Grüne Jugend: "Konflikt mit Mutterpartei"

    Räumung von Lützerath:Grüne Jugend: "Konflikt mit Mutterpartei"

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    Die Räumung des von Klimaaktivisten besetzten Lützerath läuft. Für die Grüne Jugend ist der Braunkohleort Grund für einen Konflikt mit der Mutterpartei.

    Sarah-Lee Heinrich | Bundessprecherin Grüne Jugend
    Das 1,5-Grad-Ziel werde verfehlt und die Kohle unter Lützerath nicht gebraucht "für die Versorgungssicherheit", sagt Sarah-Lee Heinrich, Bundesvorsitzende der Grünen Jugend.11.01.2023 | 6:12 min
    Die Bundessprecherin der Grünen Jugend, Sarah-Lee Heinrich, sieht in der Frage von Lützerath einen Konflikt mit der Mutterpartei. "Wir haben auf dem Bundesparteitag nur denkbar knapp die Abstimmung verloren zum Erhalt von Lützerath", sagte sie im ZDF-Morgenmagazin.

    Das heißt, es ist nicht nur so, dass es ein Konflikt ist zwischen der Grünen Jugend und der grünen Partei, sondern dass viele Menschen in der grünen Partei es genauso sehen wie wir.

    Sarah-Lee Heinrich, Bundessprecherin der Grünen Jugend

    Heinrich: Deutschland wird beim Klimaschutz zurückgeworfen

    "Wir haben eine Schlagzeile nach der nächsten, dass wir unsere Klimaziele in jedem Bereich eigentlich reißen", sagte Heinrich. Die Kohle unter Lützerath zu verbrennen, bedeutet ihrer Ansicht nach, dass Deutschland beim Klimaschutz noch weiter zurückgeworfen wird.
    Der Energiekonzern RWE will die unter Lützerath liegende Kohle abbaggern - dafür soll der Weiler auf dem Gebiet der Stadt Erkelenz abgerissen werden. In Lützerath leben seit Monaten Klimaaktivisten in leerstehenden Häusern, sie wollen sich der Räumung entgegenstellen. Heinrich betonte im ZDF, dass sie in Lützerath auch viel "kreativen Protest" von jungen Menschen und auch Kirchenvertretern gesehen habe.
    Lützerath
    In der von Klimaaktivisten besetzten Ortschaft Lützerath am Braunkohle-Tagebau Garzweiler II steht die Räumung unmittelbar bevor. Der Ort soll nun den Kohlebaggern weichen.11.01.2023 | 1:37 min

    Kohleausstieg in NRW bis 2030

    Die von den Grünen geführten Wirtschaftsministerien in Bund und Land NRW hatten mit dem Energiekonzern RWE einen auf 2030 vorgezogenen Kohleausstieg vereinbart. Außerdem sollen fünf bereits weitgehend leerstehende Dörfer am Tagebau Garzweiler in der Nachbarschaft von Lützerath erhalten werden.
    Quelle: ZDF, dpa

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