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Nach verheerender Explosion - Beirut: Libanesische Regierung zurückgetreten

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Die libanesische Regierung ist wegen der verheerenden Explosion in Beirut zurückgetreten. Das teilte Ministerpräsident Diab in einer Ansprache an das Volk mit.

Archiv, Libanon: Regierungspalast in Beirut.
Archiv, Libanon: Regierungspalast in Beirut.
Quelle: Reuters

Eigentlich wollte Libanons Ministerpräsident mit einer Neuwahl die Wut seiner Landsleute nach der gewaltigen Detonation beruhigen. Am Ende aber blieb Hassan Diab nur der Rücktritt. Zuvor hatte bereits die gesamte Regierung ihren Rücktritt erklärt. Am Mittwoch will sich Außenminister Maas in Beirut ein Bild machen.

Diab stand zunehmend unter Druck, seit am Samstag immer mehr Abgeordnete und mehrere Minister ihren Rücktritt erklärten, darunter Vize-Ministerpräsidentin Zeina Akar.

Diab: "Korruption größer als der Libanon"

Wütende Bürger machen die Regierung für die verheerende Explosion im Hafen von Beirut verantwortlich. In Protesten mit teils gewaltsamen Ausschreitungen forderten sie am Wochenende den "Fall des Regimes". Diab sagte in seiner Ansprache, die Korruption sei größer als der Libanon. Einigen gehe es nur darum, politische Punkte zu erzielen.

Bei der Explosionskatastrophe am 4. August waren mindestens 160 Menschen getötet und fast 6.000 verletzt worden. Weite Teile der libanesischen Hauptstadt sind zerstört. Als Ursache der Katastrophe gilt Berichten zufolge ein Feuer, das 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat zur Detonation brachte.

Die Ladung mit der hoch entzündlichen Chemikalie war jahrelang in einer Halle am Hafen ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen gelagert worden. Die Ermittlungen zur genauen Ursache der Katastrophe laufen jedoch noch.

Viele Libanesen leben in Armut

In dem Land am Mittelmeer hatte Diab erst im Januar, nach einer monatelangen Hängepartie, das Amt des Regierungschefs übernommen. Er folgte auf Saad Hariri, der nach Massenprotesten Ende Oktober zurückgetreten war.

Seine Regierung wurde unter anderem von der Iran-treuen Hisbollah unterstützt, die im Libanon extrem mächtig ist. Wegen einer schweren Wirtschaftskrise und der Corona-Pandemie sind in seiner Amtszeit große Teile der libanesischen Bevölkerung in die Armut abgerutscht.

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