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Lübcke-Prozess: Mitangeklagter wird entlassen

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Untersuchungshaft - Lübcke-Prozess: Mitangeklagter wird entlassen

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Überraschende Wende im Mordprozess Lübcke: Der Mitangeklagte Markus H. kommt frei, das Gericht sieht "keinen hinreichenden Tatverdacht". Die Familie des Opfers ist entsetzt.

Der Mitangeklagte Markus H. wird aus der Untersuchungshaft entlassen. Das Gericht sieht keine hohe Wahrscheinlichkeit mehr für eine Beihilfe am Mord an Walter Lübcke.

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Im Prozess um den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke wird der wegen Beihilfe angeklagte Markus H. aus der Untersuchungshaft entlassen. Es gebe keinen hinreichenden, dringenden Tatverdacht mehr gegen ihn, entschied das Oberlandesgericht Frankfurt und folgte damit einem Antrag der beiden Verteidiger von Markus H.

Die Bundesanwaltschaft hatte H. in der Anklage vorgeworfen, den mutmaßlichen Haupttäter Stephan Ernst ideologisch beeinflusst und unter anderem auf diese Weise Beihilfe zu dem Mord geleistet zu haben. Sie geht von einem rechtsextremistischen Hintergrund für die Tat aus.

Im Prozess um den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat der Hauptangeklagte Stephan E. den tödlichen Schuss auf den CDU-Politiker gestanden – den Mitangeklagten Markus H. bezichtigte er der Mittäterschaft.

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"Der konkrete Vorwurf war der der psychischen Beihilfe gewesen", bestätigt auch ZDF-Rechtsexperte Felix W. Zimmermann. "Walter H. soll den Haupttäter Stephan Ernst immer bestärkt haben durch Bemerkungen wie: 'Den sollte man hängen'". Der Vorsatz, so Zimmermann weiter, sei aber für das Gericht "nicht deutlich" genug erkennbar gewesen. Es sei nicht absehbar gewesen, dass "Ernst zu so einer Tat fähig ist". Das hätten auch Zeugenaussagen belegt.

Markus H. darf daher das Gericht ohne Handschellen als freier Mann verlassen. Allerdings muss er jeden Tag vor Gericht erscheinen.
Felix W. Zimmermann, ZDF-Rechtsexperte

Die Bundesanwaltschaft, so Zimmermann weiter, werde Beschwerde gegen die Entscheidung des Gerichts einlegen.

Der Deutsche Stephan Ernst hatte in unterschiedlichen Versionen gestanden, Lübcke erschossen zu haben. Laut seiner Aussage vor Gericht war H. bei der Tat im Juni vergangenen Jahres in Nordhessen anwesend. In einem vorherigen Geständnis während der Ermittlungen hatte er jedoch auch angegeben, der Schuss habe sich versehentlich gelöst, als H. die Waffe gehalten habe.

Zahlreiche NS-Devotionalien bei Lübcke-Angeklagtem

Ernst und H. waren frühere Arbeitskollegen, die sich nach Angaben von Ernst angefreundet hatten. H. war demnach derjenige, der Ernst politisch beeinflusst habe, nachdem dieser sich vor Jahren aus der rechten Szene gelöst habe Er habe ihn auch zu gemeinsamen Schießübungen im Wald mitgenommen, hatte Ernst in seinen Geständnissen angegeben.

Bei der Durchsuchung der Wohnung von H. hatten die Ermittler nach dem Mord an Lübcke zahlreiche NS-Devotionalien gefunden. Auf der gelöschten Festplatte seines Computers entdeckten sie zahlreiche Texte mit rechtsextremen und antisemitischen Inhalten.

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