus dem Ausland finanzierte Akteure wie die schiitische Hisbollah, die ein entstehendes Vakuum nutzen könnten, so Maas.

Viele Bürger sind auf die Straße gegangen. Sie machen die Regierung für die miserable Infrastruktur verantwortlich.

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Libanon droht weiter destabilisiert zu werden

Die Katastrophe berge deshalb das "hohe Risiko", so Maas, den Libanon "weiter zu destabilisieren". Der Außenminister nannte eine zeitnahe internationale Geberkonferenz für das Land sinnvoll.

Auch könne kein Land eine derartige Katastrophe alleine bewältigen. Durch zwei gewaltige Explosionen wurden große Teile von Beirut schwer beschädigt. Nach Angaben der libanesischen Behörden wurden mindestens 137 Menschen getötet und mehr als 5.000 weitere verletzt.

Die EU muss jetzt humanitäre Hilfe leisten

In der EU müsse daher überlegt werden, wie die weitere Hilfe bei der Versorgung mit Nahrung und Notunterkünften sowie beim Wiederaufbau von Hafen und Stadt organisiert werden könne.

Die Bundesregierung stellte in einem ersten Schritt dem Roten Kreuz eine Million Euro für Soforthilfe zur Verfügung. Außerdem traf ein Team von 50 Mitarbeitern des Technischen Hilfswerks (THW) in der libanesischen Hauptstadt ein.

Die Explosion in Beirut hat große Teile der libanesischen Hauptstadt zerstört. ZDF-Korrespondent Uli Gack ist vor Ort und schildert seine Eindrücke.

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Laschet: Verletzte in NRW behandeln

Wie die Zeitungen der "Funke Mediengruppe" berichten, schrieb Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) derweil in einem Brief an Libanons Botschafter in Deutschland, Mustapha Adib-Abdul-Wahed, dass das Land bereit sei, schwerverletzte Patienten aus den überfüllten Krankenhäusern in Beirut in Nordrhein-Westfalen zu behandeln.

Wie die Zeitungen weiter berichten, soll Laschet in der Angelegenheit auch mit Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) telefoniert haben. Die Bundeswehr hat spezielle Fähigkeiten für den Lufttransport von Schwerverletzten.

Krawalle in Beirut

In Beirut ist es indes zu Konfrontationen zwischen Sicherheitskräften und über die Explosionskatastrophe aufgebrachten Demonstranten gekommen.

In einer durch die Detonationen verwüsteten Straße nahe des Parlaments setzten die Sicherheitskräfte Tränengas gegen Demonstranten ein. Protestierende hätten Steine auf die Einsatzkräfte geworfen und Geschäfte beschädigt, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA.

Wut der Demonstranten auf die Regierung

Einige Demonstranten seien bei dem Einsatz der Sicherheitskräfte verletzt worden. Die Protestierenden sehen die verheerenden Explosionen als Beleg für die Inkompetenz der Regierung - ein Vorwurf, der in der libanesischen Bevölkerung weit verbreitet ist.

Schon vor der Katastrophe hatte es immer wieder Demonstrationen gegen die Regierung gegeben, der viele Bürger auch Korruption vorwerfen. Der Libanon steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Die Krise war in den vergangenen Monaten durch die Corona-Pandemie verschärft worden.

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