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Ernst-Pflichtverteidiger abberufen

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Lübcke-Prozess - Ernst-Pflichtverteidiger abberufen

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Im Lübcke-Prozess ist zwischen den Verteidigern von Stephan Ernst ein Konflikt ausgebrochen. Das Gericht hat nun die Abberufung des Pflichtverteidigers Hannig beschlossen.

Der Hauptangeklagte im Mordfall Lübcke, Stephan Ernst.
Der Hauptangeklagte im Mordfall Lübcke, Stephan Ernst, hat sich mit einem seiner Verteidiger überworfen.
Quelle: Thomas Kienzle/AFP-Pool/dpa

Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke ist einer der beiden Verteidiger des Hauptangeklagten Stephan Ernst abberufen worden. Das gab das Oberlandesgericht Frankfurt bekannt. Die Zerrüttung des Vertrauensverhältnisses zwischen Ernst und dem Anwalt Frank Hannig sei nachvollziehbar, so das Gericht.

Hannig wollte unabgesprochen Beweisanträge einbringen

Ernst hatte die Entpflichtung am Montag beantragt. Anlass für den Konflikt, der auch eine Auseinandersetzung der Verteidiger ist, waren mehrere Beweisanträge, die Hannig eingebracht hatte.

Der gewaltsame Tod von Walter Lübcke im Juni 2019 erschüttert Deutschland. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik wird ein Politiker mutmaßlich von einem Rechtsextremisten ermordet.

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28 min
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Darin wollte der Anwalt die Vernehmung weiterer Zeugen erreichen, die womöglich ebenfalls am Tatort waren. Auch einen Einbruch im Kasseler Regierungspräsidium, bei dem Akten verschwunden seien, wollte er untersuchen lassen.

Der Vorsitzende Richter Thomas Sagebiel hatte daraufhin erklärt, er müsse sich angesichts der Anträge Gedanken machen, ob Ernst eine wirksame Verteidigung habe.

Vertrauensverhältnis sei "dauerhaft zerstört"

Ernst wurde in dem Verfahren bislang von zwei Verteidigern vertreten. Der Kölner Anwalt Mustafa Kaplan hatte am Vortag beantragt, den bisherigen Pflichtverteidiger Frank Hannig zu entpflichten und erklärt, das Vertrauensverhältnis seines Mandanten zu dem Anwalt sei dauerhaft zerstört. Ernst widerrufe auch alle Vollmachten und Genehmigungen, die er Hannig unterschrieben habe, ergänzte Kaplan.

Der Deutsche soll im Juni 2019 Lübcke auf der Terrasse von dessen Wohnhaus erschossen haben. Motiv für die Tat war nach Auffassung der Bundesanwaltschaft eine rechtsextremistische Gesinnung.

Flatterband mit der Aufschrift «Polizeiabsperrung». Archivbild

Chronologie -
Der Lübcke-Prozess: Was bisher geschah
 

Stephan Ernst steht im Fall Lübcke unter Anklage. Nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten findet der Prozess gegen insgesamt zwei Verdächtige statt. Eine Chronologie.

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