Lindner: AKW-Weiterbetrieb sichert Versorgung

    Interview

    AKW-Weiterbetrieb :Lindner: Stabilität der Stromnetze stärken

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    Finanzminister und FDP-Chef Christian Lindner rechtfertigt die Entscheidung der Ampel zum AKW-Weiterbetrieb. So würde die Versorgung im Land gesichert, sagt der Minister im ZDF.

    Wie kommt Deutschland ohne Blackout durch den Winter? Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte am Montag einen Streit innerhalb der Ampel-Koalition insbesondere zwischen den Grünen und der FDP mit einer klaren Ansage für beendet erklärt.
    Der Kanzler wies die zuständigen Minister an, Gesetzesvorschläge zu machen, damit die drei Kernkraftwerke Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland über das Jahresende hinaus maximal bis zum 15. April 2023 weiterlaufen können. Im Interview mit dem ZDF heute journal rechtfertigt Lindner die Entscheidungen. Das sagt er ...
    Sehen Sie das ganze Interview oben im Video oder lesen Sie hier Auszüge:

    ... zur AKW-Nutzung und zum "Sieg" der FDP gegen die Grünen in der Koalition:  

    "Es geht um etwas für unser Land. Wir sind in einem Energie-Krieg, und ich bin froh, dass wir jetzt für diesen Winter alles an Stromerzeugung aus Kohle und aus Kernenergie am Netz haben. In der Tat, das war ein Prozess in den letzten Monaten, der war sehr schwerwiegend. Am Anfang gab es gar kein Verständnis für überhaupt nur ein Kernkraftwerk. Am Ende sind jetzt befristet für diesen Winter alle drei Kernkraftwerke am Netz.
    Das ist eine gute Nachricht, denn wir stärken die Stabilität der Stromnetze, und wir senden Signale aus, die auch den Preis am Strommarkt reduzieren können. Und das wendet Schaden von unserem Land ab."  

    ... zur Rolle des AKW Emsland:

    "Ich empfehle, das nicht parteipolitisch zu betrachten, sondern physikalisch. Dieses eine Kraftwerk, von dem sie gesprochen haben, das jetzt noch dazu kam, das sind immerhin 1,7 Terawatt Leistung, die produziert werden. Das ist der Stromverbrauch einer Mittelstadt in Deutschland. Und ein klares Signal war erforderlich, übrigens nicht nur an die Menschen in Deutschland und unsere Wirtschaft, sondern auch nach Europa, dass wir wirklich alles in unserer Macht Stehende tun, um Knappheiten am Strommarkt zu beseitigen."

    ... zur weiteren AKW-Nutzung nach April 2023:

    "Ich habe auch den Bund der Deutschen Industrie heute gehört, der ebenfalls diese Debatte jetzt fortsetzen will. Ich sehe es anders. Wir haben jetzt für diesen Winter eine gute Lösung gefunden. Die maximale Lösung. Wir gehen gewissermaßen all in, alles an Kohle, alles an Kernkraft ist in diesem Winter am Netz, und damit zeigen wir den Menschen, wir tun das maximal Mögliche, auch wenn es vielleicht parteipolitisch schwierig herbeizuführen war.
    Und die Bundesregierung wird nun alles in ihrer Macht Stehende tun, dass wir im nächsten Winter eine solche Debatte nicht noch einmal führen müssen, weil wir auf den Weltmärkten genug Flüssiggas einkaufen, weil wir die Kapazität an Stromproduktion im Inland verbessern. Also alles muss unternommen werden, dass wir eine solche Debatte gar nicht mehr führen müssen, weil sie sich erübrigt hat."

    AKW-Machtwort von Scholz
    :Viel Lärm um - fast - nichts

    Am Tag nach dem Machtwort des Kanzlers versuchen alle in der Ampel-Koalition, das Gesicht zu wahren. Einen Knacks hat die Regierung abbekommen. Und die Opposition feiert ein Fest.
    von Kristina Hofmann
    Berlin: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), gibt nach dem Treffen der ·Allianz für Transformation· im Bundeskanzleramt eine Pressekonferenz.
    Quelle: ZDF

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