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Langer Weg zum Frieden - Libyen-Konflikt: Darum geht es

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Nach zehn Jahren Bürgerkrieg hat sich die Lage in Libyen zwar etwas beruhigt, aber ein dauerhafter Frieden ist nicht in Sicht. Worum es in dem Konflikt geht - Fragen und Antworten.

Archiv: Ein Mann mit einem Gewehr geht an einem zerstörten Haus in einem verlassenen Vorort von Tripolis vorbei.
Etwa 1,3 Millionen Libyer brauchen humanitäre Hilfe. Auch können sich viele den Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser nicht leisten.
Quelle: dpa

Tausende ausländische Kämpfer, Streit über die rechtliche Basis für Wahlen in Libyen, Misstrauen unter Politikern und Milizen: Der ölreiche Wüstenstaat steckt tief in den Nachwehen jahrelanger Kämpfe.

Anderthalb Jahre nach einer internationalen Libyen-Konferenz in Berlin luden Bundesregierung und UN am Mittwoch zum zweiten Treffen ein. In der Abschlusserklärung verpflichteten sich die Türkei und andere Staaten zum Truppenabzug aus Libyen. Worum es in dem Konflikt geht, wie die Lage im Land ist und was bei der zweiten Libyen-Konferenz herausgekommen ist - ein Überblick.

Wie kam es zu dem Konflikt?

Libyens Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi war vor zehn Jahren mit westlicher Hilfe gestürzt worden. Daraufhin brach ein Machtkampf verschiedener politischer Lager und verbündeter Milizen aus. Die international anerkannte Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch mit Sitz in Tripolis stand einer Regierung im Osten gegenüber, verbündet mit dem mächtigen General Chalifa Haftar.

Beide Seiten und verbündete Milizen kämpften um Macht und Einfluss. Militärisch hat sich die Lage aber abgekühlt. Größere Gefechte gab es seit einem Jahr nicht, seit Oktober gilt eine Waffenruhe.

Welche Länder mischen in Libyen mit?

Befeuert wird der Konflikt von außen. Tausende Kämpfer, Soldaten und Söldner kamen ins Land - im Dezember waren es laut UN immer noch 20.000. Trotz eines seit 2011 geltenden UN-Waffenembargos gelangten auch massenhaft Waffen und schweres militärisches Gerät ins Land. Haftar wird von Russland, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt. Viele westliche Staaten und die Türkei unterstützten dagegen die Sarradsch-Regierung in Tripolis.

Die Dokumentation rekonstruiert die letzten Wochen vor Gaddafis Sturz und Tod auf dem Parkett der internationalen Politik.

Beitragslänge:
44 min
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Die Staaten verfolgen unterschiedliche Interessen. Die Türkei etwa, deren Truppen eine Offensive von Haftars Armee auf Tripolis stoppten, profitiert vom Zugang zu libyschen Energievorkommen. Ankara will aber auch den Einflussbereich etwa von Ägypten und den Emiraten zurückdrängen. Moskau wiederum will seinen Einfluss in Nahost und Afrika ausdehnen.

Vor welchen Problemen steht Libyen?

Eine Übergangsregierung versucht mit UN-Hilfe, einen friedlichen Wandel einzuleiten. Unter Führung von Ministerpräsident Abdul Hamid Dbaiba hatte diese die zwei Regierungen aus Ost und West abgelöst. Der Prozess kommt aber nur schleppend voran, auch weil das Land politisch und militärisch gespalten ist.

Die Liste der Probleme ist noch länger: Bislang gibt es keinen Konsens für einen rechtlichen Rahmen für die am 24. Dezember geplante Parlamentswahl. Milizen, Politiker und militärische Akteure wollen zudem ihren Einfluss wahren.

Wie geht es den Menschen in Libyen?

Die Sicherheitslage hat sich zwar etwas gebessert. Die Lebensbedingungen und Versorgung etwa mit Strom und Wasser sind für die Mehrheit der Libyer aber weiter schlecht. Korruption und Vetternwirtschaft sind weit verbreitet.

Etwa 1,3 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Auch können sich viele Libyer den Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser nicht leisten.

Was ist bei der zweiten Berliner Libyen-Konferenz herausgekommen?

Deutschland und die UN hatten am Mittwoch Vertreter aus 16 Staaten und vier internationale Organisationen an einen Tisch gebracht, um über eine weitere Stabilisierung des Landes zu beraten.

Bei der Konferenz verpflichteten sich Russland, die Türkei, Ägypten und weitere Staaten zum Abzug aller ausländischen Kämpfer. Der im Rahmen einer Waffenruhe vom Oktober beschlossene Abzug müsse vollständig und "ohne weitere Verzögerung" umgesetzt werden, heißt es der Abschlusserklärung.

Alle Beteiligten müssten von Handlungen absehen, die den Konflikt verschärfen, darunter die "Finanzierung militärischer Fähigkeiten oder die Rekrutierung ausländischer Kämpfer und Söldner".

Deutschland will in Libyen mehr Verantwortung übernehmen, hat aber auch eigene Interessen: Durch Libyen führen wesentliche Routen der Flüchtlinge, die den Weg übers Mittelmeer nach Europa suchen.

Tausende sind schon bei der Fahrt über das Mittelmeer umgekommen. Doch Geflüchtete nehmen das Risiko auf sich, weil sie schon vorher Schlimmes erlebt haben. In den Camps in Libyen

Beitragslänge:
43 min
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