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Interview

Linke Spitzenkandidatin Wissler - "Müssen auch über Umverteilung reden"

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Linken-Spitzenkandidatin Wissler fordert im ZDF einen Politikwechsel. Dennoch: Die Linke würde "ihr Wahlprogramm nicht in die Tonne kloppen für einen Sitz auf der Regierungsbank".

Sehen Sie hier das ganze Interview mit Linken-Spitzenkandidatin Janine Wissler

Beitragslänge:
7 min
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Mit dem Spitzenduo Janine Wissler und Dietmar Bartsch zieht die Linke in den Bundestagswahlkampf. Beide repräsentieren unterschiedliche Strömungen der Partei.

Im heute journal macht Spitzenkandidatin Wissler klar...

...was sie als "Marke Wissler" mitbringt:

"Was wir Linke und ich als Person deutlich machen wollen, ist, dass wir Verbesserungen nur durchsetzen können, wenn wir bereit sind, uns z.B. mit Konzerninteressen anzulegen. Das heißt, dass man Klimaschutz nicht einfach über Appelle und warme Worte durchsetzt, sondern dass man konkrete Auflagen macht, auch für Konzerne."

"Wenn wir eine gute Bezahlung in der Pflege durchsetzen wollen, bedeutet das eben auch, privaten Krankenhauskonzernen klare Vorgaben zu machen und sie nicht einfach so wirtschaften zu lassen, wie sie das wollen."

Das heißt also: Wenn wir Dinge verbessern wollen, dann müssen wir in diesem reichen Land auch über Umverteilung reden.
Janine Wissler, Spitzenkandidatin Die Linke

Das heiße auch, "dass die Krisengewinner wie Amazon zur Kasse gebeten werden müssen", so Wissler. Olaf Scholz hingegen habe als Bundesfinanzminister "immer wieder auf die schwarze Null hingewiesen" und so seien Investitionen im Klimaschutz und im Bereich Soziales ausgelassen worden. Zwar hätte die SPD nun auch "gute Dinge" in ihrem Wahlprogramm, aber an der Umsetzung mangele es. "Da hat die SPD ein Glaubwürdigkeitsproblem. Respekt darf kein leeres Versprechen sein. Respekt und Solidarität müssen wir auch leben."

...was sich hinter Radikalität und Systemwechsel verbirgt:

"Radikalität bedeutet erstmal, dass man an die Wurzel von Problemen geht. Und wir sind der Meinung, wir brauchen einen Systemwechsel dahingehend, dass nicht Immobilienkonzerne und Krankenhauskonzerne über unser Leben bestimmen, sondern dass wir Dinge der öffentlichen Daseinsvorsorge eben ganz klar dem Allgemeinwohl unterordnen."

"Wir wollen z.B. die Mieten deckeln, damit die Mieten in den Städten nicht immer weiter explodieren und damit auch die Profitinteressen der Immobilienkonzerne beschneiden. Wir wollen, dass gute Arbeit in den Krankenhäusern umgesetzt wird und sie in öffentlicher Hand sind. Das heißt, wir wollen einen Systemwechsel hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit, zu mehr Demokratie, dass eben wirklich demokratisch entschieden wird über unser aller Leben und eben nicht in Konzernzentralen."

...dass die Linke Regierungsbeteiligung nicht vor ihre Inhalte stellt:

"Unser Ziel ist es natürlich auch für andere politische Mehrheiten zu kämpfen, mit dem Ziel natürlich eines Politikwechsels. Wir treten an, um Gesellschaft zu verändern. Und das würden wir natürlich auch gerne aus der Regierung tun, wenn es gelingt aus rechnerischen Mehrheiten auch politische Mehrheiten zu machen. Dann würden wir sehr gerne mit Grünen und SPD darüber reden, wie es gelingt mehr soziale Gerechtigkeit durchzusetzen, beim Klimaschutz endlich voran zu kommen, für Abrüstung zu sorgen."

Grafik Sonntagsfrage

"Regierungfähigkeit ist nicht einfach ein Verwaltungshandeln. Es geht immer um die politischen Inhalte und da sage ich ganz klar, natürlich haben wir Überzeugungen."

Wir werden nicht unser Wahlprogramm in die Tonne kloppen für einen Sitz auf der Regierungsbank.
Janine Wissler, Spitzenkandidatin Die Linke

"Wir werden immer abwägen: Was bedeuten unsere Entscheidungen für das Leben der Menschen in diesem Land? Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst."

"Wir sind kompromissbereit, aber es muss in die richtige Richtung gehen. Wir wollen keine Verschlechterungen durchsetzen. Denn es geht hier auch um die Glaubwürdigkeit von Politik und deswegen sollte man nach der Wahl nicht das Gegenteil davon machen, was man vorher gesagt hat."

Janine Wissler und Dietmar Bartsch gehen als Spitzenkandidaten in den Bundestagswahlkampf.

Spitzenduo Wissler und Bartsch - Linke heute mal harmonisch - fast 

Die Linke setzt im Wahlkampf auf Janine Wissler und Dietmar Bartsch. Das Spitzenduo präsentiert beide Flügel der Partei. Doch der Richtungsstreit ist damit kaum versöhnt.

von Kristina Hofmann
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