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Statistik des Innenministeriums - Flüchtlingszahl nimmt erstmals seit 2011 ab

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Die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland ist erstmals in diesem Jahrzehnt zurückgegangen, bestätigt das Bundesinnenministerium. Minister Seehofer sprach kürzlich noch von Zuwachs.

Eine Frau im Kopftuch steht am Hafen von Athen und hält ein Baby auf dem Arm. Zusammen mit anderen Flüchtenden wartet sie auf den Weitertransport in ein neues Lager in Griechenland.
Während die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland zurückgeht, warten an den europäischen Außengrenzen Tausende auf ein festes Zuhause.
Quelle: dpa

Zum ersten Mal in diesem Jahrzehnt ist die Zahl der in Deutschland lebenden Geflüchteten im Rückgang. Das ergab eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vorliegt.

Mitte 2020 verzeichneten die Behörden 1,77 Millionen Geflüchtete mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus und damit etwa 62.000 weniger als noch Ende 2019.

Debatte um Flüchtlingszahlen

Diese Erkenntnis steht im Widerspruch zu einer Aussage von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Dieser hatte kürzlich im Bundestag erklärt, mit Blick auf die Zahl neuer Flüchtlinge "nähern wir uns wieder den Höchstzahlen der Vergangenheit".

Die Zahlen von Seehofers Ministerium zeigen ein anderes Bild.
Ulla Jelpke, Linken-Abgeordnete

Einen gesicherten Aufenthaltsstatus haben der Antwort zufolge zurzeit 1,31 Millionen Flüchtlinge, das ist ein Rückgang um etwa 50.000 im vergangenen Halbjahr.

Schutzstatus verloren

Gut 450.000 Menschen haben einen ungesicherten Status als Asylsuchende oder Geduldete, das waren rund 15.000 weniger als vergangenes Jahr. Laut den Statistiken ist es das erste Mal seit Ende 2011, dass sich die Zahl der in Deutschland lebenden Geflüchteten wieder verringert hat.

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Innenministerium: 1,83 Millionen Menschen mit Aufenthaltsstatus

Vor neun Jahren gab es knapp 400.000 Menschen, die einen Aufenthaltsstatus besaßen, seitdem wurden es jährlich mehr. Zuletzt war die Zahl von 2018 auf 2019 um 70.000 auf 1,83 Millionen angestiegen.

Das Bundesinnenministerium erklärte auf Nachfrage der Zeitung, der aktuelle Rückgang sei hauptsächlich dadurch zu erklären, dass der Schutzstatus der Personen widerrufen oder zurückgenommen wurde oder erloschen sei.

Jelpe: Kritik an der Flüchtlingspolitik

Ein "erheblicher Anteil" der Betroffenen halte sich nicht mehr im Bundesgebiet auf, sei also ausgereist, sagte eine Sprecherin. Angesichts der Entwicklung kritisierte die Jelpke die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung scharf.

Wir haben Platz, die Zahlen zeigen es.
Ulla Jelpke, Linken-Abgeordnete

"Zugleich sitzen Zehntausende Schutzsuchende unter unwürdigen Bedingungen in den europäischen Erstaufnahmestaaten fest", sagte die Asyl-Expertin der Zeitung. "Deutschland kann und muss seine humanitären Aufnahmekapazitäten nutzen, um Länder wie Griechenland oder Italien wirksam zu entlasten."

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