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Lübcke-Prozess - Angeklagter will sich von Verteidiger trennen

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Im Lübcke-Prozess beantragt der Hauptangeklagte Ernst die Abberufung eines seiner Pflichtverteidiger. Der hält dagegen.

Stephan Ernst, Hauptangeklagter im Modfall Lübcke.
Stephan Ernst, Hauptangeklagter im Modfall Lübcke.
Quelle: Thomas Kienzle/AFP-Pool/dpa

Im Lübcke-Prozess vor dem Oberlandesgericht Frankfurt hat der Hauptangeklagte Stephan Ernst die Abberufung seines Pflichtverteidigers Frank Hannig beantragt. Das Vertrauensverhältnis sei "auf Dauer zerstört", sagte Ernsts zweiter Verteidiger Mustafa Kaplan.

Hannig wiederum sah keinen Grund für eine Abberufung - trotz unterschiedlicher Verteidigungsstrategien der beiden Anwälte. "Verschiedene Strategien führen zu verschiedenen Herangehensweisen", sagte er.

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Anwalt Hannig wehrt sich gegen Entpflichtung

Anlass für den Konflikt, der auch eine Auseinandersetzung der Verteidiger ist, waren mehrere Beweisanträge, die Hannig am Morgen zu Verhandlungsbeginn eingebracht hatte. Darin wollte Hannig unter anderem die Vernehmung weiterer Zeugen erreichen, die womöglich ebenfalls am Tatort waren. Auch einen Einbruch im Kasseler Regierungspräsidium, bei dem Akten verschwunden seien, wollte er untersuchen lassen. Ernst und Kaplan distanzierten sich von den Anträgen, Hannig zog sie daraufhin zurück.

"Ich bin einigermaßen sprachlos", sagte der Vorsitzende Richter Thomas Sagebiel. Er erkundigte sich, ob Hannig seine Anträge mit seinem Mandanten abgesprochen habe. Als das verneint wurde, sagte Sagebiel: "Gequirlter Unsinn" sei das, was er da gerade gehört habe. "Wenn ich solche Anträge bekomme, muss ich mir Gedanken machen, ob der Angeklagte eine wirksame Verteidigung hat." Kaplan sagte: "Mein Mandant hat kein Interesse daran, dass der Getötete und seine Familie derart mit Dreck beworfen werden." Damit habe Hannig seinem Mandanten "schon jetzt geschadet".

Obwohl Hannig die Anträge zurückzog, war der Konflikt nicht ausgestanden. Ernst wolle die Entpflichtung seines bisherigen Pflichtverteidigers beantragen, weil er mit dessen Verteidigungsstrategie "überhaupt nicht einverstanden sei", sagte Kaplan. Hannig indes verwies darauf, dass er seit einem Jahr mit dem Verfahren befasst sei.

Gericht will am Dienstag entscheiden

Beide Anwälte wollten nach den Worten von Rau am Montagnachmittag dem Gericht schriftliche Stellungnahmen einreichen. Der Vorsitzende Richter werde über den Entpflichtungsantrag bis Dienstag entscheiden.

Stephan Ernst hatte bereits seinem ersten Anwalt Dirk Waldschmidt das Vertrauen entzogen und ihn durch Hannig ersetzt.

Ernst soll im Juni 2019 Lübcke auf der Terrasse von dessen Wohnhaus erschossen haben. In einem später widerrufenen Geständnis hatte er sich als Alleintäter bezeichnet, in einer zweiten Tatversion nannte er den gewaltsamen Tod des CDU-Politikers einen Unfall. Der Schuss habe sich versehentlich gelöst, als der wegen Beihilfe angeklagte Markus H. die Waffe gehalten habe. Die beiden Männer hätten Lübcke nur einschüchtern wollen. Die Anklage geht von einer rechtsextremistisch motivierten Tat aus.

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