Sie sind hier:

FDP-Chef für AKW-Verlängerung : Lindner für Ende von Stromerzeugung aus Gas

Datum:

Die Verstromung von Gas muss so weit wie möglich beendet werden, sagt Finanzminister Lindner. Als Brücke könne kurzfristig die Atomkraft dienen. Man dürfe nicht zu wählerisch sein.

Der Streit um die Atomkraft geht an den Kern der Koalition: Die Grünen sammelten zwar Beliebtheitspunkte, mussten aber Programmpunkte liegen lassen. Bei der FDP ist es umgekehrt.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) aufgefordert, die Stromproduktion mit Hilfe von Gas zu stoppen. "Der Wirtschaftsminister hat eine Ermächtigungsgrundlage, um die Verstromung von Erdgas zu unterbinden, beziehungsweise auf das absolut geringste Maß zu reduzieren. Das muss jetzt kommen", sagte er im ZDF-Interview. Er betonte:

Wir können nicht eine Debatte darüber führen, wie lang die Menschen duschen sollen und auf der anderen Seite wird das knappe Gas noch verwendet, um Strom zu produzieren.
Christian Lindner, Bundesfinanzminister

Das müsse so schnell und so weit wie möglich beendet werden, sagte Lindner. "Stattdessen müssen wir andere Energiekapazitäten sichern, zum Beispiel die sicheren Kernkraftwerke. Noch eine Zeit."

Lindner: Atomenergie als Brücken-Technologie

Der Finanzminister sprach sich in diesem Zusammenhang erneut für einen Weiterbetrieb der Atomkraftwerke in Deutschland aus. Insgesamt gehe es nicht darum, dauerhaft auf Atomkraft zu setzen, "da sind wir mit den erneuerbaren Energien mittel- und langfristig besser aufgestellt".

Es gehe darum, eine Brücke zu bauen, so Lindner. "Denn die Brücke über Erdgas, die ist jetzt nicht so möglich, wie wir uns das vorgestellt haben. Also geht es um eine kurze Zeit länger Kernenergie."

15 Prozent weniger Gas soll ab Montag in den EU-Ländern verbraucht werden. Um in der Energiekrise gegenzusteuern, wird die Debatte um deutsche Atomkraftwerke wieder laut. 

Beitragslänge:
1 min
Datum:

AKW-Laufzeitverlängerung wird diskutiert

Lindner plädierte dafür, mit den Ampel-Koalitionspartnern SPD und Grünen eine offene Debatte zu führen:

Es geht nicht darum, jetzt dauerhaft die Kernenergiefrage neu aufzuwerfen. Aber in dieser speziellen Krisensituation müssen wir alles in unserer Macht Stehende tun, alle Möglichkeiten nutzen. Wir können nicht zu wählerisch sein.
Christian Lindner, Bundesfinanzminister

Wegen der Befürchtungen vor einem Stopp russischer Gaslieferungen wird derzeit eine mögliche Verlängerung der Laufzeiten der drei letzten noch laufenden Atomkraftwerke in Deutschland diskutiert, die nach geltendem Atomrecht Ende Dezember vom Netz gehen müssten.

CDU/CSU und FDP werben dafür, einen zumindest begrenzten Weiterbetrieb über den Jahreswechsel hinaus zu ermöglichen. SPD und insbesondere Grüne sind nach wie vor skeptisch. Die Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang erteilte einem Wiedereinstieg in die Atomkraft im ZDF-Sommerinterview am Sonntag eine Absage.

Rückkehr der Stein- und Braunkohle

Ein Sprecher von Wirtschaftsminister Habeck (Grüne) teilte mit:

Man darf nicht verkennen: Ein völliger Verzicht auf Gas im Stromsektor führt zur Stromkrise und Blackouts. Es gibt systemrelevante Gaskraftwerke, die mit Gas versorgt werden müssen. Bekommen sie kein Gas, kommt es zu schweren Störungen. Das ist leider die Realität der Stromsystems, die man kennen muss, um die Versorgungssicherheit herzustellen.
Sprecher von Wirtschaftsminister Habeck

Da, wo Gas aber in der Stromerzeugung ersetzt werden könne, solle es ersetzt werden - und daran werde längst mit Hochdruck gearbeitet.

Eine erste Verordnung ermöglicht es bereits, dass Steinkohlekraftwerke aus der sogenannten Netzreserve zeitlich befristet in den Strommarkt zurückzukehren. Laut Ministerium ist zudem eine Gaseinsparverordnung zum Abschalten von nicht-systemrelevanten Gaskraftwerken in der Stromerzeugung in Arbeit. Zum 1. Oktober soll die Braunkohlereserve aktiviert werden. Bereits stillgelegte Braunkohlekraftwerke könnten dann wieder ihren Betrieb aufnehmen.

Robert Habeck spricht bei einer Pressekonferenz mit der Klimaschutzministerin von Österreich.

FDP für längere Laufzeiten - Habeck schließt AKW-Weiterbetrieb nicht aus 

Wegen drohender Energie-Knappheit will die FDP die verbliebenen deutschen AKW länger am Netz lassen. Auch Wirtschaftsminister Habeck schließt einen Weiterbetrieb nicht mehr aus.

Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Zur Altersprüfung

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Möglicherweise hast du einen Ad/Script/CSS/Cookiebanner-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert. Falls du die Webseite ohne Einschränkungen nutzen möchtest, prüfe, ob ein Plugin oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus.